Das Flüchtlingslager von Samos ist humanitäres Notstandsgebiet

Ein behelfsmässiges Zelt auf der griechischen Insel Samos. Im windigen und nassen Wetter der kalten Jahreszeit bieten die Unterkünfte keinen ausreichenden Schutz. (Bild: Costas Baltas / Reuters)
Für Deutschland und andere Zielländer erfüllt das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei seinen Zweck. Auf griechischen Inseln wie Samos hat sich die Lage aber dramatisch verschärft. Die Verantwortung dafür liegt auch in Athen.

Volker Pabst | Neue Zürcher Zeitung

Jeden Morgen steigen die Bewohner des Flüchtlingslagers ob Samos zu Hunderten in den Hauptort der gleichnamigen griechischen Insel hinab, um der bedrückenden Enge des Camps zu entfliehen. Man erkennt die Menschen aus Syrien, Afghanistan oder Kongo-Kinshasa an ihrem fremdländischen Aussehen – am Morgen nach dem ersten starken Herbstregen dieses Jahres aber auch an ihren Schuhen.

Anders als im beschaulichen Küstenort gibt es im steil an den Hang gebauten Lager keine befestigten Wege. Bei nassem Wetter verwandelt sich der festgetretene Boden in knöcheltiefen Schlamm, der nun in grossen Brocken getrocknet am Schuhwerk klebt.

Sechsfache Überbelegung

Jetzt, da die Sonne wieder scheint, legen Russel und Maxime ihre Matratze ans Freie zum Trocknen. Das einfache Igluzelt, das die beiden Männer aus Kamerun in einer unebenen Waldfläche neben dem Lager bewohnen, hielt dem Regen nicht stand. Ähnlich erging es den meisten anderen Bewohnern der Zeltstadt.

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Das Design-Argument – Eine Kritik Teil 1

Foto: Pixabay.com / Wokandapix
Warum sich in der Natur kein „intelligentes Design“ offenbart. Der Kern des Design-Arguments in der Biologie (WIDENMEYER & JUNKER 2016)

Von Martin Neukamm | RDF

Auf der Website des evangelikalen Vereins WORT UND WISSEN findet sich ein Grundsatzartikel über das Design-Argument in der Biologie. Letzteres nennt sich auch Intelligent Design, kurz: ID. Der Beitrag stammt von Markus WIDENMEYER und Reinhard JUNKER und dient Menschen als Handreichung, die „methodisch sauber“ für Schöpfung argumentieren wollen (WIDENMEYER & JUNKER 2016). Vollmundig heißt es, Kritiker würden am Kern des Design-Arguments „scheitern“. Entsprechend wird der Text beworben – als ein „must read“ für alle, die argumentativ „up to date“ sein möchten.

Der Leser erwartet also eine argumentativ gewichtige Abhandlung zum intelligenten Design. Doch die Erwartungen erfüllen sich nur teilweise. Tatsächlich unterscheidet sich die Argumentation der Autoren nicht wesentlich von vorangegangenen Publikationen. Gleichwohl lohnt sich die Detail-Analyse.

Zum einen stellt der Beitrag Design-Argumente kompakt statt bücherfüllend dar, was die Kritik erheblich erleichtert. Zum anderen arbeiten sich die Autoren erfreulicherweise wenig an biologischen Detailfragen ab. Dies kommt der Diskussion zugute, denn der Streit darüber, inwiefern die Evolutionstheorie diesen oder jenen Entwicklungsschritt zufriedenstellend erklärt, ist fruchtlos. Die Frage, ob die Fakten den Design-Ansatz erhärten, lässt sich nur auf dem Boden der Methodologie und Logik führen.

Es geht zuallererst um wissenschaftstheoretische Fragen: Ist Intelligent Design eine vernünftige Alternative zur (naturalistischen) Evolutionstheorie? Ist es rational begründet und durch Forschung zu untermauern? Sind die Einwände seiner Kritiker unzureichend, wie die Anhänger des intelligenten Designs behaupten? Um diese Fragen zu klären, widmen wir uns zunächst dem Kern der Argumentation nach WIDENMEYER & JUNKER (2016) und kritisieren ihn dann systematisch.

