Die Macht der Mafia


Grafik TP
Deutschland und die Benelux-Staaten sind zu wichtigen Umschlagplätzen im internationalen Kokaingeschäft geworden – Behörden wollen eine „Landkarte des organisierten Drogenhandels“ zeichnen.

Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Bestechung ist heute das wichtigste Instrument, mit dem die Mafia in die Institutionen eindringt (…), denn man braucht heute nicht mehr zu töten, man besticht.
Roberto Scarpinato, ital. Staatsanwalt und Leiter der Untersuchungen zur Verflechtung von Mafia und Wirtschaft

Seitdem die italienischen Anti-Mafia-Jäger verstärkt den Kokain-Import der kolumbianischen und mexikanischen Drogen-Kartelle im Visier haben, laufen die Transporte vermehrt über die Beneluxländer und die dortigen Seehäfen. Von dort gelangt der Stoff nach Deutschland, das als Paradies für Geldwäscher bekannt ist, aber auch nach Italien, Großbritannien oder Russland. In Deutschland lassen sich problemlos auch große Geldsummen immer noch bar über den Tisch schieben; die Beträge sind kaum zurückzuverfolgen.

Der Kampf gegen das organisierte Verbrechen lässt sich nur länderübergreifend führen. So arbeiten deutsche und italienische Behörden, Staatsanwälte und spezielle Polizeieinheiten eng zusammen. Über Erfolge der Zusammenarbeit, in dem Fall gegen die Cosa Nostra (die „Ur-Mafia“), berichtete vor Jahresfrist auch Telepolis (La mafia in Germania); die sizilianische Cosa Nostra operiert seit Jahrzehnten mit Vorliebe in den Metropolen an Rhein und Ruhr auf den klassischen Geschäftsfeldern Drogen- und Waffenhandel und im Baugewerbe.

weiterlesen