Leyendecker fordert von Journalisten mehr Zurückhaltung

Hans Leyendecker 2014. Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 – Wjournalist
Kirchentagspräsident Hans Leyendecker fordert von Journalisten mehr Zurückhaltung und weniger Zuspitzung. Eilmeldungen solle es nur geben, wenn es etwas wirklich Wichtiges zu melden gebe, sagte der 69-jährige Journalist am Samstagabend auf einem Empfang des evangelischen Kirchenkreises Duisburg. Zudem brauche es mehr leise und weniger laute Stimmen.

evangelisch.de

„Mit Wahrheitsversprechungen sollten Journalisten vorsichtig sein“, sagte Leyendecker, der für den „Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ tätig war. Es gebe häufig mehrere Wirklichkeiten und der Mensch nehme das Leben oft nur verschwommen wahr.

Als Negativbeispiel bezeichnete der Journalist den Fall des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff, der von einigen Medien mit Gerüchten, Teilwahrheiten und Lügen zu Fall gebracht worden sei. „Pressefreiheit ist nicht die Freiheit, andere fertig zu machen“, betonte der Präsident des im kommenden Jahr stattfindenden 37.

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Missing Link: Vom Müllberg in die (noch vorhandene) Landschaft geblickt

(Bild: pixabay.com)
Garbage in, garbage out. Recycling ist ein großes Thema, doch Plastik ist zäh. Wir müssen viel weniger davon produzieren und unsere Einstellung ändern.

Von Clemens Gleich | heise online

Häusliche Szene: „Papa, warum produzieren wir so viel Abfall?“, fragt der Bub, nachdem die Familie den Wochenendeinkauf verräumt hat, nicht aber den zugehörigen Verpackungsberg. „Die Konzerne sind schuld“, sagt Papa. Der Bub bringt die Öko-Tante ins Spiel, die an sich selbst zeigt, mit welch überschaubarem Aufwand man Verpackungsmüll vermeidet. „Ja“, sagt Papa dann, „die Christel halt. Aber wir können das nicht.“ Der Sohn widerspricht in Kenntnis der Haushaltsmöglichkeiten. Der Vater seufzt. „Weißt du“, sagt er dann, „wenn das alle machen, dann machen wir auch mit. Aber vorher nicht.“

Diese Diskussion hat wirklich stattgefunden. Obwohl sie vielleicht neu wirkt, war das in meiner Kindheit vor über 30 Jahren. Schon damals waren die wichtigen Fakten dazu bekannt: wie lange Plastik braucht bis zum Zerfall, wie viel Wasser und Energie Papierherstellung braucht, wo die Abwägungen zwischen Transport- und Lageraufwand liegen, dass die Strömungen des Pazifik Treibgut in Regionen konzentrieren. Die Great Pacific Garbage Patches bestehen heute größtenteils aus Plastik, das in immer kleinere Stücke zerfällt, aber chemisch noch lange nicht in einen biologischen Kreislauf zurückkehren kann.

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Einstein’s Theory of General Relativity Just Survived a Massive Crash in Outer Space

In this illustration, a hot, dense, expanding cloud of debris gets stripped from neutron stars just before they collide. Credit: NASA’s Goddard Space Flight Center
Gravity is big and weird and difficult to study. It moves through space as a wave, sort of like how light does. But these waves are subtle and difficult to detect. They occur in measurable amounts only after massive events, like the collision of black holes.

By Rafi Letzter | SPACE.com

Humanity didn’t spot its first gravitational wave until 2015. Then, in 2017, astronomers for the first time detected both gravitational waves and light from a single event: a neutron star collision. Now, researchers are using data from that event to confirm some basic facts about the universe.

In a paper first uploaded Nov. 1 to the preprint server arXiv (which Live Science first saw reported on ScienceAlert), researchers announced that they found no evidence of „gravitational leakage.“ Scientists had thought it was possible for gravity to penetrate high dimensions (those beyond the four that humans experience — up/down, side to side, forward/backward, time) even though light does not. If that happened, the force of gravity would lose more of its energy than light does while passing through space. But comparing the light and gravitational waves from that neutron star collision showed that this wasn’t happening.

All our dimension’s gravity appears to be staying right where it belongs, as Albert Einstein predicted in his theory of general relativity.

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Kreuz, Glaubuli und Mistelbullshistic

Weißbeerige Mistel (Viscum album) Bild: Wikipedia.org
Der Spaichinger Heilpraktiker Helmuth Gruner gibt unseren Lesern jede Woche Tipps für Wohlbefinden: Diesmal: die Mistel, Teil eins.

Schwäbische

Die Mistel ist bei uns unter den Namen Mistelstängel, Donnerbesen, Hexenbesen, Leimmistel oder Drudenfuß bekannt. Schon die alten Germanen sprachen ihr mystische und heilende Wirkungen zu. Sie meinten, ein Mistelzweig öffnet die Pforten zur Unterwelt und schützt vor Zauberei und Krankheit. Den Kelten war die Mistel, welche auf einer Eiche wuchs, heilig. Sie sollte unfruchtbare Tiere fruchtbar machen und Allheilmittel gegen jedes Gift sein. Auch heute hört man wieder von ähnlichen Sammel-Ritualen.

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Pappa Franz nennt Homosexualität Modeerscheinung: «Im geweihten Leben und im priesterlichen Leben hat diese Art von Zuneigung keinen Platz»

Papst Franziskus ist besorgt und möchte keine Homosexuellen in priesterlichen Seminaren oder religiösen Orden.