Der Kern des Design-Ansatzes

Als „Design-Ansatz“ bezeichnen die Autoren die These, bestimmte Naturgegenstände seien ursprünglich auf geistige Ursachen, das heißt auf Schöpfung, zurückführen (S. 2). Dieser Ansatz ist in logischer Hinsicht mit dem Design-Argument verknüpft – dem Rückgriff auf wissenschaftliche Befunde und logische Aspekte. Design-Argumente dienen dazu, den Design-Ansatz zu begründen (S. 1).

Nach WIDENMEYER & JUNKER besteht die Begründung für „eine geistige Verursachung und damit für das Design-Argument“ aus zwei Komponenten. Erstens:

„1. Der Naturgegenstand zeigt definierte Kennzeichen von Planung bzw. Zielorientierung (Teleologie), die wir in anderen Fällen ganz entsprechend unseren sonstigen Design- Erfahrungen (Technik, Kunst) ausschließlich auf einen geistigen Urheber zurückführen (wir sprechen dann von ‚Design-Indizien‘ oder ‚Design-Merkmalen‘ wie z. B. funktionale Komplexität; s. u.)“ S. 1-2.

Insbesondere seien „geistig hervorgebrachte“(1) Gegenstände wie Computer „so gestaltet, dass ihre Teile in z. T. äußerst komplexen und vielschichtigen Zweck-Mittel- Beziehungen stehen.“ Die Teile, ihre Form und Anordnung, seien „nur in Bezug auf ihre Funktionen und letztlich das Ganze, den Zweck des Gegenstands, zu verstehen“.

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Chaos nach Parlamentswahlen

Unabhängige Wahlkommission (IEC). Bild: IEC
In Kabul wurden alle Stimmen als ungültig erklärt, ein Hinweis, dass bislang der Aufbau von demokratischen Institutionen in Afghanistan gescheitert ist

Emran Feroz | TELEPOLIS

Als im Oktober in Afghanistan Parlamentswahlen stattfanden, waren die Hoffnungen groß. Viele Menschen, vor allem junge, kandidierten und nicht wenige von ihnen hatten sowohl den Willen als auch das Interesse, ihre Wähler – die afghanischen Bürger – zu vertreten. Über 2.500 Kandidaten hatten sich zur Wahl aufstellen lassen, darunter 418 Frauen sowie Vertreter von Minderheiten wie Sikhs, Hindus oder Nomaden. Die meisten Kandidaten – über 800 – gab es in Kabul. Doch ausgerechnet in der Hauptstadt sind nun alle Stimmen für ungültig erklärt worden. Konkret bedeutet dies, dass eine Million Kabulis umsonst gewählt haben.

Die afghanische Wahlbeschwerdekommission (IECC) nannte mehrere Gründe für ihre Entscheidung, darunter Korruption und Wahlfälschung. Hinzu kommt, dass die Kommission einem anderen wichtigen Organ – der Unabhängigen Wahlkommission (IEC) – eine mangelhafte Durchführung der Wahl vorwirft.

Wie sich dieses Problem nun lösen lässt, ist absolut unklar. Der Zwist zwischen den beiden Wahlorganen dauert weiterhin an. Eine Wiederholung der Wahl innerhalb einer Woche, wie es vom afghanischen Wahlgesetz vorgesehen ist, ist mehr als nur unrealistisch. Einige Beobachter meinen nun, dass man die Neuwahl mit den kommenden Präsidentschaftswahlen im April verknüpfen könnte. Es ist allerdings auch unklar, ob diese tatsächlich zum geplanten Zeitpunkt stattfinden werden oder nicht. Wie sich eine solche Wahl managen lässt, ist ebenso fragwürdig.

Für viele Afghanen ist das gegenwärtige Szenario vor allem eine pure Enttäuschung. Denn immer wieder wird nur allzu deutlich, dass der Aufbau von demokratischen Institutionen in Afghanistan gescheitert ist.

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Resistente Keime in der Umwelt

Bild: Jai79/CC0
Multiresistente Erreger gelangen vorwiegend aus Tiermastanlagen in die Gewässer und werden zur tödlichen Gefahr

Susanne Aigner | TELEPOLIS

In einem Ende 2017 veröffentlichten Bericht warnt die Umwelt-Organisation der Vereinten Nationen (UNEP) vor Antibiotika-Resistenzen als ernstzunehmende Bedrohung.

