EU-Kommissar: Wer Migrationspakt ablehnt, hat ihn nicht studiert

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos hat alle EU-Länder zur Annahme des UN-Migrationspakts aufgefordert. „Wer den Migrationspakt ablehnt, hat ihn nicht ausreichend studiert“, sagte Avramopoulos der „Welt“ (Online).

evangelisch.de

Bei dem Pakt gehe es nicht darum, die Zahl der nach Europa kommenden Migranten zu erhöhen, erklärte er. „Das Gegenteil ist der Fall.“ Ziel sei die Förderung der sicheren und geordneten Migration sowie die Verringerung des Menschenschmuggels. Dafür bedürfe es der Zusammenarbeit.

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Vier neue Gravitationswellen-Nachweise

Simulation einer Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher, die die Raumzeit in Schwingungen versetzt. © Werner Benger/ Albert-Einstein-Institut, CC-by-sa 2.0
Jetzt sind es schon zehn: Die Detektoren der LIGO und Virgo Observatorien haben vier weitere Gravitationswellen-Ereignisse aufgezeichnet – darunter das fernste und energiereichste jemals beobachtete. Die detektierten Erschütterungen der Raumzeit wurden durch die Verschmelzung von Schwarzen Löchern verursacht. Dank insgesamt zehn solcher Ereignisse haben Astrophysiker nun erste Erkenntnisse über die Gesetzmäßigkeiten solcher Kollisionen gewonnen.

scinexx

Schon vor mehr als 100 Jahren sagte Albert Einstein voraus, dass Beschleunigungsänderungen großer Massen im Universum sogar die Raumzeit selbst erschüttern und in Schwingung bringen. Doch es dauerte bis zum Februar 2016, um erstmals Gravitationswellen mithilfe der LIGO-Detektoren in den USA nachzuweisen. Wenig später registrierte auch der Virgo-Detektor in Italien ein solches Ereignis, ausgelöst durch die Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher.

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Sojaexporte aus den USA nach China eingebrochen

Sojaschotzen. Soja wird vor allem zur Herstellung von Futtermitteln für Tiere und Öl für den menschlichen Verzehr angebaut. Bild: INRA DIST/CC BY-2.0
Sind die Chinesen genauso abhängig von US-amerikanischer Soja wie US-amerikanische Landwirte von ihren chinesischen Abnehmern?

Bernd Schröder | TELEPOLIS

Die US-amerikanischen Sojaexporte nach China sind im Vergleich zum Vorjahr um 94 Prozent eingebrochen. Wie die New York Times Anfang November 2018 berichtete, belegen Daten von Mitte Oktober einen dramatischen Rückgang des Absatzes Richtung China, mit Abstand der größte Soja-Importeur auf dem Planeten. Eine Schlüsselfrage, die sich dabei stellt: Sind die Chinesen von US-amerikanischen Sojalieferungen genauso abhängig wie umgekehrt die US-amerikanischen Landwirte von ihren chinesischen Abnehmern?

Soja war noch 2017 mit 12 Milliarden US-Dollar die einträglichste Export-Feldfrucht der Vereinigten Staaten im Handel mit China – Soja machte 60% der landwirtschaftlichen Exporte der USA nach China aus. Die Anbaufläche in den USA belief sich 2018 auf über 35 Millionen Hektar. 94 Prozent der US-Soja sind dabei GMO-Pflanzen. In den letzten zehn Jahren hatte die rasch steigende Nachfrage aus China den Anbau von Soja in den USA stark ansteigen lassen. China kauft inzwischen fast zwei Drittel der Welt-Soja-Exporte auf.

Fast 90 Prozent der mehr als 100 Millionen Tonnen Soja, die 2017 in China konsumiert wurden, waren importiert. Der überwiegende Teil der Importe stammte aus Brasilien (53 Prozent) und den USA (34 Prozent). Argentinien steuerte 7 Prozent bei.

