Machtlos gegen Boko Haram

Ratlose Gesichter: Präsident Muhammadu Buhari (li.) und Armeechef Tukur Yusuf Buratai.©afp, FR
In Nigeria ist die Terrorgruppe wieder erstarkt, die Regierung hat ihr nichts entgegenzusetzen.

Von Johannes Dieterich | Frankfurter Rundschau

Der Mann schreit. Mit seinem Handy filmend eilt er über ein staubiges Gelände, das er als einen Stützpunkt der Armee vorstellt: Verbrannte Hütten sind zu sehen, ausgebrannte Panzer, verstreute Kochutensilien, Patronenhülsen. „Mehr als hundert Soldaten sind hier gestorben“, schreit der Mann, selbst ein Soldat: „Sie töten uns jeden Tag. Die Situation wird immer schlimmer.“

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Man kann Märchengestalten nicht beleidigen

Darf Jesus beleidigt werden? Es ist, wie wir wissen, geschehen. „Fresser und Weinsäufer“ haben sie ihn genannt (Mat 11,19) und er hat nicht widersprochen.

Von Klaus Baschang | kath.net

Sie haben ihn sogar gekreuzigt. Und er hat sich nicht dagegen gewehrt. Er hat sogar gebetet: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Luk 23,34). Wie würde die Welt aussehen, wenn damals schon Gotteslästerung mit dem Strafgesetzbuch verfolgt worden wäre? Natürlich ist für die Gläubigen Gott über alle Lästerungen hoch erhaben. Aber der öffentliche Friede kann gestört werden, wenn über Heilige und Heiliges gelästert wird.

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Die Mode Christentum

Einst galt er als liberal, jetzt hält Papst Franziskus Homosexualität für eine „Mode“. Das ist geschichtsvergessen und populistisch.

Von Tim Caspar Boehme | taz.de

In einem Interview bezeichnet Papst Franziskus Homosexualität als „Mode“. Allerdings ist diese älter als die Institution, deren Oberhaupt er ist.

Er scheint sich im Halbjahresrhythmus zu Fragen der geschlechtlichen Orientierung äußern zu wollen – oder zu müssen. Im Sommer erst hatte Papst Franziskus den Eltern dieser Welt den wohl gut gemeinten Rat mit auf den Weg gegeben, ihre Kinder, sollten sie homosexuelle Neigungen zeigen, zum Psychiater zu schicken. Damit wusste er sich in guter Gesellschaft mit den für ihre homophoben Ansichten bekannten Evangelikalen. Anschließend revidierte er seine Aussage.

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The Present Phase of Stagnation in the Foundations of Physics Is Not Normal

The problem is loads of wrong predictions from theoretical physicists.Photograph by Inga Nielsen / Shutterstock
Nothing is moving in the foundations of physics. One experiment after the other is returning null results: No new particles, no new dimensions, no new symmetries.

By Sabine Hossenfelder | NAUTILUS

Sure, there are some anomalies in the data here and there, and maybe one of them will turn out to be real news. But experimentalists are just poking in the dark. They have no clue where new physics may be to find. And their colleagues in theory development are of no help.

Some have called it a crisis. But I don’t think “crisis” describes the current situation well: Crisis is so optimistic. It raises the impression that theorists realized the error of their ways, that change is on the way, that they are waking up now and will abandon their flawed methodology. But I see no awakening. The self-reflection in the community is zero, zilch, nada, nichts, null. They just keep doing what they’ve been doing for 40 years, blathering about naturalness and multiverses and shifting their “predictions,” once again, to the next larger particle collider.

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2080 – so heiß wird es in Ihrer Stadt

Bild: tagesschau.de
Die Weltklimakonferenz berät ab heute über die Erderwärmung. Das Problem drängt: In Frankfurt könnte es 2080 so heiß werden wie in Malawi. Hier können Sie testen, wie heiß es an Ihrem Ort werden könnte.

tagesschau.de

Die weltweite Erwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen – darauf hatten sich die Staaten schon bei der Klimakonferenz 2015 in Paris festgelegt. Jetzt beraten Vertreter aus mehr als 190 Staaten bei der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz, wie das genau geschehen soll.