Auch in dem von der EU-Kommission 2017 verabschiedeten Aktionsplan zur Bekämpfung der Resistenzen heißt es, die Umwelt trage zur Entwicklung und Verbreitung antimikrobieller Resistenzen bei Mensch und Tier bei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt gar vor einem „postantibiotischen Zeitalter“, wenn nicht schnell genug gegen die Ausbreitung von Resistenzen vorgegangen wird.

Der Hintergrund dafür ist: Immer mehr antibiotikaresistente Keime verbreiten sich unkontrolliert in deutschen Gewässern und Brunnen. Das ergaben auch die Analysen von Wasserproben, die Greenpeace-Mitarbeiter von Mai bis September 2018 aus Flüssen, Seen, Kanälen an verschiedenen Standorten in Deutschland entnahmen.

In 38 Prozent der untersuchten Proben fanden sich multiresistente Erreger vom Typ ESBL: So wurden in den aus Flüssen und Seen genommenen Proben in 25 von 66 Fällen multiresistente Bakterien der sogenannten ESBL (Extended-Spectrum-Beta-Laktamase)-Stämme festgestellt. Bereits 2017 hatte Greenpeace in 13 von 19 untersuchten Schweinegülle-Proben aus ganz Deutschland multiresistente Erreger gefunden. „Breiten sich die Keime immer weiter aus, wächst die Gefahr, dass immer mehr Antibiotika als wichtigste Waffe gegen Infektionskrankheiten ihre Wirksamkeit verlieren“, erklärt Campaigner Dirk Zimmermann in einer Greenpeace-Pressemitteilung.

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Evolutionsbiologie: Die Liebe kennt ganz verschiedene Formen

©mauritius images/Westend61/Doris.H
Warum lieben wir, wie wir lieben? Wie hängen Lust, Fürsorge und Liebe zusammen? Aktuelle Erkenntnisse aus der Evolutionsbiologie.

Thomas Junker | Forschung & Lehre

Romantische Liebe, Zweierbeziehungen und häufiger Sex gehören zur Natur des Menschen. Gemeinsam dienen sie einer unverzichtbaren biologischen Funktion: eine verlässliche und dauerhafte Betreuung der Kinder sicherzustellen. Ohne die damit verbundenen Mühen und Anstrengungen gäbe es weder Verliebtheit, noch feste Bindungen noch die besondere Lust beim Sex. Und seit wann gibt es die enge Verknüpfung von Lust, Liebe und Fürsorge? – Seit es Menschen gibt!

Dies zumindest behauptet das sogenannte Standardmodell der menschlichen Evolution. Schon unsere frühen Vorfahren, die vor etwa zwei Millionen Jahren lebten, hätten Gefühle wie Verliebtheit, Verbundenheit und Eifersucht gekannt. Spätestens zu dieser Zeit hätten die Männer einzelne Frauen begleitet und die Frauen ihrerseits waren ihrem Partner sexuell treu, auch wenn sie andere Optionen hatten. Die Paarbindungen wiederum gelten als eine unentbehrliche Voraussetzung für väterliche Fürsorge. Damit waren zum einen die materiellen Bedingungen für die Evolution des Gehirns gegeben: eine ausreichende und hochwertige Nahrung.

Zum anderen erhielt der kulturelle Fortschritt eine völlig neue Dynamik: Denn jetzt konnten nicht mehr nur die Mütter und Großmütter, sondern auch die Väter und Großväter ihre Erfahrungen und ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben. Wenn dieses Argument richtig ist, dann haben die romantische Liebe, die Eifersucht beider Geschlechter sowie das fortdauernde sexuelle Begehren die evolutionäre Entwicklung von unseren noch äffischen Vorfahren zu echten Menschen erst möglich gemacht.

Traditionen werden als naturgegeben wahrgenommen

Alles in allem erinnert das Standardmodell an traditionelle Vorstellungen von Ehe und Familie. Es wird zwar nicht die lebenslange Einehe gefordert, sondern lediglich, dass die Paare zusammenbleiben, solange die gemeinsamen Kinder intensive und andauernde Zuwendung benötigen. Dementsprechend würde man von einigen Jahren ausgehen. Nichtsdestoweniger werden Traditionen, mit denen man aufwächst, wie Verliebtheit, Heirat und Familie, leicht für selbstverständlich und naturgegeben gehalten, obwohl sie es vielleicht gar nicht sind.

