Philosophie des Gehens: Wer zu Fuss geht, ist Anarchist


«Gehen ist eine Zeitmaschine»: Erling Kagge, 55, ist zu Fuss unterwegs in Oslo. (Bild: Frode Hansen / NTB Scanpix Norway / Keystone)
Der Norweger Erling Kagge meditiert über das Gehen im Freien. Mit seiner Weisheitsliteratur trifft er einen Nerv der Zeit.

Von Martina Läubl | NZZamSonntag

Eigentlich wäre es ganz einfach. Man müsste nur die Schuhe anziehen und losgehen. Hinaus, weg, in die Weite. Kein Ziel erreichen, sondern einfach einen Fuss vor den anderen setzen, bis nichts anderes mehr zählt als der nächste Schritt. Erling Kagge tut das immer wieder, stunden-, tage- und wochenlang. Für den 55-jährigen Norweger ist Gehen eine Quelle der Energie, auch wenn es ihn zwischendurch an den Rand der Erschöpfung bringt.

Er erreichte zu Fuss den Nordpol und den Südpol und bestieg den Mount Everest. Ausserdem gründete er einen Verlag, sammelt Kunst und schreibt Bücher, in denen sich seine vielfältigen Erfahrungen niederschlagen. «Stille. Ein Wegweiser» wurde im vergangenen Jahr zum Bestseller.

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