Kirchenmitgliedschaft: Wer’s glaubt


Für Milo Pablo Momm ist der katholische Glaube ein wichtiger Teil seines Ichs. © privat
Sie sind in der Kirche? Warum eigentlich? Aus Schuld, Faulheit oder tiefem Glauben: Vier von 45 Millionen Kirchenmitgliedern erzählen, warum sie nicht ausgetreten sind.

Von Matthias Kreienbrink |ZEIT ONLINE

An Heiligabend sind die Kirchen voll, an den 364 anderen Tagen im Jahr immer leerer. Es sind unterschiedliche Gründe, aus denen Gläubige der Institution Kirche, evangelischer wie katholischer, den Rücken kehren. Wir haben vier Menschen getroffen, die noch in der Kirche sind: Ein tiefgläubiger, schwuler Katholik, eine zweifelnde Studentin, eine genervte Protestantin, die den Weg zum Amtsgericht nicht schafft. Und eine Nichtgläubige, die nicht austritt, um ihre Arbeit zu behalten.

Milo Pablo Momm, 41, Berlin, Opernregisseur

Ich bin auch heute noch Teil der katholischen Kirche – als schwuler Mann. Weil ich mit einem sehr positiven Glauben aufgewachsen bin. Kirche ist für mich eine Gemeinschaft der Gläubigen. Sie besteht aus täglichen Ritualen, dem Beten, den Festtagen, aus einem Gottesdienst in meiner Gemeinde in Schöneberg, in der auch schwule Paare nicht komisch angeschaut werden. Auch wenn ich wegen meines Berufs nicht mehr so oft dazu komme, meinen Glauben so zu praktizieren.

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