„Gelbwesten“ in der Provinz: Geeint in unendlicher Wut


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Nicht alle „Gelbwesten“ protestieren in Paris. Viele bleiben in der Provinz, blockieren Straßen und wollen sich durch nichts stoppen lassen. Was macht die Menschen bloß so wütend?

Von Barbara Kostolnik | tagesschau.de

Ein schwerer Lkw fährt durch den Kreisverkehr vor Soissons im Nordosten Frankreichs. Der Fahrer hupt. Er unterstützt die Proteste der „Gelbwesten“, obwohl er mindestens eine Stunde im Stau stand. Ein Mann ist auf dem Weg zur Arbeit. „Das ist schon legitim, was die machen“, sagt er, „es wird nur nichts bringen.“

Das glauben Yvette und Chantal ganz und gar nicht. Die beiden Rentnerinnen, 72 Jahre, stehen am Kreisverkehr, sie tragen „Gelbwesten“, ein fester Blick: „Wir sind gegen diese Regierung, wir haben unsere Forderungen gestellt“, sagen sie. „Wenn die Regierung die nicht erfüllt, dann bleiben wir hier, bis Weihnachten und länger.“ Ihre Kinder und Enkel sollen es besser haben.

Yvette bekommt 1000 Euro Rente im Monat. Sie will sich nicht beklagen. Auch die Kälte mache ihr nichts aus. „Wir machen Feuer, und da hinten gibt es eine Hütte, wir weichen nicht.“

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