Türkische Religionsbehörde Diyanet: Steuergeld für Koran-Kurse und islamische „Aufklärung“

Mitten in der Wirtschaftskrise erhöht die Regierung in Ankara das Budget der Religionsbehörde Diyanet um 36 Prozent. Auf der anderen Seite wird das Wissenschaftsbudget um mehr als die Hälfte gekürzt. Säkulare Türken sind außer sich.

DOMRADIO.DE

Die Debatte ist nicht neu, und doch sind säkulare Türken verärgert. Grund ist Ankaras Haushaltsplan für das nächste Jahr. Demnach soll die türkische Religionsbehörde statt bisher 7,7 Milliarden Lira (rund 1,3 Milliarden Euro) nun 10,5 Milliarden (1,75 Milliarden Euro) bekommen – ein Plus von 36 Prozent. Die deutliche Erhöhung sorgt umso mehr für Unmut, da sich das Land in einer Wirtschaftskrise befindet und alle übrigen Ministerien sparen müssen.

So wurde etwa das Wissenschaftsbudget um 56 Prozent gekürzt. Die staatliche Religionsbehörde bekommt künftig fünfmal so viel Geld wie der Geheimdienst und sechsmal so viel, wie für das türkische Parlament vorgesehen ist.

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Umfrage unter Juden – Angst vor wachsendem Antisemitismus

Bild: bb
89 Prozent der Juden in Europa haben laut einer Umfrage den Eindruck, dass Antisemitismus seit 2013 zugenommen hat. Viele berichten von Belästigungen oder Übergriffen. Die EU will nun Maßnahmen ergreifen.

tagesschau.de

Ein Großteil der Juden in Europa ist einem Medienbericht zufolge besorgt über einen wachsenden Antisemitismus. Die „Bild“-Zeitung berichtet über eine neue Umfrage der Europäischen Grundrechte-Agentur FRA, in der 89 Prozent der befragten Juden aus zwölf EU-Ländern erklärt hätten, dass der Antisemitismus in ihrem Land seit 2013 zugenommen habe.

85 Prozent der Befragten sehen Antisemitismus demnach als derzeit größtes Problem in ihren Ländern an. 38 Prozent trügen sich mit dem Gedanken, auszuwandern. 28 Prozent gaben an, im vergangenen Jahr antisemitisch belästigt oder angegriffen worden zu sein. An der Umfrage nahmen 16.395 Menschen aus zwölf EU-Ländern teil, die insgesamt 96 Prozent der jüdischen Bevölkerung in der Europäischen Union abdeckten. Eine erste FRA-Studie zum Antisemitismus in Europa war 2013 veröffentlicht worden.

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Ambivalentes Verhältnis zum Patriarchat

Foto: Pixabay.com / Websi
Doris Strahm, eine feministische Theologin aus der Schweiz, ist letzte Woche (19. November, Anm. d. Red.) mit fünf weiteren prominenten linken Frauen medienwirksam aus der katholischen Kirche ausgetreten.

Von Giordano Brunello | RDF

In Deutschland und in Österreich dürfte man sie vermutlich außer in Fachkreisen kaum kennen, was für die weitere Lektüre dieses Blogs keine Rolle spielt, zumal ähnliche Kuriositäten, die ich heute ansprechen möchte, sich auch in unseren beiden Nachbarländern abspielen dürften und wohl auch anderswo in der westlich geprägten Welt. Doris Strahm ist jedenfalls schweizweit bekannt unter dem Stichwort „interreligiöser Dialog“, hat diverse Bücher und Aufsätze hauptsächlich in diesem Themenbereich geschrieben, hatte mehrere Lehraufträge und ist die Mitbegründerin des „interreligiösen Think-Tanks“ „IG feministische Theologinnen“. In ihrer gemeinsamen Medienmitteilung, in welcher sie insbesondere die rigide Abtreibungspolitik der katholischen Kirche kritisierten und sich dabei auf die jüngste Äußerung von Papst Franziskus bezogen, wonach Abtreibung Auftragsmord sei, schrieben die sechs Frauen:

„(…) Die Frauenfeindlichkeit hat in der römisch-katholischen Klerikerkirche seit Jahrhunderten System. Zölibatäre Kirchenmänner bestimmen über den Körper und die Sexualität der Frau, vertreten eine rigide und menschenfeindliche Sexualmoral (…)“.

