Warum es richtig ist, auch greise NS-Mörder vor Gericht zu stellen


KZ Auschwitz, Einfahrt. Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA 3.0
Ein aus Rechtsgründen nur als Hans H. bekannter, heute 95-Jähriger, der in einer SS-Einheit in Mauthausen, dem größten Konzentrationslager in Österreich diente, steht nun unter Anklage wegen Beihilfe zum Mord in 36.000 Fällen.

Von Tina Adcock | mena-watch

Von 1944 bis 1945 ging Hans H. seiner Beschäftigung in der nationalsozialistischen Mordmaschinerie nach. Jetzt wird er angeklagt, Lagerinsassen während der Märsche von der 20 km entfernten Stadt Linz zum Konzentrationslager sowie während ihrer Haft, bewacht zu haben. In dem einjährigen Zeitraum seiner Arbeit in Mauthausen fanden mindestens 36.223 Menschen den Tod, die meisten durch Vergasung aber auch durch sogenannte „Todbadeaktionen“, Injektionen, Erschießungen, Hunger und Erfrieren. Während der genannten Bäder wurden die Häftlinge so lange kalt abgeduscht, bis ihr Kreislauf kollabierte oder sie an Unterkühlung starben. Bei den Injektionen ins schlagende Herz handelte es sich um Gemische aus Benzin und Magnesiumchlorat welche den Tod zur Folge hatten.

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