Der Mythos Mondholz


Foto: AP/Mike Zacchino
Mondholz kostet rund 30 Prozent mehr als vergleichbares Holz. Eine bessere Qualität erhält man dafür nicht, aber schöne Erklärungen

Christian Kreil | Blog-derStandard.at

Erwin Thoma führt ein florierendes Bauunternehmen, es ist die Nummer Eins im Holzbau, seine Arbeiten in aller Welt sorgen für Aufsehen, er ist Autor zum Thema Holz und Wald, er predigt eine nachhaltige Bauweise und Wirtschaft glaubhaft. So einer kann sich aussuchen, wo er auftritt, spricht und philosophiert: Thoma hat sich im Jahr 2017 die „Anti-Zensur-Konferenz“ des Schweizer Sektengurus Ivo Sasek ausgesucht. Bei der Veranstaltung sprachen vor Thoma: Hagen Grell, ein publizistischer Aktivist, der sich für Angelegenheiten der AfD und rechts der AfD stark macht und Heiko Schrang, der in seinen Publikationen schon mal an der deutschen Kriegsschuld zweifelt und behände von der Verschwörung jüdischer Bankiers und der „Illuminaten“ auf dem Weg zur Weltherrschaft schwadroniert. Dieses Milieu muss man mögen.

Das Mondholz, ein Geheimnis das Thoma mit allen teilt

Thoma mag in erster Linie die Bäume und den Wald. „Die geheime Sprache der Bäume“ lautet das Referat und ein Buch Thomas. Der Unternehmer unterhält das Publikum mit der Attitüde des Naturburschen, die etwas gekünstelt wirkt. Die Photosynthese erklärt er dem Publikum, als würde ein Waldbauernbub Märchen vorlesen: „Diese Luft ist die Nahrung des Baumes.“ Bäume hätten „die größte Lebenserfindung gemacht, die es auf Erden gibt, nämlich: die grüne Farbe.“

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