US-Bischöfe können Mörder nicht vor elektrischem Stuhl retten: Zunehmendes Tempo bei Hinrichtungen


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Eine „wachsende Missachtung menschlichen Lebens“: Die Bischöfe der drei katholischen Diözesen im Bundesstaat Tennessee haben sich erfolglos gegen die Hinrichtung von David Miller gestemmt.

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Die Bischöfe Richard Stika und Mark Spalding sowie Erzbischof Joseph Kurtz hatten an die Justiz appelliert, den geständigen Mörder nicht auf dem elektrischen Stuhl hinzurichten. Sie forderten eine „schwere Strafe“, nicht aber die Tötung des 61-Jährigen.

Kein Weg zur Gerechtigkeit

Miller hatte im Mai 1981 eine 23-jährige geistig behinderte Frau ermordet und saß seitdem in der Todeszelle. Das Todesurteil wurde am späten Donnerstagabend (Ortszeit) in einem Hochsicherheitstrakt in Nashville vollstreckt.

Die Todesstrafe sei kein Weg zur Gerechtigkeit. Vielmehr trage sie zu einer „wachsenden Missachtung menschlichen Lebens bei“, heißt es in der Erklärung der Bischöfe. Darin sprechen sie auch das zunehmende Tempo bei Hinrichtungen in Tennessee an. Bis 2020 sollen dort demnach sechs weitere Todesurteile vollstreckt werden. Miller war der zweite Straftäter, der binnen weniger Wochen hingerichtet wurde.