Die unheilige Allianz von Politik und Religion: Netanyahu verstört mit seiner Kritik am Jüdischen Museum in Berlin

Im Fluchtpunkt der Politik: Jüdisches Museum Berlin. (Bild: Jens Ziehe)

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu greift das Jüdische Museum in Berlin an. Seine Kritik kommt zur rechten Zeit. Aber ist «Welcome to Jerusalem» wirklich eine Schau für Islam-Versteher?

Daniel Haas | Neue Zürcher Zeitung

Ausstellungsbesuch? Gerne doch. Hauptsache, es dauert nicht zu lang und das Café serviert guten Espresso. Mit dieser Haltung konnte man bis anhin auch ins Jüdische Museum in Berlin gehen, aber damit ist jetzt Schluss: Benjamin Netanyahu hat das Haus scharf kritisiert und damit den Deutschen einen Gefallen getan. Der kulturell indifferente Konsum funktioniert hier nicht mehr. Es heisst jetzt: Aufwachen. Stellung beziehen. Denn die Institution wird zum Anlass einer Debatte, die weit über kulturhistorische Aspekte hinausgeht. Im Zentrum steht eine Frage, die alle betrifft: Wie bekämpfen wir Intoleranz?

Konkret geht es um die Ausstellung «Welcome to Jerusalem». Sie läuft bereits seit einem Jahr und wurde von allen möglichen Lagern kritisiert: israelischen Intellektuellen, deutschen Politikern, deutschen Journalisten. Der Tenor der Vorwürfe: Die Schau präsentiere zwar Jerusalem als Ort, an dem «die drei grossen monotheistischen Religionen tief verwurzelt sind», wie Museumsdirektor Peter Schäfer in seinem Grusswort zur Eröffnung schrieb. Sie praktiziere aber eine ideologische Bevormundung des Betrachters zugunsten der Palästinenser. Diese würden tendenziell als Opfer der israelischen Besatzer gesehen, während die Juden streckenweise als extremistische Sektierer erschienen.

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Katholische Kirche: Dienst am Menschen sieht anders aus

Der Papst will mit einem groß angelegten Sondergipfel in Rom den Missbrauchsskandal aufklären und die Kirche weiter öffnen – aber sie ist und bleibt eine welt- und lebensfremde Institution, kommentiert Catrin Stövesand. Viele Priester hätten nur qua Amt ein Publikum, stünden aber nicht mit diesem im Kontakt.

Von Catrin Stövesand | Deutschlandfunk

Papst Franziskus hat nach Rom zitiert. Seit fünf Jahren ist er das Oberhaupt der katholischen Kirche. Nun macht er den Missbrauchsskandal zur Chefsache. Endlich soll über die Ursachen der zahlreichen Fälle von sexuellem Missbrauch gesprochen werden, über die Rolle, die der Zölibat dabei spielen kann und über Prävention. Der Termin im Februar wird im Fokus der weltweiten Berichterstattung stehen.
Natürlich gab es für den Papst in den vergangenen Jahren etliche andere Baustellen zu bearbeiten: die Kurie reformieren, den Pomp und die Abgehobenheit im Vatikan reduzieren, die Liste ist lang. Die Liste von Dingen, die die katholische Kirche zu der welt- und lebensfremden Institution gemacht hat, die sie schon seit sehr langer Zeit ist. Deren Vertreter scheinbar über dem Gesetz stehen, ob es nun um kriminelle Seilschaften der Vatikanbank geht oder um den Priester, der sich an Kindern vergeht. Der Herr Pfarrer darf das.
Nein, er darf das nicht.

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Neuer Arbeitskreis in Tübingen gegründet: Für eine säkulare SPD

Bild: bb
Trennung von Staat und Religion: In Tübingen wurde ein neuer Arbeitskreis gegründet

Reutlinger General-Anzeiger

Gegen die Diskriminierung von Atheisten. Für die klare Trennung von Kirche und Staat. Rückbesinnung auf die Tradition des Humanismus. Diese Forderungen wurden bei einem Treffen von Sozialdemokraten laut, die einen Arbeitskreis Säkulare Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gegründet haben.
Besonders in islamisch geprägten Ländern werden Atheisten ebenso wie Christen einer zunehmenden staatlichen Verfolgung ausgesetzt, hat Dorothea Rössner erkannt, die sich seit Langem schon für die Freilassung von Raif Badawi in Saudi-Arabien engagiert.

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Schnee aus der Kanone

Der schneereiche Winter der vergangenen Saison könnte ein Ausreißer gewesen sein. Der Einsatz von Schneekanonen zur Rettung des Wintersports ist umstritten.

