Wer den Islamismus kritisiert, lebt gefährlich: Der Journalist Julfikar Ali Manik über Recherchieren in Bangladesh


Er schreibt in Bangladesh über Kriegsverbrechen, politische Machenschaften und islamischem Extremismus. Damit hat sich der Journalist Julfikar Ali Manik viele Feinde gemacht. Doch von Drohungen lässt er sich nicht einschüchtern.

Patrick Zoll | Neue Zürcher Zeitung

Julfikar Ali Manik erinnert sich noch genau an die erste Drohung, die er wegen seiner Arbeit erhielt: «Wenn du am Leben bleiben willst, dann verlasse Dhaka», sagte eine Stimme am Telefon. Der heute 46-jährige Journalist aus Bangladesh erzählt die Episode mit einem breiten Lachen, als wäre gar nicht er selber betroffen gewesen. Es war Anfang der neunziger Jahre, die Militärdiktatur war eben erst zu Ende gegangen. Das Trauma der blutigen Trennung von Pakistan 1971 war immer noch frisch – verarbeitet ist es bis heute nicht. Manik, damals 22-jährig und ganz am Anfang seiner journalistischen Karriere, hatte sich entschieden, über Kriegsverbrechen zu recherchieren, die während des Unabhängigkeitskriegs begangen worden waren. Die Stimme am Telefon gehörte einem Politiker, den Manik als Kriegsverbrecher entlarvt hatte.

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