Mythische Misteln und anthroposophische Esoterik


Mistelzweige zieren manchen Hauseingang vor Weihnachten. (Bild: Andreas Rockstein / http://www.flickr.com (CC BY-SA 2.0))
In der Volksmedizin spielten Misteln früher eine wichtige Rolle. Heute sind sie vor allem als Weihnachtsschmuck begehrt.

Lukas Denzler | Neue Zürcher Zeitung

Nun werden sie wieder überall feilgeboten: die immergrünen Misteln mit ihren propellerartigen Blättern und den weissen Beeren. Zum Beispiel auf dem Markt in Oerlikon. Ein Obstbauer verkauft Mistelzweige. Sie wuchsen auf seinen eigenen Apfelbäumen auf dem Hirzel oberhalb von Wädenswil. Für Nachhaltigkeit ist gesorgt: Er lasse stets genügend Misteln weiterwachsen, damit er auch in den kommenden Jahren noch ernten könne. Ein eher bescheidener Zweig mit Beeren kostet 10 Franken.

Auf Eichen selten, aber begehrt

Wer sich unter einer Mistel küsse, bleibe ein Leben lang zusammen, heisst es. Woher der Brauch stammt, Misteln zur Weihnachtszeit über die Haustüren zu hängen, ist unklar. Vielleicht geht er auf eine altgermanische Tradition zurück. Die Mistel kommt aber auch in nordischen Sagen vor. Heute gilt die spezielle Pflanze vor allem in England und Frankreich als Glücksbringer.

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