Von Joachim Wille | Frankfurter Rundschau

Weiße Weihnacht? Aus der Mode gekommen. Auch in diesem Jahr war es ziemlich mau damit. Grauer Himmel, Regen, keine Flocke am Himmel. Nicht mal mit Kunstschnee war da was zu wuppen. Die Betreiber der Skigebiete in den deutschen Mittelgebirgen hatten Mitte Dezember ihre Schneekanonen schon mal angeworfen, um die Pisten in den Höhenlagen von Sauerland, Harz oder Erzgebirge fahrbereit zu machen. Da war es ein paar Tage lang kalt genug gewesen, um aus Wasser mit viel Strom Schnee zu fabrizieren. Doch dann kam die Wärme am vierten Advent, und aus der Traum.
Die Betreiber geben sich gelassen. Das „typische Weihnachtstauwetter“ sei das gewesen, heißt es etwa bei der „Wintersport Arena Sauerland“, die rund um Willingen und Winterberg in guten Jahren bis zu eine Million Gäste zählt. Der Dezember sei ja immer schon der am wenigsten schneesichere Monat gewesen, erst Januar und Februar gehe die weiße Post ab – mit Schnee vom Himmel oder eben aus der Kanone.

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How Math’s Most Famous Proof Nearly Broke

Ein Porträt des französischen Mathematikers Pierre de Fermat. PD
Andrew Wiles gave a series of lectures cryptically titled “Modular Forms, Elliptic Curves, and Galois Representations” at a mathematics conference in Cambridge, England, in June 0f 1993. His argument was long and technical. Finally, 20 minutes into the third talk, he came to the end. Then, to punctuate the result, he added:

By Peter Brown | NAUTUILUS

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“Implies Fermat’s Last Theorem.” The most famous unverified conjecture in the history of mathematics. First proposed by the 17th-century French jurist and spare-time mathematician Pierre de Fermat, it had remained unproven for more than 350 years. Wiles, a professor at Princeton University, had worked on the problem, alone and in secret in the attic of his home, for seven years. Now he was unveiling his proof.
His announcement electrified his audience—and the world. The story appeared the next day on the front page of The New York Times. Gap, the clothing retailer, asked him to model a new line of jeans, though he demurred. People Weekly named him one of “The 25 Most Intriguing People of the Year,” along with Princess Diana, Michael Jackson, and Bill Clinton. Barbara Walters’ producers reached out to him for an interview, to which Wiles responded, “Who’s Barbara Walters?”

Out of the ruins of these failures rose deep theories that opened up vast new areas of mathematics.

But the celebration didn’t last. Once a proof is proposed, it must be checked and verified before it is accepted as valid. When Wiles submitted his 200-page proof to the prestigious journal Inventiones Mathematicae, its editor divvied up the manuscript among six reviewers. One of them was Nick Katz, a fellow Princeton mathematician.

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Terrorverdächtiger Syrer soll von Deutschland an die Niederlande ausgeliefert werden

Ein in Mainz festgenommene terrorverdächtige Syrer soll an die Niederlande ausgeliefert werden. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz werde dazu schnellstmöglich den Erlass eines Auslieferungshaftbefehls beantragen, teilten die Ermittler am Sonntag mit.

Neue Zürcher Zeitung

Die Haftrichterin beim Amtsgericht in Mainz hatte zuvor eine sogenannte Festhalteanordnung erlassen. Damit bleibe der 26-Jährige so lange in Deutschland in Haft, bis das Oberlandesgericht Koblenz über den Auslieferungshaftbefehl entschieden habe. Nicht vor Ende der kommenden Woche werde mit einer Entscheidung darüber gerechnet.

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Britischer Handelsminister: Nicht sicher, dass Brexit stattfindet

APA/AFP/TOLGA AKMEN
Sollte das Parlament das mit Brüssel ausgehandelte Austrittsabkommen ablehnen, stünden die Chancen 50 zu 50, dass der Brexit nicht stattfinde.

Die Presse.com

Der britische Handelsminister Liam Fox hat vor einer Abkehr vom Brexit gewarnt. Das sagte Fox in einem Interview mit der „Sunday Times“. Sollte das Parlament das mit Brüssel ausgehandelte Austrittsabkommen ablehnen, stünden die Chancen 50 zu 50, dass der Brexit nicht stattfinde.

Die Botschaft des Handelsministers richtet sich vor allem an Brexit-Hardliner im britischen Parlament. Sie lehnen das Abkommen von Premierministerin Theresa May ab, weil ihnen der darin vorgesehene Bruch mit Brüssel nicht deutlich genug ist.