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Trotz Haftbefehlen – 467 gesuchte Neonazis auf freiem Fuß

Eine Demonstration von Rechtsextremisten in Dortmund Ende September. (Foto: dpa)
  • Trotz vorliegender Haftbefehle können 467 Rechtsextremisten in Deutschland nicht festgenommen werden. Sie sind nicht aufzufinden.
  • 99 Personen werden wegen eines oder mehrerer Gewaltdelikte gesucht, 108 wegen politischer Delikte.
  • Die Behörden gehen davon aus, dass sie in Zukunft ähnliche Straftaten begehen.

Süddeutsche Zeitung

In Deutschland sind Hunderte Rechtsextremisten auf freiem Fuß, obwohl Haftbefehle gegen sie vorliegen. 467 Personen sind nicht aufzufinden, weshalb die Haftbefehle nicht vollstreckt werden können. Mehr als jeder vierte Gesuchte gilt als gewalttätig. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, über die die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet.

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Proteste in Frankreich Fake-Bilder von „Gelbwesten“

Bild: tagesschau.de
Die Proteste der „Gelbwesten“ in Frankreich werden im Netz mit Fake-Bildern begleitet. Zehntausende Nutzer teilten ein Foto einer Guillotine. Doch das Bild ist manipuliert – und kein Einzelfall.

tagesschau.de

Rund um die Proteste der „Gelbwesten“ in Frankreich sind diverse Fake-Fotos aufgetaucht. Die französische Aktivistin Jackie Guyot teilte das Bild einer Guillotine, die vermeintlich von Männern mit gelben Westen aufgebaut worden sei. „Wenn die Franzosen die Mächtigen daran erinnern wollen, dass sie Repräsentanten des Volkes sind – und keine Herrscher, haben sie dafür einige mächtige Symbole“, kommentierte Guyot das Foto. Mehr als 50.000 Nutzer teilten den Eintrag in den vergangenen Tagen.

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Unmengen Resistenzgene in unserer Darmflora

In unserem Darm leben inzwischen viele resistente Bakterien. © Eraxion/ thinkstock
Resistente Mitbewohner: In unserem Darm leben inzwischen überraschend viele gegen Antibiotika resistente Bakterien. Forscher haben über 6.000 Gene identifiziert, die diese Mikroben immun gegen gängige Wirkstoffklassen machen. Zwar sind die meisten Keime mit solchen Resistenzgenen harmlos. Über kurz oder lang könnten sie ihre Resistenzen aber auch an potenziell krankmachende Untermieter in unserem Darm übertragen, wie das Team im Fachmagazin „Nature Microbiology“ warnt.

scinexx

Das Problem der Antibiotika-Resistenzen greift weltweit immer weiter um sich. Viele Bakterien, darunter der berüchtigte Krankenhauskeim MRSA, sind inzwischen gegen gleich mehrere Wirkstoffklassen immun. Das hat fatale Folgen: Allein in Europa starben im Jahr 2015 rund 33.000 Menschen an den direkten Folgen einer Infektion mit resistenten Keimen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass die Zahl der resistenzbedingten Todesfälle weltweit bei etwa 700.000 pro Jahr liegt.

Bekannt ist, dass Bakterien ihre gefährlichen Resistenzen an ihre eigenen Nachkommen weitergeben. Darüber hinaus können die entsprechenden Gene aber auch an andere Stämme und Arten transferiert werden. Solche Resistenzgene wurden unter anderem bereits in Böden, im Küstenschlamm von Meeren und in der Stadtluft nachgewiesen.

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Entsetzen und Scham

Im Schatten des Kreuzes: Die katholische Kirche sucht nach dem richtigen Weg, nachdem im September Missbrauchsfälle öffentlich wurden. (Foto: Friso Gentsch/dpa)
Die katholischen Laien in der Region München haben „mit Entsetzen und Scham“ auf die Ende September veröffentlichte Missbrauchsstudie der deutschen Bischofskonferenz reagiert und mit einer Resolution „systemische Änderungen, wo immer es notwendig erscheint“, gefordert.

