Militärbischof Rink: „Haben neuen Kalten Krieg in Europa“

Christliche Militärbischöfe sind an Bigotterie nicht zu überbieten. Rink, wie er sich selbst nicht sieht. Bild: bb
Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink befürwortet eine bedeutendere Rolle Deutschlands bei internationalen UN-Missionen. „Mit Blick auf Deutschlands Größe und Wirtschaftskraft sind wir in den UN-Einsätzen noch weit unterrepräsentiert“, sagte Rink dem „JS-Magazin – Die Evangelische Zeitschrift für junge Soldaten“ in Frankfurt am Main (Ausgabe 01/2019).

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Wo schwerste Menschenrechtsverletzungen oder gar Völkermord verübt würden, „hat die internationale Schutzgemeinschaft die Pflicht einzugreifen“, betonte Rink. Zwar sei der Bundeswehreinsatz in Mali sehr teuer. Dennoch leiste Deutschland „dort einen kleinen, bescheidenen Beitrag im Rahmen der Blauhelmmission“.

Wegen des Konflikts in der Ostukraine sei der Krieg näher gerückt, sagte Rink. „Wir haben nun einen neuen Kalten Krieg in Europa.“ Was sich auf der Krim zugetragen habe, beschäftige die Menschen vor allem in Litauen, Polen und Lettland. „Das merkt man den Soldaten dort an, auch den deutschen Soldaten vor Ort“, erklärte er.

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Diakonie für dauerhafte Kita-Finanzierung durch den Bund – wozu dann noch die Diakonie

Die Berliner Diakoniechefin Barbara Eschen hat weitere finanzielle Unterstützung des Bundes für die Kindertagesbetreuung gefordert.

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Die mit dem „Gute-Kita-Gesetz“ Mitte Dezember vom Bundestag beschlossenen Mittel in Höhe von 5,5 Milliarden Euro für die Länder dürften nicht auf vier Jahre befristet werden, sagte Eschen dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin. „Nur mit einer Entfristung der Mittel können wir die Qualitätsverbesserungen in den Kitas erhalten“, betonte die evangelische Theologin.

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Wölfe und Politik – Knallt die Bestie ab!

Wolf in einem Gehege im Biotopwildpark Anholter Schweiz Bild: dpa
Die deutsche Linie ist klar: Wölfe sollen friedlich leben dürfen, während Weidetiere und Menschen vor ihnen geschützt werden. Warum rüttelt Agrarministerin Julia Klöckner an dieser Regelung?

Von Christian Geyer |Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Antwort des Menschen auf die Rückkehr des Wolfs lautet: Wolfspolitik. Das in West- und Mitteleuropa schon einmal ausgerottete und seit zwei Jahrzehnten auch in Deutschland sich wieder vermehrende Raubtier gilt dem Menschen im Parlament als gut und nicht als böse, als ein Artenschutz-Erfolg, der hoch willkommen ist. Wolfspolitik nimmt quer durch die Fraktionen auf europäischer wie nationaler Ebene an, dass nicht der Wolf das Problem ist. Zum Problem wird er demnach erst durch schlechte soziale Bedingungen, durch eine menschliche Umwelt, die es versäumt hat, sich rechtzeitig auf den wilden Wiedergänger einzustellen, mental wie materiell.

In Umkehrung der Behindertenpolitik sagt eine Wolfspoltik, die sich dem „intelligenten Wolfsmanagement“ (der Umweltverband BUND) verpflichtet weiß: Der Wolf braucht weniger Barrierefreiheit, als er sie in einer wolfsmäßig nur unzureichend vorbereiteten Zivilisation derzeit noch genießt.

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Forscher: Bei Kirchen dominiert moralische Sicht auf Migration

Migranten an der Grenze zu den USA © Ramon Espinosa (dpa)
Bei den Kirchen steht nach Worten des Sozialwissenschaftlers Manfred Spieker eine moralische Perspektive auf Migrationsfragen im Vordergrund. Er hat Vorschläge, wie mit Migration und Integration umgegangen werden sollte.

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Wenn Papst Franziskus die Aufforderung „aufnehmen, schützen, fördern, integrieren“ formuliere, sei das nicht falsch, schreibt Spieker in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Montag. Diese Imperative „enthalten Pflichten, die sich aus dem Solidaritätsprinzip ergeben. Aber sie sind unvollständig.“

Kontrolle der Grenzen

Der demokratische Rechtsstaat müsse eine Ordnungsfunktion und Stabilität sichern, um diese Forderungen erfüllen zu können, betont der Wissenschaftler: „Der Schutz der Handlungsfähigkeit des Aufnahmestaates gebietet die Relativierung der vier Imperative“. Das „Erfordernis einer Grenzkontrolle“ sei indes in kirchlichen Stellungnahmen aktuell „ein blinder Fleck“.