Weiter schrieben sie:

„(…) Einem solchen System wollen wir als Feministinnen nicht länger angehören: Unsere Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Und wie sich zeigt, ist auch unter Papst Franziskus nicht zu erwarten, dass sich dieses patriarchale System vielleicht doch noch ändern könnte. (…)“

Und sie schlossen mit den Worten:

„(…) Doch den römisch-katholischen Machtapparat mit seiner patriarchalen Theologie wollen wir mit unserer Mitgliedschaft nicht länger unterstützen. Wir gehen.“

Gegenstand meines heutigen Blogs ist nicht der Kirchenaustritt dieser Frauen, sondern die islamapologetische Haltung Doris Strahms sowie eine Aussage aus einem Aufsatz, die mir ganz besonders auffiel. Nachdem Doris Strahm wegen des Patriarchats der katholischen Kirche, dessen Existenz ich selbstverständlich niemals bestreiten würde, ausgetreten war, wollte ich natürlich ihre Auffassungen über den Islam erfahren. Da sie sich als eine „feministische Theologin“ bezeichnet und sie und ihre Mitstreiterinnen politisch links stehen, hatte ich natürlich eine ganz konkrete und teilweise auch von Vorurteilen geprägte Erwartung, die allerdings nicht wirklich zu meiner großen Überraschung in jeder Hinsicht erfüllt wurde: Doris Strahm hat meines Erachtens eine überaus verharmlosende und in jeder Hinsicht wohlwollende Haltung gegenüber dem Islam. Dass das Patriarchat im Islam ein Wesensmerkmal ist und jenes der von ihr vielgescholtenen katholischen Kirche geradezu harmlos erscheinen lässt, würde sie in ihrer ganz grundsätzlich islamapologetischen Haltung so nicht stehen lassen.

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Bryan Fischer: Dinosaurs Went Extinct – Because Plants Died Out After Noah’s Flood

During the „Focal Point“ show, Bryan Fischer, the American Family Association’s radio host, gave listener’s an education on how dinosaurs went extinct. Fischer asserted that “you had little tiny dinosaurs on the Ark,” but they didn’t survive after the flood receded because all of the vegetation had been destroyed.

By Atheist Republic

China bricht zur Rückseite des Mondes auf

Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch 3B» hob am Samstag vom Raumfahrtbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ab, um die Mondsonde «Chang’e 4» mit einem Roboterfahrzeug an Bord auf die Rückseite des Mondes zu schicken. (Bild: Reuters / China Stringer)
Das Landemodul verfügt über einen Empfänger für niedrige Radiofrequenzen. Astronomen hoffen auf neue Erkenntnisse über die Entstehung der Sterne. Zudem hat die Mondsonde «Chang’e 4» Saatgut geladen, mit dem geprüft werden soll, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist.

Neue Zürcher Zeitung

China ist als erste Weltraumnation zu einer Reise auf die Rückseite des Mondes aufgebrochen. Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch 3B» hob am Samstag vom Raumfahrtbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ab, um die Mondsonde «Chang’e 4» mit einem Roboterfahrzeug an Bord in Richtung des Erdtrabanten zu schicken.

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Frankreich: Die Gewalt der verunsicherten Staatsmacht

Polizisten der CRS (Compagnies Républicaines de Sécurité; deutsch Sicherheitskompanien der Republik). Archivbild (2007): David Monniaux / CC BY-SA 3.0
„Schüler auf Knien vor der Polizei“ – kurz vor dem 4. Akt der Proteste der Gelben Westen sorgen Videos mit polizeilichen Gewaltakten für den nächsten Wirbel

Thomas Pany | TELEPOLIS

Sechs Fußballmatches der ersten Liga wurden abgesagt. Das mag als weniger wichtig erscheinen angesichts dessen, was es sonst an Ereignissen zu den Protesten in Frankreich zu melden gäbe. Aber wenn das Milliardengeschäft der größten Unterhaltungsbranche derart durcheinandergebracht wird, dass schon über der Absage eines ganzen Spieltags diskutiert wird, so ist das ein weiteres Zeichen dafür, dass die Alarmstufe im Nachbarland mittlerweile auf glühend rot steht.