Von Tom Soyer | Süddeutsche Zeitung

Konsequenzen in den Pfarrgemeinden hält der Katholikenrat dieser bei nur einer Gegenstimme verabschiedeten Entschließung zufolge „für unumgänglich“. Die Studie beziffert 5,1 Prozent aller Diözesanpriester als Missbrauchstäter, unter Ordenspriestern liegt diese Quote bei 2,1 Prozent, bei den ohne Zölibat lebenden Diakonen bei 1,0 Prozent.

Mit Blick darauf, dass die deutsche Bischofskonferenz bisher über allgemeine Willensbekundungen nicht hinausgekommen ist und auch in diesen Bekenntnissen weiterhin am Primat des Kirchenrechts – also ohne Kooperation mit der staatlichen Justiz – festhält, verlangt der Münchner Katholikenrat nun „ein Vorgehen, in dem wir gemeinsam, Klerus und Laien, Hauptamtliche und Ehrenamtliche, an einer Lösung all dieser Probleme arbeiten“.

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Cosmic Airburst May Have Wiped Out Part of the Middle East 3,700 Years Ago

Credit: Shutterstock
Some 3,700 years ago, a meteor or comet exploded over the Middle East, wiping out human life across a swath of land called Middle Ghor, north of the Dead Sea, say archaeologists who have found evidence of the cosmic airburst.

By Owen Jarus | SPACE.com

The airburst „in an instant, devastated approximately 500 km2 [about 200 square miles] immediately north of the Dead Sea, not only wiping out 100 percent of the [cities] and towns, but also stripping agricultural soils from once-fertile fields and covering the eastern Middle Ghor with a super-heated brine of Dead Sea anhydride salts pushed over the landscape by the event’s frontal shock waves,“ the researchers wrote in the abstract for a paper that was presented at the American Schools of Oriental Research annual meeting held in Denver Nov. 14 to 17. Anhydride salts are a mix of salt and sulfates.

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Blasphemische Szene an der Mailänder Scala?

Das berühmte Opernhaus sorgt wieder einmal für einen Skandal. Bei einem Verdi-Stück soll es eine Szene geben, bei der eine Marienstatue zerstört wird. Ein Bürgermeister fordert jetzt die Streichung der Szene

kath.net

Im Vorfeld der Eröffnung der Saison 2018-2019 gibt es an der berühmten Mailänder Scala wieder einmal Aufregung um eine geplante Vorstellung und Vorwürfe wegen Blasphemie. So soll die Saison mit Giuseppe Verdis „Attila“ am 7. Dezmber eröffnet werden. Dabei soll es unter der Verantwort von Regisseur Davide Livermore eine Szene geben, in der eine Marien-Statue zu Boden geworfen wird. Dies berichtet die „Presse“. Der Bürgermeister einer lombardischen Gemeinde appellierte jetzt in einem Schreiben an Scala-Intendanten Alexander Pereira, diese „blasphemische Szene“, die in einem Bordell stattfindet, zu streichen. Laut Presseberichten sieht man dabei eine Frau, die die Muttergottes-Statue in Wut zu Boden wirft. „Als Gläubiger und als Musiker fordere ich, dass diese blasphemische Szene gestrichen wird, die weder die Scala, noch Verdi, noch ganz Italien verdienen“, so der Bürgermeister.

Die Revolte des „Ultra-Volks“

Archivbild von den Protesten am 24. November in Paris. Bild: Bernard Schmid
Die Proteste der Gilets Jaunes sind nun deutlicher von Gewalt gezeichnet. Da die Regierung Macron erst jetzt damit anfängt, sie ernst zu nehmen, wird der politische Manövrierraum noch enger

Thomas Pany | TELEPOLIS

Macron hat ein Problem, von dem nicht wirklich klar ist, wie groß es sich noch auswachsen kann. Beim „dritten Akt“ der Proteste der Gilets Jaunes (Gelbe Warnwesten) nahmen zwar weniger teil als zum Auftakt – am Samstag, den 17. November, zählte man knapp 290.000, für den eben vergangenen Samstag gab das Innenministerium landesweit 136.000 Teilnehmer bekannt -, aber diese Zahlen sind nebensächlich geworden.