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Brief an einen jungen Philosophen

Grafik: TP
Gut gemeinte Ratschläge für das Studium der Philosophie, um das Schlimmste zu verhindern

Winfried Degen | TELEPOLIS

In Zeiten, in denen der Mangel an guten Fachkräften, besonders in den MINT-Fächern, die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in zunehmenden Maße behindert, ist jeder talentierte junge Mensch, der sich irgendeinem Orchideenfach zuwendet, anstatt Natur- oder Ingenieurwissenschaften zu studieren, ein schwerer Verlust für unser Land. Der Autor hatte einen solchen Fall in der Familie und, um das Schlimmste zu verhindern, schrieb er einen Brief an einen jungen Philosophen.

Lieber S. ,

von Deiner Mutter erfuhr ich, dass du beschlossen hast, in B. Philosophie zu studieren. Das bekümmert mich sehr und ich schreibe Dir diesen Brief, um Dich zu bewegen, doch noch von diesem unnützen Unternehmen abzulassen.

Dabei geht es mir nicht zuerst um Deine wirtschaftliche Zukunft. Du weißt selber, wie viele Doctores Philosophiae letztlich als Taxifahrer ihr Brot verdienen müssen. Nein, Taxifahrer ist ein ehrenwerter Beruf, und jene, die diesen Beruf ausüben, leisten der Gesellschaft einen nützlicheren Dienst als die meisten Philosophen. Darum geht es mir also nicht.

Ich möchte Dich vielmehr bitten, Deine Motive für diesen Beschluss ernsthaft und ehrlich Dir selbst gegenüber zu prüfen. Du hast mir gesagt, dass Naturwissenschaften und Technik nicht ‚dein Ding‘ seien. Deine Mathematiknoten in der Schule seien selten besser als ausreichend gewesen. Dies alles interessiere Dich nicht. Ich kenne Dich auch als einen jungen Mann, der sich viele Gedanken macht, dem viele Fragen unbeantwortet bleiben. Ich kenne Deinen Einsatz für die Gerechtigkeit, Deine Unterstützung der Schwächeren.

Dies alles ehrt dich, und ich bin weit davon entfernt, dies als eine Schwärmerei der Jugend abzutun, die sich mit dem Alter schon legen wird. Aber glaube mir, um zu erfahren, was Gerechtigkeit ist, was Du also tun sollst, wie die Welt beschaffen ist, was Du also erkennen kannst, und wie Du selbst in dieser Welt stehst, wie Du also zu Dir selbst finden kannst, dazu wird Dir ein Studium der Philosophie wenig helfen. Wenn Du das glaubst, machst Du den gleichen Fehler, wie diejenigen, die glauben, mit einem Psychologiestudium ihr verkorkstes Seelchen wieder zurechtbiegen zu können.

Warum muss es unbedingt ein Studium sein? Warum willst Du nicht ein ehrbares Handwerk erlernen? Ein Tischler, der mit seinen Händen nützliche Dinge erschafft, ein Gärtner, der die Schönheit der Natur zum Blühen bringt oder ein Koch, der mit seiner Gaumenkunst seine Gäste beglückt – all diese können am Ende des Tages stolz darauf verweisen, dass sie die Welt, jeder an seinem Platz, ein wenig besser gemacht haben. Du sagst, du hättest zwei linke Hände, und Handwerk sei nichts für Dich. Höre ich da etwa einen Unterton von Hochmut durch?

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Ägypten richtet Ausschuss gegen Religionskonflikte ein

Präsident al-Sisi, Bild: businessinsider.com/bearb.:BB
Ab Januar wird es in Ägypten einen Ausschuss gegen Religionskonflikte geben. Präsident Abdel Fattah al-Sisi richtet ihn ein, um religiös motivierte Konflikte zu vermeiden. So will das Land gegen Extremismus und Terror vorgehen.

DOMRADIO.DE

Ägypten ruft einen neuen Ausschuss gegen Religionskonflikte ins Leben. Präsident Abdel Fattah al-Sisi ordnete laut ägyptischen Medienberichten per Dekret die Einrichtung eines solchen Gremiums unter Vorsitz seines Sicherheitsberaters an.

Gegen religiös motivierte Konflikte

Den Angaben zufolge werden dem Ausschuss Vertreter von Armee, Geheimdienst und der zuständigen Behörden angehören.

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Jugendforscher: Rechtspopulismus bei jungen Menschen eher unpopulär

Rechtspopulismus trifft nach Einschätzung des Jugendforschers Klaus Hurrelmann bei der Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland auf wenig Zustimmung. Alle Untersuchungen und Studien zeigten, dass die jungen Leute toleranter sind als die ältere Generation, sagte Hurrelmann dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das zeige sich auch im Wahlverhalten der Jungen.