Wer hätte bei der ersten Ankündigung der Proteste der Gelben Westen Mitte November gedacht, dass sie das ganze Land derart erfassen können? Die Nervosität ist, wie nicht nur Medienberichten, sozialen Netzwerken, sondern auch Gesprächen mit Franzosen zu entnehmen ist, sehr groß.

Alle Aufmerksamkeit ist auf die Proteste am kommenden Samstag ausgerichtet. Befürchtet wird einerseits, dass es zu einem gewalttätigen „Showdown“ zwischen den extremistischen Krawalltruppen und der riesigen Menge an Einsatzbeamten kommen könnte. 89.000 Polizisten und andere Ordnungskräfte werden mobilisiert. Dazu ist immer wieder die Rede davon, dass auch die Armee bereitstehen würde.

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Staatstrojaner: Verfassungsbeschwerde gegen Baden-Württembergs Regelung

Auch Baden-Württemberg hat ein überarbeitetes Polizeigesetz und erlaubt den Staatstrojaner. Darüber soll nun Karlsruhe entscheiden.

Von Martin Holland | heise online

Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) hat gemeinsam mit mehreren Unterstützern eine Verfassungsbeschwerde gegen Baden-Württembergs überarbeitetes Polizeigesetz eingelegt und konzentriert sich dabei auf die Regelung zum Staatstrojaner. Dafür würden IT-Sicherheitslücken ausgenutzt, bei denen die Ermittler deswegen das Interesse hätten, dass diese nicht von den Herstellern geschlossen werden. Solange solche Lücken nur der Polizei, nicht aber den Herstellern bekannt seien, könnten auch Cyberkriminelle darauf zugreifen. Das sei unvereinbar mit dem Schutzauftrag des Staates gegenüber den Bürgern.

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Bistum Speyer zu Gespräch bei Staatsanwaltschaft Zweibrücken: Umgang mit Verdachtsfällen

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Mit der Generalstaatsanwaltschaft Zweibrücken haben Vertreter des Bistums Speyer über Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche gesprochen. Dabei informierte Generalvikar Andreas Sturm über den Umgang mit Verdachtsfällen.

DOMRADIO.DE

Das teilte die Diözese am Freitag mit. Seit Inkrafttreten der Bischöflichen Leitlinien 2010 zeigt das Bistum demnach Hinweise auf sexuellen Missbrauch bei der Staatsanwaltschaft an. Zudem wurde die Präventionsarbeit intensiviert, wie Sturm sagte.

Am 20. Dezember ist ein Treffen mit der Generalstaatsanwaltschaft Saarbrücken geplant. Das Bistum Speyer umfasst den südlichen Teil von Rheinland-Pfalz und den Saarpfalz-Kreis im Saarland.

Here’s the Truth Behind a NASA Document on Aliens Visiting Earth

NO REUSE – UFO – Flying Saucer Credit: Corbis via Getty Images
Fox News published a startling article Monday (Dec. 3) with the headline „NASA scientist says Earth may have been visited by aliens.“

By Rafi Letzter | SPACE.com

Unsurprisingly, that news rocketed around the web, with similar articles soon turning up in the New York Post, Russia Today and The Daily Wire. (Fox appears to have been the first major U.S. news source to run with the story.)

These articles are based ona document on NASA’s website by Silvano Colombano, a researcher at NASA’s Ames Research Center in Mountain View, California. It really does argue that scientists should at least take seriously the notion that aliens may have visited planet Earth. But Colombano told Live Science that the coverage on Fox News and elsewhere misrepresented what he was trying to say when he wrote it.

