Überlegungen zur Frage „Staat ohne Gott?“: Verfassungsrechtler diskutieren


Wie neutral muss ein Staat in Bezug auf Weltanschauungen heute sein? Und passt da am Ende noch Gott in die Präambel der Verfassung? Darüber tauschten sich nun in Bayern zwei Verfassungsrechtler aus – kontrovers und teilweise klärend.

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„Der säkulare Staat“ – so wollte Horst Dreier sein aktuelles Buch nennen, in dem der Würzburger Verfassungsrechtler eine streitbare Analyse über Religion in der säkularen Moderne abliefert.

„Viel zu langweilig“, habe das Urteil des Verlags gelautet. Am Ende kam der Titel „Staat ohne Gott“ heraus. Für den setzte sich der Jurist noch einmal hin und schrieb eine einordnende Einleitung für seine Thesen. Denn eine „Streitschrift für einen kämpferischen Atheismus“ sollte es bewusst nicht sein, wie er am Montagabend in München versicherte.

Wachsendes Neutralitätsgebot?

Die Katholische Akademie in Bayern hatte den Titel, wenngleich mit einem Fragezeichen versehen, aufgegriffen und ihn zum Anlass für ein Streitgespräch mit dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof genommen. Heraus kam ein zivilisiertes Fachgespräch auf hohem Niveau, bei dem beide Seiten durchaus Einschätzungen teilten, Gegensätze benannten und diese teilweise klären konnten.

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