Deutschland: Asylanträge 2018 deutlich unter der „Obergrenze“


Grafik: TP
Regierungsstatistik meldet, dass es in diesem Jahr voraussichtlich 166.000 Asylanträge geben werde. Auch die Zahl der Visa für Familiennachzug bleibt in diesem Jahr noch unter den vereinbarten Grenzen

Thomas Pany | TELEPOLIS

Im Juli dieses Jahres, als die Zahl der Asylanträge bereits einen deutlichen Rückgang anzeigte, hieß es vom Chef des Innenministeriums, Horst Seehofer, dass er es für dennoch für möglich halte, dass „die im Koalitionsvertrag vereinbarte Begrenzung der Zuwanderung nicht eingehalten wird“. Es werde „zunehmend wahrscheinlich, dass der Korridor von 180.000 bis 220.000 Personen erreicht oder sogar überschritten werden könnte“, meldete seinerzeit der Bayerische Rundfunk.

Damals meldete das Innenministerium 93.316 gestellte Asylanträge. Der „Obergrenzen-Streit“ war zusammen mit dem Streit über verschärfte Regelungen bei der Zurückweisung von Migranten an der Grenze eine Belastungsprobe für die Unionsparteien in der Regierungskoalition. Mittlerweile sind die „Wahlschlachten“ geschlagen und die Kontroversen über die Migrationspolitik zwischen CDU und CSU sind abgeflaut. Seehofer stellte sich im November sogar hinter den Migrationspakt („Ich bin ein Verfechter dieses Abkommens“), der viel Gegnerschaft auch in den Unionsparteien mobilisierte.

Am heutigen Sonntag ist in vielen Medien die Nachricht zu finden, dass es im auslaufenden Jahr voraussichtlich 166.000 Asylanträge geben werde. Die Zahl, als deren Quelle die von der Bild am Sonntag eingesehene Zuwanderungsberechnung der Bundesregierung für 2018 angegeben wird, liegt um einiges unter dem „Obergrenzen-Korridor“ von 180.000 bis 220.000 Asylanträgen. Im Jahr 2017 wurden noch 198. 317 Asylanträge registriert.

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