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Israel: Partei „Die Neue Rechte“ vor Gründung

©dpa, FR Naftali Bennett, Bildungsminister von Israel, und Ayelet Shaked, Justizministerin von Israel, geben die geplante Gründung einer neuen Partei bekannt.
Viel Bewegung vor der Wahl in Israel: Nach dem Ex-Generalstabschef wollen nun auch zwei führende Minister eine neue Partei gründen.

Frankfurter Rundschau

Vor der Parlamentswahl in Israel haben zwei prominente Minister der rechten Siedlerpartei die Gründung einer neuen Partei angekündigt. Erziehungsminister Naftali Bennett und Justizministerin Ajelet Schaked gaben ihr Vorhaben überraschend am Samstag bekannt. Die Partei „Die Neue Rechte“ soll nach ihren Angaben eine Partnerschaft säkularer und religiöser Kräfte sein. Ein parlamentarischer Ausschuss billigte am Sonntag die Abspaltung Bennetts und Schakeds von der Siedlerpartei.

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Experte sieht hohes Niveau rechtsextremer Organisierung in Sachsen

Polizisten sichern eine Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz © N.N. (dpa)
Die rechtsextreme Szene in Sachsen verfügt Experten zufolge über ein hohes Mobilisierungspotenzial. Sie sei noch genauso gut aufgestellt wie vor zehn Jahren.

DOMRADIO.DE

„Heute haben wir viele verschiedene, kleinere rechtsextreme Zusammenhänge, die nicht immer gemeinsam agieren und wo es auch Konkurrenzen untereinander gibt“, sagte Rechtsextremismus-Experte Michael Nattke dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Dresden. In der Summe sei der Rechtsextremismus in Sachsen aber „noch genauso gut aufgestellt wie vor zehn Jahren“, betonte er. Nattke ist Fachreferent im Kulturbüro Sachsen in Dresden.

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Manbidsch: Unmittelbare Gefahr einer türkischen Intervention erst einmal gebannt

Kampfgruppe der islamistischen Miliz Liwa Suqur al Shimal in Vorbereitung zur Unterstützung der türkischen Invasion
Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages: Türkische Besatzung in Nordsyrien völkerrechtswidrig

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

In einem neunseitigen Gutachten der wissenschaftliche Dienste des Bundestages „Zur völkerrechtlichen Einordnung der türkischen Militärpräsenz in Nordsyrien“ kommen die Sachverständigen zu dem Schluss, dass „die türkische Militärpräsenz in der nordsyrischen Region Afrin sowie in der Region um Asas, al-Bab und Dscharablus im Norden Syriens völkerrechtlich alle Kriterien einer militärischen Besatzung“ erfüllt. Erdogans Invasionsdrohungen bewertet der Dienst folgerichtig ebenfalls als völkerrechtlich fraglich:

Ob eine türkische Besetzung größerer kurdisch-syrischer Gebiete südlich der türkischen Grenze völkerrechtlich notwendig ist, um die Türkei vor – fortlaufenden – Angriffen durch kurdische Milizen bzw. den „IS“ zu schützen, lässt sich trotz des militärpolitischen Einschätzungsspielraums, den man der Türkei bei dieser Frage zubilligen muss, durchaus bezweifeln.
Wissenschaftliche Dienste des Bundestages

Normalerweise müsste Außenminister Heiko Maas nun eine klare Ansage gen Ankara senden, aber es geschieht – nichts. Wieder einmal schweigt die Bundesregierung, wenn es um Menschenrechtsverletzungen und die völkerrechtswidrige Besatzung ihres Partners Türkei geht.

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Ein dunkles Jahr für die Kirche

Bild: © Fotolia.com/Imaginis
Mit voller Wucht kehrte der Missbauchsskandal in diesem Jahr in die Kirche zurück. Doch nicht nur deshalb war 2018 für die Kirche in Deutschland ein schwieriges Jahr. Trotzdem gibt es beim Blick zurück auch ein paar schöne Ereignisse zu würdigen.

Von Steffen Zimmermann | katholisch.de

Wenn man das zu Ende gehende Jahr aus kirchlicher Sicht auf ein Schlüsselereignis reduzieren wollte, käme man am 25. September nicht vorbei. An diesem Tag wurde bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda die lange erwartete Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland vorgestellt. Der Missbrauchsskandal, der im Jahr 2010 öffentlich geworden war, kehrte damit mit voller Wucht in die Kirche zurück.

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Carsten Frerk: Moscheesteuer ist Schnapsidee

Ein Mann betet in einer Moschee. (dpa)
Ist eine Moscheesteuer für Muslime – wie derzeit diskutiert – wirklich eine gute Lösung, um eine Radikalisierung zu verhindern? Der Journalist und Kirchenkritiker Carsten Frerk hält eine solche Steuer für „eine Schnapsidee“.