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USA: Gewaltige Öl- und Gasvorkommen entdeckt

Fracking-Anlage in den USA. Ein neu entdecktes Öl- und Gasfeld könnte dank dieser Technik künftig enorme Mengen Rohstoffe liefern. © grandriver/ iStock
Erdöl und Erdgas in rauen Mengen: In den USA haben Geologen ein riesiges neues Vorkommen von Öl und Gas entdeckt. Das Feld liegt an der Grenze der US-Bundesstaaten Texas und New Mexico und enthält rund 6,5 Milliarden Tonnen Erdöl und knapp acht Billionen Kubikmeter Erdgas – das ist mehr als das zehnfache der aktuellen Jahresölfördermenge der USA. Die Ressourcen sind mit Fracking und neue Bohrtechniken förderbar, wie der US Geological Survey berichtet.

scinexx

In den letzten Jahren haben sogenannte unkonventionelle Fördertechniken viele Öl- und Gasvorkommen zugänglich gemacht, die früher nicht oder zumindest nicht lohnend abbaubar gewesen wären. Vor allem das umstrittene Fracking hat in den USA zu einem wahren Boom der Erdöl- und Gasförderung geführt. Dabei wird mit hohem Druck ein Fracking-Fluid aus Wasser, Sand und verschiedenen chemischen Zusätzen ins Gestein gepresst. Dabei entstehen Risse, durch die Öl und Gas ausströmen und gefördert werden können.

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US-Bischöfe können Mörder nicht vor elektrischem Stuhl retten: Zunehmendes Tempo bei Hinrichtungen

Themenbild.

Eine „wachsende Missachtung menschlichen Lebens“: Die Bischöfe der drei katholischen Diözesen im Bundesstaat Tennessee haben sich erfolglos gegen die Hinrichtung von David Miller gestemmt.

DOMRADIO.DE

Die Bischöfe Richard Stika und Mark Spalding sowie Erzbischof Joseph Kurtz hatten an die Justiz appelliert, den geständigen Mörder nicht auf dem elektrischen Stuhl hinzurichten. Sie forderten eine „schwere Strafe“, nicht aber die Tötung des 61-Jährigen.

Kein Weg zur Gerechtigkeit

Miller hatte im Mai 1981 eine 23-jährige geistig behinderte Frau ermordet und saß seitdem in der Todeszelle. Das Todesurteil wurde am späten Donnerstagabend (Ortszeit) in einem Hochsicherheitstrakt in Nashville vollstreckt.

Die Todesstrafe sei kein Weg zur Gerechtigkeit. Vielmehr trage sie zu einer „wachsenden Missachtung menschlichen Lebens bei“, heißt es in der Erklärung der Bischöfe. Darin sprechen sie auch das zunehmende Tempo bei Hinrichtungen in Tennessee an. Bis 2020 sollen dort demnach sechs weitere Todesurteile vollstreckt werden. Miller war der zweite Straftäter, der binnen weniger Wochen hingerichtet wurde.

Zwei Gasriesen mit Heliumschweif

Künstlerische Darstellung des Exoplaneten WASP-69b (rechts), der unter dem Einfluss der Strahlung der Sonne (links) seine Heliumatmosphäre verliert. (Bild: Gabriel Perez Diaz (IAC))
Genfer Forschende beschreiben mit Kollegen einen Exoplaneten, dessen aufgeheizte Atmosphäre mit Helium geradezu aufgepumpt ist wie ein Ballon. Das Gas wird dabei von der Strahlung des nahen Sterns davon geblasen – mit 10’000 Kilometern pro Stunde.

Neue Zürcher Zeitung

Auf der Erde ist es zwar selten, aber im Universum ist Helium das zweithäufigste Element nach Wasserstoff. Seit dem Jahr 2000 gilt das Edelgas als einer der bestmöglichen Indikatoren einer Atmosphäre um Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems – zumindest in der Theorie. Der tatsächliche Nachweis gelang Astronomen aber erst vor Kurzem. Und nun berichtet ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Genf im Fachblatt «Science» von einem Exoplaneten, dessen Atmosphäre geradezu aufgepumpt ist mit Helium, wie ein Ballon.