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„Gelbwesten“ in der Provinz: Geeint in unendlicher Wut

Bild: tagesschau.de
Nicht alle „Gelbwesten“ protestieren in Paris. Viele bleiben in der Provinz, blockieren Straßen und wollen sich durch nichts stoppen lassen. Was macht die Menschen bloß so wütend?

Von Barbara Kostolnik | tagesschau.de

Ein schwerer Lkw fährt durch den Kreisverkehr vor Soissons im Nordosten Frankreichs. Der Fahrer hupt. Er unterstützt die Proteste der „Gelbwesten“, obwohl er mindestens eine Stunde im Stau stand. Ein Mann ist auf dem Weg zur Arbeit. „Das ist schon legitim, was die machen“, sagt er, „es wird nur nichts bringen.“

Das glauben Yvette und Chantal ganz und gar nicht. Die beiden Rentnerinnen, 72 Jahre, stehen am Kreisverkehr, sie tragen „Gelbwesten“, ein fester Blick: „Wir sind gegen diese Regierung, wir haben unsere Forderungen gestellt“, sagen sie. „Wenn die Regierung die nicht erfüllt, dann bleiben wir hier, bis Weihnachten und länger.“ Ihre Kinder und Enkel sollen es besser haben.

Yvette bekommt 1000 Euro Rente im Monat. Sie will sich nicht beklagen. Auch die Kälte mache ihr nichts aus. „Wir machen Feuer, und da hinten gibt es eine Hütte, wir weichen nicht.“

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Welthungerhilfe warnt vor neuer Migrationswelle

Themenbild. Flüchtlingslager Zaatari, Jordanien.
Bild: AP AFP Pool watson.ch
Alle zehn Minuten stirbt im Jemen laut Unicef ein Kind an vermeidbaren Krankheiten oder Mangelernährung. Die Hungerkrise im Nahen Osten könnte eine neue Migrationswelle hervorrufen. Davor warnt die Welthungerhilfe.

DOMRADIO.DE

Die Deutsche Welthungerhilfe warnt vor einer neuen Migrationswelle, weil Geld für die Flüchtlinge aus Syrien fehle. Zwar habe sich die Lage in den Lagern in der Türkei, in Jordanien und im Libanon seit 2015 verbessert, aber „es droht ein Rückfall. Die Programme der Vereinten Nationen sind dramatisch unterfinanziert. Für Syrien fehlen den UN 30 Prozent der Gelder“, sagte die neue Welthungerhilfe-Präsidentin Marlehn Thieme der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag): „Und eine Perspektive für die Flüchtlinge, in ihre Heimat zurückzukehren, fehlt noch immer.“

Zu wenig Maßnahmen zur Eindämmung der Konflikte

Laut Thieme sind allein in Syrien noch 13 Millionen Menschen auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Weltweit litten heute 17 Millionen mehr Menschen Hunger als vor zwei Jahren. „Das ist unerträglich“, sagte Thieme. 40 Millionen Menschen seien in ihren Heimatregionen auf der Flucht.

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Wegen Missbrauchs verurteilter Priester muss Chile verlassen

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

De-facto-Ausweisung des Klerikers wird als Signal für einen härteren Umgang Chiles mit priesterlichen Sexualstraftätern gewertet

kath.net

Ein wegen sexuellen Missbrauchs in Chile verurteilter Priester der „Legionäre Christi“ wird aus dem Land gewiesen. Mit Ablauf einer vierjährigen Bewährungszeit am Montag hatte der 72-jährige Ire John O’Reilly eine Frist von drei Tagen, um Chile zu verlassen. Zuvor hatte das Parlament ihm eine ehrenhalber verliehene Staatsbürgerschaft aberkannt. Wie die Erzdiözese Santiago am Freitag mitteilte, zieht der Geistliche nach Rom, um dort den Ausgang eines kirchlichen Strafverfahrens abzuwarten.

O’Reilly habe eine entsprechende Weisung seines Ordensoberen akzeptiert, hieß es. Auch werde er keine priesterlichen Aufgaben öffentlich wahrnehmen. Die Leitung der „Legionäre“ begründete die Abordnung des Geistlichen in die Ordenszentrale damit, seine Anwesenheit in Chile sei „nicht mehr erforderlich“.