Carsten Frerk im Gespräch mit Ute Welty | Deutschlandfunk Kultur

Ute Welty: Die Radikalisierung in deutschen Moscheen verhindern – das ist die Idee hinter einer Moscheesteuer. Milliarden sollen in den vergangenen Jahren vor allem von Saudi-Arabien investiert worden sein, um die Verbreitung eines fundamentalistischen Islams zu bewerben. Als Vorbild für die Moscheesteuer wird immer wieder die Kirchensteuer genannt. Aber taugt die tatsächlich als Vorbild? Damit hat sich Carsten Frerk beschäftigt. Er ist Politologe, Journalist, Kirchenkritiker, und seine Erkenntnisse hat er unter anderem zusammengefasst im „Violettbuch Kirchenfinanzen“. Carsten Frerk ist an diesem Samstag zu Gast in „Studio 9“. Guten Morgen!

Carsten Frerk: Guten Morgen!

Welty: Halten Sie es für eine gute Idee, islamische Gemeinden nach dem Vorbild der christlichen Kirchen finanzieren zu wollen?

Frerk: Es ist, auf die deutsche Situation bezogen – ich sag es mal einfach so, es ist ja früher Morgen – eine Schnapsidee. Das ganze deutsche Kirchensteuersystem beruht auf einer jahrhundertelangen Entwicklung von Staat und Kirche in Deutschland, und ich denke, der Islam ist gegen diese Idee einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, was ja Voraussetzung wäre für so eine Art Steuer absolut renitent.

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Mobilität für den Klimaschutz

Grünweg für Fahrräder und Spaziergänger am Kanal. So bringt Fortbewegung Lebensfreude und schützt das Klima. Bild: H. Boes
Klimafreundliche Mobilität ist nur mit kleineren und leichteren Fahrzeugen zu erreichen

Hans Boës | TELEPOLIS

In der Politik wird immer noch händeringend nach Ideen für den Klimaschutz gesucht, aber der Klimaschutz bleibt bisher meist im alltäglichen politischen Stau stecken. Das liegt daran, dass Industrie und Politik immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt haben.

Mir tun die Autofahrer oft leid, wenn sie im Sommer so in ihren Blechkisten im stinkenden Stau schmoren, während ich entlang der Grünwege fahren und frische Luft atmen kann. Schon 1991 wurde mir klar, dass die Straßeninfrastruktur in den Ballungsräumen nicht wirklich in nennenswertem Umfang ausgebaut werden kann, während gleichzeitig die PKW-Dichte kontinuierlich zunimmt, der Stau also schon damals vorprogrammiert war (Dem Auto die Vor-Fahrt nehmen).

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Trendforscher Horx: Soziale Medien machen süchtig

©Lino Mirgeler/Archiv, FR Eine Frau spricht eine Sprachnachricht via WhatsApp in ein Smartphone.
Der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx sieht die Social-Media-Kanäle in einer digitalen Krise.

Frankfurter Rundschau

„Die sozialen Medien machen Menschen süchtig nach sozialer Bestätigung. Der „Like“-Button wirkt auf die Seele etwa so wie Zucker auf den Organismus“, sagte der Soziologe und Leiter des Zukunftsinstituts in Frankfurt am Main in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Aber das sind leere seelische Kalorien. Sein Leben auf dem Netz auszubreiten, führt irgendwann zu einem Selbstdarstellungs-Narzissmus, der schnell in Depression und Selbstzweifel umkippt.“

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33 Islamisten in Bayerns Gefängnissen

Ein Gefägnisgang liegt hinter einer Tür, deren Schloss betätigt wird. Foto: Marcus Führer/Archiv Quelle: dpa-infocom GmbH
Sie werben in Gefängnissen Mithäftlinge für ihre perfiden Ziele an. Auch der mutmaßliche Attentäter von Straßburg soll sich im Gefängnis islamistisch radikalisiert haben. In Bayerns Haftanstalten spielt der islamistische Terrorismus ebenfalls eine Rolle – Tendenz steigend.

DIE WELT

In Bayerns Gefängnissen sitzen derzeit 33 Inhaftierte mit islamistischen Bezügen, einige davon auch im Zusammenhang mit Terrorismus. Bei exakt noch einmal so vielen Gefangenen besteht der entsprechende Verdacht, wie das bayerische Justizministerium in München auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Zahl der 66 Fälle entspricht einem Anteil von 0,6 Prozent der im Freistaat inhaftierten 11 065 Männer und Frauen. Nach Ministeriumsangaben stieg die Zahl der Islamisten in Haft von Ende 2016 bis Ende 2018 um knapp 30 Prozent.

