Fall Relotius: Journalismus als Schönheitsoperation


Bild: Bru-nO. CC0
Beim Spiegel ist man geschockt über die Entdeckung, dass ein preisgekrönter Reporter in großem Umfang Geschichten manipuliert hat

Thomas Pany | TELEPOLIS

Der Spiegel hat vor Weihnachten ausgepackt, diesmal in eigener Sache. Ein Betrugsfall im eigenen Haus wurde offengelegt, hieß es gestern Nachmittag. Ein Reporter des Nachrichtenmagazins habe „in großem Umfang eigene Geschichten manipuliert“. Im Haus sei man schockiert, Kolleginnen und Kollegen seien tief erschüttert, der Fall Relotius markiere einen Tiefpunkt in der 70-jährigen Geschichte des Spiegel.

Der Betrugsfall wurde intern aufgedeckt, heißt es. Man gehe nun mit „Demut“ an die Aufarbeitung. Das macht man nun, so weit es geht, transparent und führt vor, dass es sehr viele Fragen gibt, die man an sich stellt.

Anderswo kann man lesen, dass es im Ort des Geschehens der Reportage „In einer kleinen Stadt“, die vergangenes Jahr erschienen ist, und die Kleinstadt Fergus Falls in Minnesota abbildete als „typisch für das ländliche Amerika, das Trump zum Präsidenten machte“, eine ganze Menge konkreter Fragen und kritischer Anmerkungen von Bewohnern gab.

Es gibt hier so viele Lügen, dass man Freund Jake und ich sie für diesen Artikel auf die 11 absurdesten Lügen einengen mussten.

Michele Anderson and Jake Krohn

Man habe die Unwahrheiten schon eine ganze Weile gesammelt, sei aber wegen anderer Tätigkeiten, erst jetzt dazu gekommen, offensichtlich angeregt durch die Enthüllungen, die jetzt im Spiegel veröffentlicht wurden, sie in einem Artikel darzulegen.

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