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Mythische Misteln und anthroposophische Esoterik

Mistelzweige zieren manchen Hauseingang vor Weihnachten. (Bild: Andreas Rockstein / http://www.flickr.com (CC BY-SA 2.0))
In der Volksmedizin spielten Misteln früher eine wichtige Rolle. Heute sind sie vor allem als Weihnachtsschmuck begehrt.

Lukas Denzler | Neue Zürcher Zeitung

Nun werden sie wieder überall feilgeboten: die immergrünen Misteln mit ihren propellerartigen Blättern und den weissen Beeren. Zum Beispiel auf dem Markt in Oerlikon. Ein Obstbauer verkauft Mistelzweige. Sie wuchsen auf seinen eigenen Apfelbäumen auf dem Hirzel oberhalb von Wädenswil. Für Nachhaltigkeit ist gesorgt: Er lasse stets genügend Misteln weiterwachsen, damit er auch in den kommenden Jahren noch ernten könne. Ein eher bescheidener Zweig mit Beeren kostet 10 Franken.

Auf Eichen selten, aber begehrt

Wer sich unter einer Mistel küsse, bleibe ein Leben lang zusammen, heisst es. Woher der Brauch stammt, Misteln zur Weihnachtszeit über die Haustüren zu hängen, ist unklar. Vielleicht geht er auf eine altgermanische Tradition zurück. Die Mistel kommt aber auch in nordischen Sagen vor. Heute gilt die spezielle Pflanze vor allem in England und Frankreich als Glücksbringer.

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Forscher schrumpfen Objekte

Komplexe 3D-Strukturen im Nanomaßstab – erzeugt durch Schrumpfen. © MIT/ Daniel Oran
Filmreife Technik: Forscher haben erstmals Nano-Objekte durch Schrumpfen erzeugt. Dafür setzten sie zunächst 3D-Objekte in einem speziellen Hydrogel zusammen, dann brachte eine Säure das Gel samt Inhalt zum Schrumpfen. Aus der 3D-Konstruktion wurde so ein zehn- bis tausendfach kleineres Objekt – ohne Verzerrungen und Defekte. Der große Vorteil: Diese „Implosions-Fabrikation“ getaufte Methode ist mit gängiger Technik machbar und ermöglicht ganz neue Nanokonstrukte, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Mittels 3D-Druck lassen sich heute unzählige Bauteile, maßgeschneiderte Werkzeuge oder sogar biologische Gewebe herstellen. Je nach Verfahren wird dafür ein pulverförmigen Grundmaterial durch Laser selektiv geschmolzen und verfestigt oder aber das Objekt wird Schicht für Schicht aus flüssigem Rohmaterial aufgebaut. Wenn es jedoch um 3D-Objekte im Nanomaßstab geht, stoßen diese Verfahren an ihre Grenzen – sie sind nicht fein genug. Die meisten klassischen Nano-Fabrikationsverfahren, wie die Nanolithografie, sind dagegen meist nur für zweidimensionale Formen geeignet.

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Kirchensteuer: Geldsegen für die Kirche

Bild: tilly
Die christlichen Kirchen in Deutschland verlieren jedes Jahr etwa 500.000 Mitglieder, verbuchen aber gleichzeitig Rekordsteuereinnahmen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Hält der Trend an, nehmen die Kirchen im Jahr 2023 mehr als 15 Milliarden Euro Steuern ein.

Tobias Hentze | Institut der deutschen Wirtschaft

Rund 12,6 Milliarden Euro Steuern verbuchten die Kirchen im aktuellen Jahr – neuer Rekord. Dabei verlieren die Kirchen jedes Jahr Mitglieder: Im Jahr 2004 waren es noch rund 51,6 Millionen, im vergangenen Jahr dagegen nur noch 44,9 Millionen. Viele Kirchenmitglieder sind sehr alt, es rücken kaum jüngere nach, zudem treten jedes Jahr hunderttausende Mitglieder aktiv aus.

Dass die Kirchen trotzdem Rekordeinnahmen verzeichnen, liegt an der guten wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Dadurch steigen die Einkommen. Da die Kirchensteuer auf die Einkommenssteuer fällig wird, müssen Kirchenmitglieder entsprechend mehr Kirchensteuer zahlen. In Baden-Württemberg und Bayern zahlen sie acht Prozent, im Rest des Landes neun Prozent auf die Einkommenssteuer. Im Schnitt muss ein Katholik in diesem Jahr 291 Euro abführen, ein Protestant 278 Euro.

