Katholische Kirche: Dienst am Menschen sieht anders aus


Der Papst will mit einem groß angelegten Sondergipfel in Rom den Missbrauchsskandal aufklären und die Kirche weiter öffnen – aber sie ist und bleibt eine welt- und lebensfremde Institution, kommentiert Catrin Stövesand. Viele Priester hätten nur qua Amt ein Publikum, stünden aber nicht mit diesem im Kontakt.

Von Catrin Stövesand | Deutschlandfunk

Papst Franziskus hat nach Rom zitiert. Seit fünf Jahren ist er das Oberhaupt der katholischen Kirche. Nun macht er den Missbrauchsskandal zur Chefsache. Endlich soll über die Ursachen der zahlreichen Fälle von sexuellem Missbrauch gesprochen werden, über die Rolle, die der Zölibat dabei spielen kann und über Prävention. Der Termin im Februar wird im Fokus der weltweiten Berichterstattung stehen.
Natürlich gab es für den Papst in den vergangenen Jahren etliche andere Baustellen zu bearbeiten: die Kurie reformieren, den Pomp und die Abgehobenheit im Vatikan reduzieren, die Liste ist lang. Die Liste von Dingen, die die katholische Kirche zu der welt- und lebensfremden Institution gemacht hat, die sie schon seit sehr langer Zeit ist. Deren Vertreter scheinbar über dem Gesetz stehen, ob es nun um kriminelle Seilschaften der Vatikanbank geht oder um den Priester, der sich an Kindern vergeht. Der Herr Pfarrer darf das.
Nein, er darf das nicht.

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