Doch selbst wenn die Begrenzung auf 1,8 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter gelingen sollte, rechnen Wissenschaftler mit spürbaren Folgen. Modellrechnungen zufolge könnte es beispielsweise in Hamburg in gut 60 Jahren dann so warm werden wie bislang in Mokhotlong, einem Ort in Lesotho im südlichen Afrika. Und in München entspräche die Tageshöchsttemperatur im wärmsten Monat dann der aktuellen im kirgisischen Karakol.

Und sollte das Zwei-Grad-Ziel nicht erreicht werden, sondern eine globale Erwärmung von etwa 4,2 Grad Celsius eintreten, wären die Auswirkungen dementsprechend gravierender. In München hätte man dann im Jahr 2080 beispielsweise an bestimmten Tagen Temperaturen wie jetzt in Curepipe auf Mauritius.

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US-Erzdiözese: Insolvenzverfahren wegen Missbrauchsfällen

Bild: Tilly
Die Erzdiözese Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico möchte wegen zahlreicher Forderungen von Missbrauchsopfern Insolvenz anmelden.

kath.net

Die Erzdiözese Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico möchte wegen zahlreicher Forderungen von Missbrauchsopfern Insolvenz anmelden. Dies berichtet die „Kleine“-Zeitung. John Wester, der zuständige Bischof teilte vergangen Woche mit, dass der Hintergrund die stark gestiegenen Kosten für Entschädigungszahlungen seien. Mit dem Insolvenzverfahren möchte er erreichen, dass die Opfer weiterhin Geld bekommen. Die Rede ist von etwa drei dutzend Opfern mit entsprechenden Forderungen. Vergangene Woche wurde das Büro derErzdiözese von der Staatsanwaltschaft untersucht, dabei wurden belastende Unterlagen zu zwei Priestern, die des Missbrauchs beschuldigt werden, beschlagnahmt.

Dracula und die Faschisten: Mit Christopher Lee im Lande des spanischen Diktators

No compteu amb els dits
Nach dem Willen der spanischen Regierung sollen die Gebeine des Diktators Francisco Franco nicht mehr im „Tal der Gefallenen“ liegen, als zentrale Reliquie in einer monströsen Gedenkstätte zur Feier des Faschismus. Die noch für dieses Jahr geplante Umbettung des Leichnams hat in Spanien zu einer heftigen Kontroverse über den Umgang mit einer lange totgeschwiegenen Vergangenheit geführt.

Hans Schmid | TELEPOLIS

Der spanische Avantgarde-Film hat sich des Themas schon vor einem halben Jahrhundert angenommen und davor gewarnt, die Vampire in ihren Gräbern ruhen zu lassen. Mit von der Partie war ein Schauspieler, der als Graf Dracula weltberühmt geworden war: Christopher Lee.

Eine karge Gebirgslandschaft. Wir befinden uns im Valle de los Caídos, dem „Tal der Gefallenen“ in der Sierra de Guaddarama, einer Bergkette nördlich von Madrid. Auf einem der Gipfel steht ein Kreuz aus Beton, 152 Meter hoch und 46 Meter breit. Das höchste freistehende Kreuz der Welt. Ein Monument der Unterdrückung. Die Kamera nähert sich dem Betonkreuz gleich mehrfach an: durch einen Schwenk über die Bergkette, durch einen Zoom, per Autofahrt durch den Föhrenwald unterhalb des Monuments.

Es gibt keine Einstellung, in der das Betonkreuz nicht bedrohlich wirkt. Das letzte Stück legt man zu Fuß zurück, immer mit dem Blick von unten nach oben. Wenn man das Auto durch eine Pferdekutsche ersetzt könnte das aus einem Hammer-Horrorfilm sein: Die Annäherung an Schloss Dracula. Überraschend daran ist, dass auf dem Berg nicht eine steinerne Burg thront, sondern ein Kreuz, das Symbol des christlichen Glaubens, mit dem man Vampire bekanntermaßen in die Flucht schlägt. Der vermeintliche Widerspruch wird sich im Laufe dieser Geschichte noch auflösen.

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Tomaten sollen bald im All wachsen

Gewächshaus für das All: LED-Licht wird für die Tomatenpflanzen einen Tag- und Nachtrhythmus liefern. (DLR)
Mit seiner Eu:Cropis-Mission will das Deutsche Raumfahrtzentrum DLR den Pflanzenanbau unter Mond- und Mars-Gravitation testen. Das Projekt ist ein wichtiger Schritt für Langzeit-Missionen im All. Außer frischem Gemüse entsteht auch Sauerstoff.

