Über die Tücke der ökologischen Zeitbombe


Vordenker der Umwelt-Ethik: der Philosoph Hans Jonas (picture-alliance / dpa / Roland Witschel)
Ist die Erderwärmung noch zu stoppen? Der UN-Klimagipfel in Kattowitz lässt viele Fragen offen. Hans Jonas entwarf in seinem Buch „Das Prinzip Verantwortung“ schon 1979 eine globale Umwelt-Ethik – und sie ist aktueller denn je.

Hans Jonas im Gespräch mit Ingo Hermann und Wolf Scheller (1980/1989) | Deutschlandfunk Kultur

Für den Weltuntergang braucht es keine Atomwaffen. Es reicht, wenn wir nur alle so weitermachen wie bisher. So die Warnung des Philosophen Hans Jonas (1903–93) im Interview mit dem Journalisten Ingo Hermann. Ja, der Kalte Krieg bereite ihm Sorgen, sagt Jonas in dem Radiogespräch von 1980. Aber:

„Während ich hier sehe, dass mindestens die Chance da ist, dass es nicht zum Schlimmen kommt, so gibt es doch eine ganz andere Uhr, die da tickt, während wir einfach so leben, wie wir es tun als Mitglieder der westlichen, fortgeschrittenen technischen Zivilisation.“

Ausplünderung der Natur

Die Tücke dieser „Zeitbombe“ liege gerade darin, dass viele Einzelne die „Ausplünderung und eventuelle Verderbung unserer natürlichen Umwelt“ mit verursachten, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein:

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