Unmengen Resistenzgene in unserer Darmflora


In unserem Darm leben inzwischen viele resistente Bakterien. © Eraxion/ thinkstock
Resistente Mitbewohner: In unserem Darm leben inzwischen überraschend viele gegen Antibiotika resistente Bakterien. Forscher haben über 6.000 Gene identifiziert, die diese Mikroben immun gegen gängige Wirkstoffklassen machen. Zwar sind die meisten Keime mit solchen Resistenzgenen harmlos. Über kurz oder lang könnten sie ihre Resistenzen aber auch an potenziell krankmachende Untermieter in unserem Darm übertragen, wie das Team im Fachmagazin „Nature Microbiology“ warnt.

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Das Problem der Antibiotika-Resistenzen greift weltweit immer weiter um sich. Viele Bakterien, darunter der berüchtigte Krankenhauskeim MRSA, sind inzwischen gegen gleich mehrere Wirkstoffklassen immun. Das hat fatale Folgen: Allein in Europa starben im Jahr 2015 rund 33.000 Menschen an den direkten Folgen einer Infektion mit resistenten Keimen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass die Zahl der resistenzbedingten Todesfälle weltweit bei etwa 700.000 pro Jahr liegt.

Bekannt ist, dass Bakterien ihre gefährlichen Resistenzen an ihre eigenen Nachkommen weitergeben. Darüber hinaus können die entsprechenden Gene aber auch an andere Stämme und Arten transferiert werden. Solche Resistenzgene wurden unter anderem bereits in Böden, im Küstenschlamm von Meeren und in der Stadtluft nachgewiesen.

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