Zwei Christen in Pakistan wegen Blasphemie zum Tod verurteilt

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Wenige Wochen nach dem Freispruch für Asia Bibi sind in Pakistan zwei christliche Brüder wegen Blasphemie zum Tode verurteilt worden. Ihnen war vorgeworfen worden, „gotteslästerliches Material“ auf ihrer Internetseite veröffentlicht zu haben.

katholisch.de

In Pakistan sind nach Angaben einer britischen Hilfsorganisation zwei christliche Brüder wegen Blasphemie zum Tod verurteilt worden. Es handele sich um zwei verheiratete Männer namens Qasim und Amoon, teilte das in Southall ansässige Centre for Legal Aid Assistance and Settlement (CLAAS) mit. 2011 wurden sie den Angaben zufolge beschuldigt, gotteslästerliches Material auf ihre Internetseite gestellt zu haben. Die beiden Brüder seien zunächst ins Ausland geflohen, bei ihrer Rückkehr 2014 jedoch verhaftet worden.

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Wissenschaftler warnen vor Zurückbleiben Deutschlands in der Genommedizin

/Thomas, stock.adobe.com
Die „TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung“ hat davor gewarnt, dass Deutschland bei der Genommedizin „massiv den Anschluss“ verliert.

aerzteblatt.de

„Zwar ist die Genomforschung bei uns durch einige Leuchtturmeinrichtungen sehr gut aufgestellt, aber sie findet nicht den Weg in die breite Anwendung der Patientenversorgung“, sagte der TMF-Vorstandsvorsitzende Michael Krawczak anlässlich eines TMF-Workshops mit rund 100 Genomics-Experten gestern in Berlin.

Die Genomik ermöglicht es bekanntlich mittlerweile, nicht nur einzelne Gene zu analysieren, sondern das vollständige Genom beziehungsweise alle aktiven Gene in den Blick zu nehmen. Dies ist für die Diagnostik, Prävention und Behandlung von Erkrankungen im Sinne einer personalisierten Medizin unabdingbar. Durch die Sequenzierung des gesamten Genoms können medikamentöse Therapien gezielt auf die genetische Beschaffenheit des Tumors zugeschnitten werden. So eröffnen sich spezifischere und effizientere Behandlungsoptionen für die betroffenen Patienten.

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Missbrauch: Erzapostel schließt sich Forderungen der kfd an

Bild: © fxn/katholisch.de
Deutschlandweit hatten katholische Frauen bei Klageandachten von Bischöfen gefordert, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern. Einige Bischöfe signalisierten ihre Unterstützung.

katholisch.de

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat auf die Forderungen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) nach mehr Transparenz beim Thema sexueller Missbrauch reagiert. Er nehme die Forderungen, Licht in das Dunkel der Missbrauchsfälle zu bringen, verkrustete Machtstrukturen abzuschaffen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und über die kirchliche Sexualmoral nachzudenken, gerne auf, erklärte Burger. Er habe in der Erzdiözese Freiburg bereits erste Schritte dazu in die Wege geleitet, teilte das Erzbistum mit.

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Mehr als die Hälfte aller Sprachen in Gefahr

Rund um den Globus sterben Sprachen. © Pepifoto/ istock
Auf der linguistischen Roten Liste: Mehr als die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen drohen in naher Zukunft zu verschwinden – und damit ein wertvoller Teil unseres kulturellen Gedächtnisses. Allein 600 dieser insgesamt rund 3.660 gefährdeten Sprachen könnten sogar schon in wenigen Jahren vollständig ausgestorben sein. Denn sie werden nur noch gelegentlich von der Großeltern-Generation gesprochen, wie Forscher berichten.

scinexx

Die Kommunikation durch Sprache macht den Menschen einzigartig – und es gibt wohl nichts, das uns so sehr prägt wie die eigene Muttersprache. Sie ist nicht nur das erste, was wir als Kinder zu hören bekommen. In ihr spiegeln sich auch unser Wissen und unsere Wahrnehmung wieder und damit ein Teil unserer Kultur.