Von Dirk Lorenzen | Deutschlandfunk Kultur

Weißer Kittel, Haarhaube, Überschuhe: Wer in den Satelliten-Reinraum will, braucht die richtige Schutzkleidung – damit sich kein Schmutz auf den kostbaren Objekten niederschlägt.

„Wir sind hier in der Integrationshalle vom Institut für Raumfahrtsysteme vom DLR. Was Sie sehen, ist der Integrationsplatz für den DLR-Kompaktsatelliten.“

Hartmut Müller leitet die Mission von Eu:Cropis. Dieser Satellit ist in der Tat kompakt: Beim Start hat er die Ausmaße eines Würfels mit einem Meter Kantenlänge. Im All klappen dann nach vier Seiten die Solarzellenflächen aus und versorgen ihn mit Strom. Im Innern des Satelliten befinden sich zwei Gewächshäuser.

„Wir werden Tomaten wachsen lassen. Wir werden das Experiment über Kameras überwachen und Tomaten sind sehr gut aufzunehmen und der Wachstumsprozess ist sehr gut zu erfolgen. Und sie sind sehr pflegeleicht. Wir werden als Düngemittel künstlichen Urin mit an Bord haben.“

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Die Hydra hebt ihr Haupt – der neue Judenhass

Video: NZZ/Screengrab: BB
Mit der muslimischen Zuwanderung und dem Aufstieg des Rechtspopulismus hat der Antisemitismus in Europa eine neue gefährliche Virulenz erhalten. Der deutsch-jüdische Historiker Michael Wolffsohn gibt Auskunft in «NZZ Standpunkte».

Neue Zürcher Zeitung

In den Medien häufen sich Meldungen von antisemitischen Ausfällen und Übergriffen in Europa. Dabei schien der Judenhass weitgehend besiegt zu sein. Echoraum der neuen Aggression ist das Internet: Auf Social Media wird plötzlich sagbar, was lange gesellschaftlich geächtet war. Als enthemmte Akteure in Szene treten Linksradikale und Rechtsextremisten, aber auch muslimische Einwanderer, bei denen sich der Hass auf Israel mit einer tradierten Verachtung des Judentums mischt.

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Forscher lesen Gedanken von Ratten

Bild: animalequality.de

Im Gehirn von Ratten befinden sich wie bei Menschen bestimmte Nervenzellen, die bei der Orientierung helfen. Wenn die „Platzzellen“ feuern, kann man daraus entweder ablesen, wohin das Tier sich als Nächstes bewegen wird, oder, wo es gerade war, berichten Forscher.

science.ORF.at

Ein Team um Jozsef Csicsvari vom IST Austria in Klosterneuburg (NÖ) setzte Ratten mehrmals hintereinander in einem Raum, von dem acht Gänge abzweigten. In manchen davon war Futter versteckt. Die Nager konnten sich mit ihrem „Arbeitsgedächtnis“ merken, welche davon sie schon besucht haben. Ihr „Referenzgedächtnis“ wiederum speicherte, wo Essbares zu finden war.

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Bistum Limburg: Maßnahmenpaket gegen sexuellen Missbrauch

Bild: © KNA
Das Bistum Limburg will Konsequenzen aus der deutschlandweiten MHG-Missbrauchsstudie ziehen. Der Diözesansynodalrat beschloss ein Maßnahmenpaket, das sexuellem Missbrauch entgegentreten und die Aufarbeitung des Themas vorantreiben soll.

katholisch.de

Das Bistum Limburg will nach eigenen Angaben mit einem Maßnahmenpaket sexuellem Missbrauch durch Kleriker vorbeugen und die Aufarbeitung bisheriger Fälle vorantreiben. Bis Mitte März solle „ein verbindlicher Projektplan mit Zielsetzungen und Zeitvorgaben für verschiedene Themenfelder für das Bistum Limburg vorliegen“, teilte die Diözese am Freitag mit. Dabei solle die Perspektive der Opfer sexuellen Missbrauchs „von Beginn an einbezogen werden“.

Zudem solle es eine externe Aufarbeitung des Umgangs mit früheren Fällen von sexuellem Missbrauch im Bistum geben, hieß es. Zeitnah solle eine Frau als weitere Ansprechperson bei Missbrauchsverdacht beauftragt werden.

