Kein Klimaschutz in einer Welt der Ungleichheit


Grafik: TP
Die globale Erwärmung kann nur zusammen mit Armut und Ungleichheit erfolgreich bekämpft werden. Ein Kommentar

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Es hat sich offensichtlich viel Wut in Frankreichs Bevölkerung angestaut. In einer Situation, in der viele kaum noch wissen, wie sie mit ihrem Einkommen bis zum Monatsende durchkommen können, war eine Mineralölsteuererhöhung offenbar der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Entwicklung der Proteste zeigt allerdings, dass es um mehr, um viel mehr geht.

Dabei scheint es aus deutscher Sicht beim Blick auf die französischen Nöte fast, als schaue man in einen Spiegel. Auch hier wurde die Vermögenssteuer abgeschafft, während viele Arbeiter und Angestellte nur noch Armutsrenten erwarten können. Auch hier weiß das Millionenheer der Aufstocker, Minijobber und Arbeitslosen kaum, wie es mit dem kärglichen Geld alle Rechnungen bezahlen und auch am Monatsende noch den Kühlschrank füllen soll.

Der Blick in den Spiegel verrät allerdings noch etwas anderes: Klimaschutz wird nicht gelingen, wenn er autoritär den benachteiligten Bevölkerungsschichten aufgezwungen werden soll. Diese Strategie ist vielmehr eine Garantie dafür, die Klimaschutzpolitik gegen die Wand zu fahren.

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