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Systematischer Missbrauch an Ordensfrauen – Vatikan ermittelt

Bild: ©KNA
Unfassbare Vorwürfe: In einem chilenischen Kloster sollen Ordensfrauen systematisch von Priestern sexuell missbraucht worden sein. Wer sich gewehrt habe, sei von der Ordensleitung bestraft und ausgeschlossen worden. Jetzt greift der Vatikan ein.

katholisch.de

In Chile untersucht der Vatikan den Verdacht eines systematischen Missbrauchs von Ordensfrauen. Die Ordenskongregation im Vatikan bestätigte am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), man habe zwei Ermittler in die Gemeinschaft der Schwestern vom Guten Samaritaner im zentralchilenischen Bistum Talca entsandt.

Bei den Vorwürfen geht es laut Medienberichten um sexuelle Übergriffe durch Priester. Ordensfrauen, die sich gewehrt hätten, seien von der Ordensleitung bestraft und ausgeschlossen worden. Eine ehemalige Angehörige der diözesanen Gemeinschaft gab an, sie sei gezwungen worden, ihre Anschuldigungen bei ihrem Peiniger zu beichten.

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Pest infizierte schon Steinzeit-Europäer

Yersinia pestis: Der Erreger der Pest befiel schon Steinzeit-Europäer. © CDC
Steinzeitliche Seuche: Der Erreger der Pest befiel schon die Europäer der Steinzeit. Forscher haben im Erbgut einer vor rund 5.000 Jahren verstorbenen Schwedin Spuren eines bisher unbekannten Peststamms entdeckt. Es handelt sich damit um den ältesten belegten Pestfall überhaupt. Die Entdeckung dieses Erregers wirft nun auch ein neues Licht auf das rätselhafte Schicksal vieler steinzeitlicher Siedlungen im Westen Eurasiens, wie die Autoren im Fachmagazin „Cell“ berichten.

scinexx

Die Pest hat im Laufe der Geschichte immer wieder verheerende Seuchen ausgelöst: Im 6. Jahrhundert wütete die sogenannte Justinianische Pest, im Mittelalter ging der Yersinia pestis-Erreger als der „Schwarze Tod“ in Europa um. Auch heute noch bedroht die Krankheit Bevölkerungsgruppen auf der ganzen Welt – erst im vergangenen Jahr brach sie etwa in Madagaskar aus. „Die Pest ist eines der tödlichsten Bakterien, die den Menschen jemals bedroht haben“, sagt Simon Rasmussen von der Universität Kopenhagen.

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In der Schule des Unglaubens

Die Aufklärung glaubte an die Macht der Pädagogik. Darum setzte Diderot alles daran, seine Zeit vom Atheismus zu überzeu… Foto: IN
Diderot-Dialog erstmals in deutscher Sprache: Elegant geschriebene Kritik am Christentum.

Von Urs Buhlmann | Die Tagespost

Als unschuldiges, hübsch in hellblau eingebundenes Heftchen – ja, es gibt noch Fadenheftung – kommt der schmale Band daher, doch der Inhalt hat es in sich. Denis Diderot (1713–1784), uns als Enzyklopädie-Mitbegründer und Heros der französischen Aufklärung vor der Großen Revolution bekannt, ist auch selber literarisch hervorgetreten, verstand sich wohl in erster Linie als moralphilosophisch geprägter Schriftsteller. Ein lebender deutscher Kollege von ihm, Hans Magnus Enzensberger, der sich schon mehrfach mit Diderot beschäftigt hat und der der vorliegenden Ausgabe ein kleines Nachwort spendiert hat, fungiert als Übersetzer und Herausgeber der zum ersten Mal auf Deutsch zugänglichen Salon-Unterhaltung zwischen der frommen Frau eines französischen Militärs und dem Philosophen Crudeli, bekannt als Mann ohne Glauben. Das kleine Stück – es war wohl ursprünglich für das Theater gedacht – stammt aus dem Jahr 1774 und ist eine leichtfüßige Unterhaltung über die Beziehung von Glauben und Moral, in der Diderot (der sich natürlich hinter Crudeli verbirgt) mit Scharfsinn und Witz der gottesfürchtigen Marschallin vor Augen führen will, dass nicht an Gott glauben muss, wer als anständiger Mensch leben will.

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