Warum es auf Juist keinen Klerikalismus gibt


Bild: © KNA/Jan Schmidt-Whitley
Schwester Michaela Wachendorfer ist „Touristenseelsorgerin“ auf der ostfriesischen Insel Juist, die zum Bistum Osnabrück gehört. Sie leitet als Frau die Kirchengemeinde und ist Kirchenvorstandsvorsitzende. Und das schon seit fast zehn Jahren.

Von Wolfgang Beck | katholisch.de

Schwester Michaela Wachendorfer (60) leitet die katholische Kirchengemeinde auf der Insel Juist, die zum Bistum Osnabrück gehört. Als Kirchenvorstandsvorsitzende ist sie sich aber nicht zu schade, auch Küsterdienste zu übernehmen und den Blumenschmuck für die Kirche zu organisieren. Wie es dazu kam erzählt sie im Interview.

Frage: Schwester Michaela, viele werden sich das Leben als katholische Seelsorgerin auf einer Nordseeinsel sehr ruhig vorstellen. In einer evangelisch geprägten Region, weit abgelegen und nur mit Schiff oder Flugzeug zu erreichen. Das klingt für manche wohl nach Strafversetzung. Wie sind Sie hierher gekommen?

Wachendorfer: Ganz freiwillig und sehr gewollt! Vor fast elf Jahren suchten meine Mitschwester Gerlinde Bretz und ich einen anderen Ort für unsere Exerzitienarbeit, da wir das Haus der Stille im Harz, also im Bistum Hildesheim verlassen mussten. Wir träumten schon lange von einem Kloster am Meer, nah an dieser großartigen Natur, die der Seele hilft, sich für die wirklich wesentlichen Dinge zu öffnen! Durch einen „Zufall“ beim Frühstückstisch im Kloster Dinklage entstand ein Kontakt zum Bistum Osnabrück und dann ging es überraschend schnell. Generalvikar Theo Paul nahm sofort den Faden auf und ein Jahr später landeten wir auf Juist.

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