Zwei fehlgeleitete Satelliten lassen Forscherherzen höher schlagen


Die Bahnen der ersten sechs Galileo-Satelliten: Die ersten vier Satelliten laufen auf Kreisbahnen (grün) um die Erde. Der fünfte und der sechste Satellit landeten hingegen auf elliptischen Bahnen (rot), die seither leicht korrigiert wurden (blau).(Bild: Galileo GNSS)
Eigentlich waren die Satelliten Galileo 5 und Galileo 6 für die Satellitennavigation vorgesehen. Doch ein Missgeschick machte den Satellitenbetreibern einen Strich durch die Rechnung. Jetzt haben Forscher aus der Not eine Tugend gemacht.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Der 22. August 2014 war für die europäische Raumfahrt ein rabenschwarzer Tag. Eine russische Sojus-Rakete sollte zwei neue Satelliten für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo im Weltraum aussetzen. Doch wegen einer Panne erreichten die beiden Satelliten nicht die vorgesehene Umlaufbahn. Statt auf einer Kreisbahn umrunden sie die Erde auf einer (inzwischen leicht korrigierten) elliptischen Bahn. Damit sind sie für die Satellitennavigation nicht oder bestenfalls sehr eingeschränkt zu gebrauchen.

Verlangsamte Uhren

Für die Grundlagenforschung hat sich das kostspielige Desaster allerdings als Glücksfall erwiesen. In der Fachzeitschrift «Physical Review Letters» berichten zwei Teams von europäischen Forschern, dass sie mithilfe der beiden Galileo-Satelliten die gravitative Rotverschiebung so genau wie noch nie vermessen haben.

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