«Religion ist nicht mehr sinnstiftend» – «Falsch, eine Gesellschaft ohne Glauben ist brandgefährlich»


Freidenker-Präsident Andreas Kyriacou kämpft für eine strikte Trennung von Kirche und Politik, Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist hält entgegen, dann würde es knallen. Einig sind sich die beiden nur in der Ablehnung des reaktionären Katholizismus.

Simon Hehli, Daniel Gerny | Neue Zürcher Zeitung

Herr Kyriacou, was macht ein Atheist an Weihnachten?

Kyriacou: Verbindliche Formen gibt es bei den Freidenkern nicht. Für manche ist Weihnachten in erster Linie ein Familienfest, ziemlich sicher ohne Krippe als Raumschmuck, aber vielleicht durchaus mit Tannenbaum und Geschenken. Andere entziehen sich dem Weihnachtstrubel bewusst.

Und Sie, Herr Sigrist, können Sie Weihnachten bei all dem Brimborium und Kommerz überhaupt noch geniessen?

Sigrist: Natürlich! Ich feiere Weihnachten mit meiner Familie, im Männerwohnheim Herberge zur Heimat, in der Helferei und in den vielen Gottesdiensten im Grossmünster, so am 25. Dezember – also mit Menschen, die die Stallwärme Bethlehems in Räumen und auf Plätzen unserer Stadt suchen und auch finden.

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