Frankreich: Die Gewalt der verunsicherten Staatsmacht


Polizisten der CRS (Compagnies Républicaines de Sécurité; deutsch Sicherheitskompanien der Republik). Archivbild (2007): David Monniaux / CC BY-SA 3.0
„Schüler auf Knien vor der Polizei“ – kurz vor dem 4. Akt der Proteste der Gelben Westen sorgen Videos mit polizeilichen Gewaltakten für den nächsten Wirbel

Thomas Pany | TELEPOLIS

Sechs Fußballmatches der ersten Liga wurden abgesagt. Das mag als weniger wichtig erscheinen angesichts dessen, was es sonst an Ereignissen zu den Protesten in Frankreich zu melden gäbe. Aber wenn das Milliardengeschäft der größten Unterhaltungsbranche derart durcheinandergebracht wird, dass schon über der Absage eines ganzen Spieltags diskutiert wird, so ist das ein weiteres Zeichen dafür, dass die Alarmstufe im Nachbarland mittlerweile auf glühend rot steht.

Wer hätte bei der ersten Ankündigung der Proteste der Gelben Westen Mitte November gedacht, dass sie das ganze Land derart erfassen können? Die Nervosität ist, wie nicht nur Medienberichten, sozialen Netzwerken, sondern auch Gesprächen mit Franzosen zu entnehmen ist, sehr groß.

Alle Aufmerksamkeit ist auf die Proteste am kommenden Samstag ausgerichtet. Befürchtet wird einerseits, dass es zu einem gewalttätigen „Showdown“ zwischen den extremistischen Krawalltruppen und der riesigen Menge an Einsatzbeamten kommen könnte. 89.000 Polizisten und andere Ordnungskräfte werden mobilisiert. Dazu ist immer wieder die Rede davon, dass auch die Armee bereitstehen würde.

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