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Anthropozän: Wie die Menschheit sich im Brathähnchen symbolisiert

Bild: USDA
Wissenschaftler versuchen zu zeigen, warum das Brathähnchen seit der industriellen Massentierhaltung ab den 1950er Jahren die anthropogene Umgestaltung der Biosphäre am besten demonstriert

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Britische Geologen und Archäologen haben das Mast- oder Brathähnchen (Broiler) zum Symbol des Anthropozäns erhoben. Gallus gallus domesticus zeige in seinen morphologischen Unterschieden zu verwandten Arten und durch seine Masse, wie der Mensch die Erde und das Leben auf ihr durch die Ausbeutung der Ressourcen und die Veränderung der Ernährung verändere. Ob man nun groß etwas an Erkenntnis gewonnen hat, das Masthuhn als herausragendes „Zeichen einer umgebauten Biosphäre“ für künftige Archäologen darzustellen, kann man dahingestellt lassen. Aber es ist schon beeindruckend und erschreckend, was die Wissenschaftler über die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Industriealisierung der Tierzucht anhand des Masthähnchens und dessen Entwicklung herausgearbeitet haben. Mit der Vermehrung der Nutztiere schwindet die Artenvielfalt und die Zahl der wilden Tiere.

Von den Masthähnchen gibt es mittlerweile mehr als alle anderen Vögel zusammen, auch sehr viel mehr als alle anderen gezüchteten Vögeln (Gänse 0,3 Milliarden, Enten 1,1 Milliarden) oder anderen Haustieren. Geschätzte 65,8 Milliarden Hähnchen wurden im Jahr 2016 geschlachtet. Der Unterschied zu Schweinen – 1,5 Milliarden – und Rindern – 0,3 Milliarden – ist beachtlich. Auch was die Tonnen an Fleisch angeht, werden die Hühner bald Schweine (120 Millionen Tonnen) übertreffen. Die Wissenschaftler schreiben allerdings in ihrem Artikel, der im Journal Royal Society Open Science erschienen ist, dass weitaus mehr Hähnchen geschlachtet werden könnten, als die geschätzt Menge. Die Lebensspanne der Hähnchen vor dem Schlachten betrage gerade einmal 5-7 Wochen – eierlegende Hühner würden hingegen ein Jahr durchschnittlich leben. Das frühe Ende von beiden hat mit wirtschaftlichen Überlegungen zu tun. Jedenfalls soll es permanent um die 22,7 Milliarden lebende Hähnchen geben. Wenn deren Lebensspanne nur 5-7 Wochen beträgt, dann werden auf jeden Fall viel mehr als 66 Milliarden produziert.

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Polen und Ungarn blockieren „erfolgreich“ die „LGBTIQ-Rechte“ in der EU

Die Repräsentanten der beiden Länder legten gegen die Aufnahme des Akronyms „LGBTIQ“ in eine gemeinsame Erklärung der Minister für Arbeit und Soziales Veto ein.

kath.net

Polen und Ungarn haben die Aufnahme von „LGBTIQ-Rechten“ in eine gemeinsame Erklärung der Europäischen Union blockiert. Darüber berichtete „LifeSiteNews“. Die Repräsentanten der beiden Länder legten gegen die Aufnahme des Akronyms „LGBTIQ“ in eine gemeinsame Erklärung der Minister für Arbeit und Soziales, die „die Gleichstellung der Geschlechter im digitalen Zeitalter“ fördern soll, Veto ein. Damit verärgerten sie nach Darstellung von „LifeSiteNews“ andere EU-Mitgliedsstaaten. Zwar fügte dann Österreich dem Dokument in seiner jetzigen Funktion als Inhaber der Präsidentschaft des Europäischen Rates einen Hinweis auf „LGBTIQ“ hinzu. Dieser Zusatz wird jedoch nur als „Schlussfolgerungen des Präsidenten“ eingestuft, die nicht die rechtliche Bedeutung von formellen Schlussfolgerungen des Rates haben. Die offiziellen Schlussfolgerungen des EPSCO-Rates beziehen sich jetzt nur noch auf „Gleichstellung der Geschlechter, Jugend und Digitalisierung“.

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Drittes Geschlecht stellt die katholische Kirche vor Probleme – nicht mehr nur Adam und Eva

Bild: Lucas Cranach d. Ä. 1530 (public domain)
Deutschland führt den Geschlechtereintrags „divers“ ein. Das verändert nicht nur das biblische Menschenbild. Für die Taufe ist es kein Hindernis. Aber für die katholische Kirche stellt sich die Frage, wer wen heiraten darf.

DOMRADIO.DE

Seit Adam und Eva genügte Katholiken, was auf den ersten Seiten der Bibel steht: dass Gott den Menschen als Mann und Frau erschuf. Jetzt müssen sie sich in Deutschland daran gewöhnen, dass es Personen gibt, die weder das eine noch das andere, sondern „divers“ sind. Der neue Geschlechtseintrag, den Bundestag und Bundesrat in dieser Woche beschlossen haben, hebt die katholische Weltsicht nicht aus den Angeln, stellt aber die Kirche vor ungewohnte Fragen.