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Universum: Licht aller Sterne gemessen

Wie viel Sternenlicht gibt es im Kosmos? Diese Frage haben Astronomen jetzt beantwortet. © NASA/ ESA, J. Maíz Apellániz (Institute of Astrophysics of Andalusia)
Bilanz des Himmelslichts: Astronomen haben erstmals die Lichtmenge gemessen, die seit Bildung der ersten Sterne im Universum freiwurde. Demnach haben alle jemals existierenden Sterne zusammen in den letzten rund 13 Milliarden Jahren etwa 4 x 1084 Photonen ausgestrahlt. Am meisten neue Sterne leuchteten dabei rund zwei Milliarden Jahren nach dem Urknall auf, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

„Weißt Du wie viel Sternlein stehen?“ Diese Frage stellt sich nicht nur im Kinderlied, denn die Sternenzahl und vor allem die Intensität der Sternbildung im Laufe der Zeit liefern wichtige Informationen über die Geschichte unseres Universums – und über seine Zukunft. Doch die Sternenzahl zu ermitteln, ist alles andere als einfach: „Nicht einmal die leistungsstärksten Teleskope können alle Galaxien in einem Himmelsausschnitt detektieren“, erklären Marco Ajello und seine Kollegen von der Fermi-LAT-Kollaboration.

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Kurienkardinal zu Söder-Erlass – Kreuz nicht verzwecken

Screenshot FB
Mit Blick auf den Kreuz-Erlass von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich Kurienkardinal Gianfranco Ravasi gegen eine Instrumentalisierung ausgesprochen. Das christliche Symbol dürfe nicht politisch verzweckt werden.

DOMRADIO.DE

Dies wolle er unmissverständlich klar machen, sagte der Präsident des Päpstlichen Kulturrats der römischen Tageszeitung «Il Messaggero» (Samstag). Söder hatte durchgesetzt, dass im Eingangsbereich bayerischer Behörden seit dem 1. Juni verpflichtend ein Kreuz hängen muss.

Religiöse Zeichen, die zum kulturellen Erbe einer Nation gehörten, könnten nur dann im öffentlichen Raum wiedereingeführt werden, wenn man der Trennung zwischen Glaube und Politik Rechnung trage. Zur konkreten Präsenz von Kreuzen oder Weihnachtskrippen sagte der Kardinal, dies sei dort sinnvoll, wo es eine Gemeinschaft gebe, die sich in diesen Symbolen wiedererkenne.

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Neil deGrasse Tyson Responds to Sexual Misconduct Allegations in Lengthy Post

On a day when the allegations of sexual misconduct against him went well beyond one blog, Neil deGrasse Tyson responded tonight by offering his version of the stories against him because he “cannot continue to stay silent.”

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

He said two of the accusations were gestures that were misinterpreted while the most serious allegation (of rape) was not true. He also welcomed further investigation of his conduct.

He concluded his lengthy post with this:

I’m the accused, so why believe anything I say? Why believe me at all?

That brings us back to the value of an independent investigation, which FOX/NatGeo (the networks on which Cosmos and StarTalk air) announced that they will conduct. I welcome this.

Accusations can damage a reputation and a marriage. Sometimes irreversibly. I see myself as loving husband and as a public servant — a scientist and educator who serves at the will of the public. I am grateful for the support I’ve received from those who continue to respect and value me and my work.

Without going into detail about the specifics, which you can read in summary here, the question I think the rest of us ought to be asking ourselves is where we go from here.

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Bedford-Strohm kritisiert scharfen Umgangston in der Gesellschaft

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat einen scharfen Umgangston im Land beklagt, der statt Respekt von Verachtung geprägt sei. Jesus habe anders geredet, er habe die Liebe stark gemacht, sagte er laut Predigtmanuskript in der Nürnberger Lorenzkirche zu Beginn des neuen Kirchenjahrs am ersten Adventssonntag.

evangelisch.de

Damit Gerechtigkeit im Land herrsche und alle in Würde leben könnten, brauche es Jesus Christus. Eine Studie habe gezeigt, dass im reichen Deutschland rund 21 Prozent aller Kinder mindestens fünf Jahre dauerhaft oder wiederkehrend in einer Armutslage lebten, sagte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

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