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Die Einbahnstraße des Fortschritts

Grafik: TP
Fortschritt – das war mehr Effizienz beim Töten

Karl Kollmann | TELEPOLIS

Mit dem Anbrechen der Aufklärung ist auch die Idee des Fortschritts in die Welt gekommen. Wirtschaftliches Wachstum und Fortschritt zivilisatorischer (etwa Kant: Gebrauche Deinen eigenen Verstand, Lasse Dich nicht von anderen missbrauchen, Behandle Andere so, wie Du behandelt werden willst) sowie wissenschaftlicher und technischer Art werden die Welt besser machen. Es geht stetig aufwärts, jedoch vielfach mit Umwegen, wie Hegel meinte, oder eben ziemlich zwangsläufig und geradlinig, wie Karl Marx sich das vorstellte.

Wachstum und Fortschritt sind heute noch, knapp zwei Jahrhunderte später, die zentralen Vorstellungen in unseren Gesellschaften, wobei allerdings kaum jemand mehr weiß, was dabei das Ziel sein soll. Besonders im linken Spektrum, momentan wäre das der multikulturelle Teil der Bevölkerung, aber ebenso bei neoliberalen Marktradikalen, ist man infiltriert von einer Art von kontinuierlichem Fortschrittsdenken, während es bei den Traditionalisten, also dem mittigen und rechten Spektrum, durchaus andere Grundvorstellungen vom Gang der Geschichte gibt.

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Irlands Primas zeigt sich verärgert über die Brexit-Debatte

Irische Flagge © Alejandro Luengo (unsplash)
Der katholische Primas von ganz Irland, Eamon Martin, zeigt sich besorgt über die Folgen eines Brexits. Das irische Volk sei von der Brexit-Debatte „entmündigt“ worden, sagte der Erzbischof von Armagh der Zeitschrift „The Tablet“ an diesem Samstag.

DOMRADIO.DE

Die Brexit-Debatte sei „in den Sitzungssälen von Brüssel oder Straßburg oder London“ entschieden worden. Eamon Martin kritisiert, die Debatte habe genau jene Menschen ausgeschlossen, die am meisten vom Brexit betroffen sein werden. Vor Ort wirke sich der EU-Austritt auf Unternehmen aus, auf Landwirtschaft, Fischerei und auf Menschen, deren Lebensunterhalt in Tourismus, Handel und Verkehr besteht.

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Zeuge: McCarrick wurde bei Beichte übergriffig

Bild: © Bob Roller/CNS photo/KNA
Im laufenden kirchenrechtlichen Verfahren gegen Ex-Kardinal Theodore McCarrick wurden neue Details bekannt: Laut einem Opfer soll der emeritierte Erzbischof von Washington auch im Beichtstuhl Missbrauch begangen haben.

katholisch.de

Neue Zeugenaussage gegen den früheren Washingtoner Kardinal Theodore McCarrick (88): Das Erzbistum New York hat im Auftrag des Vatikan einen Mann angehört, der nach eigener Darstellung als Elfjähriger von McCarrick sexuell missbraucht und dann über Jahre belästigt wurde, wie US-Medien am Wochenende unter Berufung auf den Anwalt des Zeugen berichteten.

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Sinéad O’Connors langer Zickzackweg zum Islam

Sinéad O’Connor 2014. Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0
Die irische Sängerin, bekannt für den Welthit «Nothing Compares 2 U», rieb sich lange am Katholizismus. Nun hat sie die Religion gewechselt und will nicht mehr mit «weissen Menschen» sprechen.

Marion Löhndorf |Neue Zürcher Zeitung

Sinéad O’Connor erfindet sich neu, wieder einmal. Seit die irische Sängerin im Oktober auf ihrem – nicht verifizierten – Twitter-Konto ihre Konversion zum Islam bekanntgab, veröffentlicht sie alle paar Tage zehntausendfach angesehene Videos, die sie mit einem Hijab zeigen. Dazu flüstert sie ein paar Sätze – auf Englisch, dass sie gerade ihren ersten, roten Hijab hergestellt habe, und auf Arabisch, dass sie Allah verehre. Sie schreibt, dass sie einen neuen Namen angenommen habe, Shuhada’ Sadaqat; dass sie «all meinen muslimischen Brüdern und Schwestern», die sie in der Glaubensgemeinschaft willkommen geheissen hätten, danke; und dass sie nie wieder Zeit mit nichtmuslimischen «weissen Menschen» verbringen wolle.

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