Ein grundsätzliches Problem sieht die Deutsche Bischofskonferenz nicht. Schon die Aufforderung des Bundesverfassungsgerichts im November 2017 zu einer rechtlichen Nachbesserung bewertete man als „nachvollziehbar“: Wenn eine eindeutige Zuordnung zu der „binären Einteilung“ nicht möglich sei, so Bischofskonferenz-Sprecher Matthias Kopp damals, dürfe niemand durch Gesetz oder Gesellschaft dazu gezwungen werden. Statt eines Verzichts sei es dann aber „besser, eine positive Zuordnung zu wählen“.

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Wie Neandertaler-Gene unser Gehirn beeinflussen

illustration: philipp gunz Schädel eines Neandertalers (links) und eines modernen Menschen im Vergleich. Die runde Form beim Homo sapiens ist einzigartig
Zwei bis vier Prozent der DNA heutiger Europäer und Asiaten stammen von Neandertalern. Forscher entdeckten darunter Gene, die Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung haben

David Rennert | derStandard.at

Zu den einzigartigen biologischen Merkmalen des modernen Menschen zählt definitiv sein Kopf: Im Vergleich zu früheren Menschenarten wie den Neandertalern haben wir eine ungewöhnlich runde Schädelform. Wissenschafter nehmen an, dass sich der „Rundkopf“ bei unseren Vorfahren erst langsam entwickelte und er bedeutende Veränderungen in der Gehirnorganisation widerspiegelt. Womöglich hängen sogar spezifische Verbindungen verschiedener Gehirnareale und damit auch kognitive Fähigkeiten mit der veränderten Kopfform zusammen.

Ein internationales Forscherteam hat sich nun auf die Suche nach Genen und biologischen Mechanismen gemacht, die bei dieser Formwandlung eine Rolle gespielt haben könnten. Wie die Wissenschafter im Fachblatt „Current Biology“ berichten, fanden sie dabei nicht nur bemerkenswerte Unterschiede zwischen heute lebenden Menschen, sie stießen auch auf DNA-Fragmente von Neandertalern, die nach wie vor einen Einfluss auf unsere individuellen Schädelformen haben. –

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Niederlande: Kirche verhindert Abschiebung mit Non-Stop-Gottesdienst

Messfeier in der Bethel-Kirche in Den Haag – APA/AFP/ANP/KOEN VAN WEEL
In einer protestanischen Kirche werden seit 50 Tagen pausenlos Messen gefeiert. Weil laut niederländischem Recht die Polizei Kirchen während Gottesdiensten nicht zwangsweise betreten darf, wird seither eine dort lebende Familie aus Armenien beschützt.

Die Presse.com

Mit einem ununterbrochenen Gottesdienst verhindert eine niederländische Kirche seit 50 Tagen die Abschiebung einer armenischen Familie. Die Familie sei in ihrer Heimat Armenien nicht sicher, sagte Pfarrer Derk Stegemann von der Bethelkirche in Den Haag am Donnerstag. „Und den Kindern droht durch die Abschiebung schwerer Schaden.“

Nach niederländischem Recht darf die Polizei sich keinen Zutritt zu einer Kirche verschaffen, solange dort eine Messe gefeiert wird. Die Familie Tamrazyan – darunter Vater, Mutter und drei Kinder im Alter von 15, 19 und 21 Jahren – war vor etwa neun Jahren in die Niederlande gekommen. Ihr Asylantrag wurde diesen Sommer endgültig abgelehnt.

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Ökolandbau klimaschädlicher als konventioneller?

Der Flächenbedarf des Ökolandbaus ist wegen des geringeren Ertrags höher – das vergrößert seinen Klimafußabdruck. © Stefan Wirsenius/ Chalmers University
Provokante Zahlen: Ökologische Landwirtschaft kann klimaschädlicher sein als konventionelle, wie nun eine Studie enthüllt. Der Grund: Weil die Erträge geringer sind, benötigt der Ökolandbau mehr Fläche für die gleiche Nahrungsmenge – Flächen, die dann für Wald oder andere Klimasenken verloren gehen, so die Forscher im Fachmagazin „Nature“. Allerdings: Bei diesem Effekt ist nur die Landnutzungsänderung berücksichtigt, nicht die sonstigen negativen Umweltfolgen konventioneller Landwirtschaft.

scinexx

Klar scheint: Die konventionelle Landwirtschaft ist in ihrer heutigen Form alles andere als umwelt- und klimafreundlich. Ihr Dünger verunreinigt das Grundwasser, Pestizide könnten für das Insektensterben mitverantwortlich sein und durch die Monokulturen verarmt die Artenvielfalt der Feldflur. Weil der Ökolandbau keine Pestizide und keinen Kunstdünger nutzt, gilt er oft als die bessere und auch gesündere Alternative.

