Schnee aus der Kanone


Der schneereiche Winter der vergangenen Saison könnte ein Ausreißer gewesen sein. Der Einsatz von Schneekanonen zur Rettung des Wintersports ist umstritten.

Von Joachim Wille | Frankfurter Rundschau

Weiße Weihnacht? Aus der Mode gekommen. Auch in diesem Jahr war es ziemlich mau damit. Grauer Himmel, Regen, keine Flocke am Himmel. Nicht mal mit Kunstschnee war da was zu wuppen. Die Betreiber der Skigebiete in den deutschen Mittelgebirgen hatten Mitte Dezember ihre Schneekanonen schon mal angeworfen, um die Pisten in den Höhenlagen von Sauerland, Harz oder Erzgebirge fahrbereit zu machen. Da war es ein paar Tage lang kalt genug gewesen, um aus Wasser mit viel Strom Schnee zu fabrizieren. Doch dann kam die Wärme am vierten Advent, und aus der Traum.
Die Betreiber geben sich gelassen. Das „typische Weihnachtstauwetter“ sei das gewesen, heißt es etwa bei der „Wintersport Arena Sauerland“, die rund um Willingen und Winterberg in guten Jahren bis zu eine Million Gäste zählt. Der Dezember sei ja immer schon der am wenigsten schneesichere Monat gewesen, erst Januar und Februar gehe die weiße Post ab – mit Schnee vom Himmel oder eben aus der Kanone.

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