Innerhalb von vierzehn Tagen hat sich viel verändert. Wenn, wie am Wochenende geschehen, die Polizeigewerkschaft die „Verhängung des Ausnahmezustands“ fordert – was Innenminister Castaner auch nicht ausschließen wollte – und aus der Opposition (Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon) nach der Auflösung des Parlaments und damit Neuwahlen gerufen wird, wird sichtbar, dass sich das politische Gewicht und die Dimension der Warnwesten-Proteste verändert haben.

Sie sind kein Phänomen mehr, das nicht ernst genommen wird oder, indem man es in alte Schubladen (siehe Poujadismus) stopft, minimiert werden kann. Als Adresse der Proteste wird nun öfter die Verachtung herausgestellt, die die Regierung und die angeschlossenen Machtzentren der einfachen, schlecht verdienenden Bevölkerung angedeihen lässt.

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Der Teilchenbeschleuniger des Cern geht in die Wartungspause

Bild: LHC Genf
Das Teilchenforschungszentrum CERN hat am Montag den Large Hadron Collider heruntergefahren. Ihm stehen zwei Jahre Wartungsarbeiten bevor. Im Frühjahr 2021 soll er mit noch besserer Leistung wieder in Betrieb gehen.

Neue Zürcher Zeitung

Sechzehn Billiarden Protonenkollisionen, das ist die beeindruckende Bilanz der zweiten Betriebsphase des Large Hadron Collider (LHC), der ab Montag für eine zweijährige Wartungspause heruntergefahren wird. Der stärkste Teilchenbeschleuniger der Welt soll in dieser Zeit repariert und verbessert werden, um im Frühjahr 2021 mit noch höheren Energien wieder zu starten. Diese sollen noch mehr Teilchenkollisionen ermöglichen und damit allenfalls Einblick in sehr seltene Zerfallsereignisse oder gar eine neue Physik.

300 Millionen Gigabyte an Daten haben die Forschenden in dieser Betriebsphase seit 2015 gesammelt, so viel wie 1000 Jahre non-stop Video-Streaming, wie das Cern am Montag mitteilte.

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EKD fordert mehr religiöse Bildung an Schulen – Flüchtlingskinder liefern die Begründung

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Die evangelische Kirche hat Schulen dazu aufgefordert, religiöse Hintergründe von Migrantenkindern stärker zu berücksichtigen.

evangelisch.de

„Religion wird in pädagogischen Veröffentlichungen zur Beschulung von Geflüchteten zumeist nicht hinreichend reflektiert“, schreibt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, im Vorwort eines am Montag von der EKD veröffentlichten Papiers. Unter dem Titel „Religiöse Bildung in der migrationssensiblen Schule“ fordert die EKD zu mehr religiöser Bildung auf.

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Religionspädagoge Biesinger: Druck säkularer Eltern nicht nachgeben! – Pluralismus geht anders!

Bild: © KNA
Bundesweit nehme die Zahl der Kindergärten ab, die den heiligen Nikolaus oder das Weihnachtsfest in ihren Alltag einbezögen, warnt der Tübinger Theologe Albert Biesinger. Er ruft zum Widerstand auf.

katholisch.de

Der katholische Religionspädagoge Albert Biesinger ermuntert Kindertagesstätten zum Feiern des Nikolausfestes und von Weihnachten. Erzieherinnen dürften dem Druck säkularer Eltern nicht nachgeben, die christliche Feste ignorieren wollten, sagte Biesinger am Montag in Tübingen. Viele Eltern wollten „nicht so viel Religion“ für ihre Kinder. Teilweise gebe es sogar Diskussionen, „Gott aus der Kita ganz draußen zu lassen“. Muslimische Eltern hätten dagegen in der Regel weniger ein Problem damit, wenn religiöse, also vor allem christliche Feste gefeiert würden.

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