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Geplante Sanierung der Hedwigs-Kathedrale nimmt wichtige Hürde – Staatsknete

Berliner Hedwigs-Kathedrale. Bild: bb
Die geplante Sanierung der Berliner Hedwigs-Kathedrale nimmt Fahrt auf: Laut Dompropst Tobias Przytarski liegen inzwischen die Förderbescheide von Bund und Land vor. Damit können nun die notwendigen Ausschreibungen und konkreten Planungen beginnen.

katholisch.de

Die geplante Sanierung der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale ist einen wichtigen Schritt vorangekommen. Wie Dompropst Tobias Przytarski am Freitag in einem Brief an Unterstützer und Kritiker der Umgestaltung schrieb, liegen inzwischen die Förderbescheide von Bund und Land Berlin vor. „Damit können wir endlich die notwendigen Ausschreibungen und konkreten Planungen vornehmen“, so Przytarski. Laut früheren Vereinbarungen zahlt der Bund für das Projekt zwölf Millionen Euro, das Land gibt acht Millionen Euro.

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Griechenland: „Sie wollen das Volk gegen die Priester aufhetzen“

Der Athener Erzbischof Hieronymus II. bei einem Treffen mit dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras im November 2018 (imago / ZUMA Press)
Die griechische Regierung plant umfangreiche Reformen in der Religionspolitik. Unter anderem sollen Priester keine Beamten mehr sein – auch, um Ärzte und Lehrer einstellen zu können. Der Erzbischof hat dem zugestimmt, aber Bischöfe und Priester protestieren.

Von Rodothea Seralidou | Deutschlandfunk

Sonntagsmesse in der brechend vollen Kirche der Heiligen Fotini in der Athener Gegend Ymittos. Den Gottesdienst leitet heute der örtliche Bischof Daniil. So wie die meisten Bischöfe der orthodoxen Kirche Griechenlands, stellt sich Daniil gegen die Änderungen, die die linksgerichtete griechische Regierung in ihren Beziehungen zur Kirche erreichen will. Allen voran die Festsetzung der „religiösen Neutralität des griechischen Staates“ in Artikel 3 der Verfassung, im Rahmen der kommenden Verfassungsreform.

Bisher war an dieser Stelle der Verfassung die Orthodoxie als privilegierte Glaubensrichtung anerkannt. Eine von der Verfassung festgesetzte religiöse Neutralität des Staates in einem Land, dessen Volk stark religiös sei – das könne die Kirche nicht mittragen, sagt Bischof Daniil.

„Auch jetzt wird keiner gezwungen, in die Kirche zu gehen oder an Gott zu glauben. Jeder ist frei zu tun, was er will. Wir aber, als geistliche Väter unseres Volkes, wir wollen nicht, dass die Verbindung unserer Gläubigen zu ihrer Religion unterbrochen wird. Denn genau das ist Ziel dieser Reform:

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De Chardin im xten Aufguss: Wenn Theologen über den Atheismus dilettieren

©Johannes Minkus
Ralf Frisch ist Professor für theologische Grund- und Gegenwartsfragen und Theologischer Referent der Landessynode der bayerischen Landeskirche. In seinem neuen Buch „Atheismus adieu“ beschäftigt er sich mit den „letzten Fragen“ der Menschheit. Ein Interview.

Von Timo Lechner | Sonntagsblatt

Herr Frisch, seit Jahrtausenden arbeiten sich Philosophen und Theologen an den „letzten Fragen“ der Menschheit ab. Warum war es für Sie anno 2018 an der Zeit, auch noch einen Beitrag dazu zu leisten?

Ralf Frisch: Viele Menschen glauben, dass allein die Natur- und Humanwissenschaften Antworten auf die Frage geben können, was die Welt im Innersten zusammenhält: Elementarteilchen und blinder Zufall. Wer nicht davon überzeugt ist, dass alles, was ist, letztlich sinnlos ist, gilt als unwissenschaftlich. Weil ich das jedoch für Unsinn halte, habe ich mein Buch geschrieben. Ich bin davon überzeugt, dass wir weder das wahre Wesen des Menschen noch das wahre Wesen der Dinge aufspüren, wenn wir nur naturwissenschaftliche Netze in den Ozean des Seins auswerfen. Denn in diesen verfängt sich das Entscheidende gerade nicht.

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