De Chardin im xten Aufguss: Wenn Theologen über den Atheismus dilettieren


©Johannes Minkus
Ralf Frisch ist Professor für theologische Grund- und Gegenwartsfragen und Theologischer Referent der Landessynode der bayerischen Landeskirche. In seinem neuen Buch „Atheismus adieu“ beschäftigt er sich mit den „letzten Fragen“ der Menschheit. Ein Interview.

Von Timo Lechner | Sonntagsblatt

Herr Frisch, seit Jahrtausenden arbeiten sich Philosophen und Theologen an den „letzten Fragen“ der Menschheit ab. Warum war es für Sie anno 2018 an der Zeit, auch noch einen Beitrag dazu zu leisten?

Ralf Frisch: Viele Menschen glauben, dass allein die Natur- und Humanwissenschaften Antworten auf die Frage geben können, was die Welt im Innersten zusammenhält: Elementarteilchen und blinder Zufall. Wer nicht davon überzeugt ist, dass alles, was ist, letztlich sinnlos ist, gilt als unwissenschaftlich. Weil ich das jedoch für Unsinn halte, habe ich mein Buch geschrieben. Ich bin davon überzeugt, dass wir weder das wahre Wesen des Menschen noch das wahre Wesen der Dinge aufspüren, wenn wir nur naturwissenschaftliche Netze in den Ozean des Seins auswerfen. Denn in diesen verfängt sich das Entscheidende gerade nicht.

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