Neue Zürcher Zeitung

Papst Franziskus ist wegen Homosexueller in der Kirche in Sorge. «In unseren Gesellschaften scheint es gar, dass Homosexualität eine Mode ist, und diese Mentalität beeinflusst auf gewisse Weise auch die Kirche», sagte er in einem Interview auf Spanisch, das am Montag in einem Buch veröffentlicht werden soll. Homosexuelle Menschen im Klerus und in Priesterseminaren bereiteten ihm Sorgen, es sei eine «sehr ernste Angelegenheit». Personen mit «dieser tiefverwurzelten Tendenz» sollten seiner Meinung nicht in Seminaren oder zu religiösen Orden zugelassen werden.

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Erasmus von Rotterdams „Adagia“: „Das ist alles völlig konträr zu dem, was die AfD sagt“

Die parteinahe Stiftung der AfD hat sich nach dem großen Humanisten Erasmus von Rotterdam benannt. Sehr befremdlich findet das der Verleger Wolfgang Hörner: Erasmus stehe für Werte und Ideen, die die AfD ablehne und bekämpfe.

Wolfgang Hörner im Gespräch mit Frank Meyer | Deutschlandfunk Kultur

Frank Meyer: „Machst du Erasmus?“, „Gehst du auf Erasmus?“ – so wird unter Studierenden gefragt seit mehr als 30 Jahren, wenn es ums Teilnehmen am Erasmus-Programm geht. Das internationale Austauschprogramm wurde nach Erasmus von Rotterdam benannt, dem großen Humanisten der Renaissance. Nach Erasmus hat sich auch eine politische Stiftung benannt, die im Sommer von der AfD, der Partei, als parteinahe Stiftung anerkannt wurde, und vor Kurzem ist nun ein Buch erschienen mit Sprichwörtern und kommentierenden Texten von Erasmus. „Der sprichwörtliche Weltbürger“ heißt dieses Buch. Wolfgang Hörner und Tobias Roth sind die Herausgeber, und der Verleger Wolfgang Hörner ist jetzt bei uns im Studio, willkommen!

Wolfgang Hörner: Hallo!

Meyer: Ist das Buch jetzt Ihre Antwort darauf oder eine Reaktion darauf, dass die AfD sich verbündet hat mit der Desiderius-Ersasmus-Stiftung?

Hörner: Ja, natürlich schon. Das ist ja doch ein kurioser Vorgang. Wenn man sich ein bisschen mit Erasmus auskennt, dann fragt man sich, warum haben die diesen Namen gewählt. Erasmus ist nun ein äußerst friedliebender Mensch, ein Mensch, der fürs Einladen der Hilfsbedürftigen steht, ein Mensch, der für eine große Weltläufigkeit steht. Das fanden wir zuerst sehr befremdlich, und dann haben wir uns sozusagen aber gewissermaßen gefreut, weil wir sagten, das ist doch ein toller Anlass, dass man sich wieder mit Erasmus und seinem sehr, sehr schönen Denken beschäftigt und dieses Denken weiterträgt.

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Atemberaubend, wie schnell sich Humangenetik zum Konsumprodukt entwickelt

Genforschung Gentechnik
Illustration: Stefan Dimitrov (Foto: )

Von Andrian Kreye | Süddeutsche Zeitung

Die Welt ist schockiert über Genmanipulationen in China. Wenn schon ein windiger Forscher wie He einen solchen wissenschaftlichen Gewaltakt hinbekommt, wer soll dann andere bremsen?

Es erscheint erst einmal erschreckend einfach, wenn man die Genschere Crispr ausprobiert. Crispr ist jenes biotechnische Instrument, mit dem der chinesische Wissenschaftler He Jiankui das Erbgut der Babys Lulu und Nana manipulierte, um sie gegen das HI-Virus ihres leiblichen Vaters zu immunisieren. Die beiden wurden irgendwann im November dieses Jahres geboren und lösten als Inkarnation eines unumkehrbaren historischen Tabubruches weltweit Entsetzen aus. Sie sind der Grund dafür, dass He Jiankui in China nicht weiterforschen darf.

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„Das Spiel mit der Angst hat zugenommen“

http://www.kleinezeitung.at
Ulrike Schiesser, Psychologin bei der Bundesstelle für Sektenfragen, über den steigenden Zulauf zu Wunderheilern, Betrug und einen unüberprüfbaren Berufsstand.

Eine „sektenartige, okkulte Gruppierung“ aus drei Frauen soll sich in Kärnten eine Million Euro von gutgläubigen Menschen erschlichen haben. Jetzt steht sie auch in Zusammenhang mit Mord und Brandstiftung. Ein Einzelfall?

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Ohne Glaube keine Arbeit bei der Evangelischen Kirche?

Bild: Imago | Photothek
Der Landesverband evangelischer Kitas möchte nur Mitglieder einer Kirche einstellen, ob als Putzkraft oder als Küchenhilfe. Lohnt eine Bewerbung auch ohne einer Kirche anzugehören?

Auch kirchliche Arbeitgeber hat nur bedingt zu interessieren, woran Bewerber auf ihre Stellen glauben. Das hat der Europäische Gerichtshof kürzlich entschieden. Die Zugehörigkeit zu einer Konfession darf demnach nur dann zur Einstellungsvoraussetzung erhoben werden, wenn dies für die Tätigkeit „objektiv geboten“ ist. Doch von der europäischen Rechtsprechung unbeeindruckt fordert die Bremische Evangelische Kirche (BEK) in all ihren derzeit 25 Stellenausschreibungen explizit die Zugehörigkeit zur Kirche von ihren Bewerbern – sogar von Putzkräften und Küchenhilfen. Dazu haben wir drei Fragen an Ingo Kleinhenz, Rechtsberater der Arbeitnehmerkammer Bremen, gerichtet.

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