Seit Jahren steigt der Durchschnittsbeitrag: Im kommenden Jahr müssen Kirchenmitglieder doppelt so viele Steuern zahlen wie 2004. Das liegt daran, dass es mehr Beschäftige als in früheren Jahren gibt und die Löhne gestiegen sind. Zudem verteilt sich die Kirchensteuer auf immer weniger Köpfe: Kirchenmitglieder werden im Schnitt immer älter, und viele von ihnen müssen oftmals kaum Kirchensteuer zahlen, weil ihr Einkommen im Ruhestand zu niedrig ist.

In den nächsten fünf Jahren dürfte der Trend weiter anhalten, zeigt die IW-Studie. Selbst wenn die Kirchen wie in den vergangenen Jahren weiterhin jedes Jahr 500.000 Mitglieder verlieren müssten, stiegen die Einnahmen weiter. Die katholische Kirche wird im Jahr 2023 ausgehend von der aktuellen Steuerschätzung voraussichtlich mehr als acht Milliarden Euro einnehmen, die evangelische Kirche kommt dann auf rund sieben Milliarden Euro.

„Dabei sind die Rekordzahlungen aus der Kirchensteuer längst nicht die einzige Einnahmequelle für die christlichen Kirchen in Deutschland“, sagt Studienautor und IW-Ökonom Tobias Hentze. Bei der evangelischen Kirche macht die Kirchensteuer gerade einmal 43 Prozent der Einnahmen aus. „Ein Großteil der kirchlichen Einnahmen besteht aus staatlichen Zuschüssen für Kindertageseinrichtungen sowie Elternbeiträgen, Mieteinnahmen und Spenden.“ Wie die Kirchen ihr Geld ausgeben, können sie frei entscheiden.

(Pressemitteilung)

Piusbrüder „zutiefst erschüttert“ über Papst Franziskus

Deutliche Worte Richtung Papst Franziskus: Der Generalobere der von Rom getrennten traditionalistischen Piusbrüder, Davide Pagliarani, hat die Kritik seiner Gemeinschaft am Kurs des Kirchenoberhaupts und am Zweiten Vatikanischen Konzil erneuert.

katholisch.de

Der neue Generalobere der von Rom getrennten traditionalistischen Piusbrüder, Davide Pagliarani, hat die Kritik seiner Gemeinschaft am Kurs von Papst Franziskus und am Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) erneuert. „Dieser Papst erschüttert uns zutiefst“, sagte er am Samstag in einem Interview der „Salzburger Nachrichten“. In Fragen der Religionsfreiheit, der Ökumene und der göttlichen Verfassung der Kirche sollte die Kirche zu dem zurückkehren, was die Päpste vor dem Konzil gelehrt hätten, forderte der im Juli gewählte Generalobere.

Besonders „erschüttert“ sei die Piusbruderschaft über die „völlig neue Anwendung des Begriffs der Barmherzigkeit“ durch Franziskus, so der Pater weiter.

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EKD und Missbrauchsbeauftragter Rörig wollen Austausch vertiefen

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der Unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, wollen ihre Zusammenarbeit bei Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt vertiefen. Das bekräftigten beide bei einem gemeinsamen Austausch in der Sitzung des Rates der EKD am Freitag in Hannover.

evangelisch.de

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagte laut Mitteilung vom Samstag, bei der Frage, welche Maßnahmen zur Verhinderung sexualisierter Gewalt am besten beitragen können, sei die Kirche „für den Rat des Unabhängigen Beauftagten sehr dankbar“. Rörig würdigte die von der EKD-Synode im November verabschiedeten Maßnahmen als „eine gute Basis um weiter voranzuschreiten“.

Insbesondere die geplanten Studien seien in dieser Hinsicht von großer Bedeutung, sagte Rörig. „Dabei ist es notwendig, dass die Kirchen mit dem Staat gemeinsam Standards für die Aufarbeitungsprozesse entwickeln.“ Daran müssten Betroffene beteiligt werden und ihre Rechte bei der Aufarbeitung geklärt sein.

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