Markus Geiler | evangelisch.de

Der Forscher fügte hinzu: „Aber keiner weiß, wie lange das hält in einer möglichen Krisensituation. Das hängt dann sehr stark davon ab, in welcher Arbeitsmarktsituation sie sich befinden und ob sie das Gefühl haben, in der Gesellschaft gebraucht zu werden.“ 2019 werden in den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Sachsen und Thüringen neue Landtage gewählt. Umfragen zufolge könnte die AfD derzeit hohe zweistellige Ergebnisse einfahren.

Insgesamt sei die Generation der unter 30-Jährigen nicht die, die AfD wählt, sondern es seien die etwas Älteren, sagte der Sozialwissenschaftler. Wenn sich die heute gute wirtschaftliche Situation allerdings ändere und damit sei zu rechnen, werde es auch einen Teil der jungen Generation treffen, die noch heute ihre Arbeitsplätze auswählen kann und sich um ihre berufliche Existenz keine Sorgen machen muss.

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Niere in Regenbogenfarben

Feinstruktur einer Mäuseniere © Nian Wang/ CC-by-sa 4.0
Unerwartete Schönheit: Diese Aufnahme zeigt eine Mäuseniere auf ganz neue Art. Denn die bunten Farben spiegeln die Ausrichtung der winzigen Kanälchen wider, durch die das Blut strömt und in denen es von Schadstoffen und Giften gereinigt wird. Diese mit einem speziellen Magnetresonanz-Tomografen gemachte Aufnahme ist das Gewinnerbild des BMC-Fotowettbewerbs „Research in Progress“.

scinexx

„Die bisher nie gesehenen Details und die faszinierenden Farben dieses Bildes haben uns überzeugt“, sagt Rachel Burley, Direktorin von BMC und Springer Open. „Es demonstriert die Fähigkeit der Wissenschaft und Forschung, uns neue Perspektiven zu eröffnen: Sie zeigen uns ganz neue Aspekte von Dingen, die jeder kennt, aber die durch weitere Details zu faszinierenden neuen Entdeckungen führen.“

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US-Richter setzt Urteil aus „Obamacare“ bleibt in Kraft

Bild: tagesschau.de
Das Gesundheitssystem von Ex-Präsident Obama bleibt weiterhin in Kraft. Der US-Richter, der „Obamacare“ für verfassungswidrig erklärte, hat sein Urteil ausgesetzt. Begründung: Er wolle keine Unsicherheit erzeugen.

tagesschau.de

Das von einem Richter im US-Bundesstaat Texas für verfassungswidrig erklärte Gesundheitssystem „Obamacare“ bleibt bis zur Berufungsentscheidung in Kraft. Richter Reed O’Connor hat sein eigenes Urteil gegen die Gesundheitsreform von Ex-Präsident Barack Obama ausgesetzt.

Zwar stehe er nach wie vor zu seinem Standpunkt, dass das gesamte Gesetz verfassungswidrig sei, schrieb O’Connor. Doch viele gewöhnliche Amerikaner wären „mit großer Ungewissheit“ konfrontiert, wenn sein Beschluss sofort umgesetzt würde. Das bedeutet, dass „Obamacare“ für die Dauer der Rechtsstreitigkeiten in Kraft bleibt. Das Berufungsverfahren wird voraussichtlich mindestens ein Jahr dauern.

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Mittelmeer: Deutsche NGOs suchen sichere Häfen für Bootsflüchtlinge

Rettungsschiff „Professor Albrecht Penck“. Bild. sea-eye.org
Die Rettungsschiffe „Sea-Watch 3“ und „Professor Albrecht Penck“ haben etwa 50 aus Seenot Gerettete an Bord. Hilfsappelle richten sich besonders an die deutsche Regierung, da 30 Städte Aufnahmebereitschaft erklärt haben

Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Seenotrettung vor der libyschen Küste gehörte im zu Ende gehenden Jahr 2018 zu den Themen, die am meisten polarisierten, Streit garantierten und Gefühle hochkochen ließen. Der neue italienische Innenminister Salvini von der rechtspopulistischen Lega Nord mischte im Sommer die angespannte Lage weiter auf, als er erklärte, dass italienische Häfen keine Migranten von Rettungsschiffen mehr aufnehmen würden.

Das Prinzip galt dann selbst für Schiffe der italienischen Küstenwache, wie sich im August am Beispiel der „Diciotti“ zeigte (vgl. Migranten aus Libyen: Nun ist die italienische Küstenwache das Problem). Jede Rettungsaktion war begleitet von mühsamen, langen Verhandlungen über einen sicheren Hafen, der die Passagiere aufzunehmen bereit ist, währenddessen die Schiffe, die Gerettete an Bord hatten, ein Notsignal nach dem anderen abgaben.

Die Verhandlungen über die Aufnahme der Migranten an Bord der „Diciotti“ führten letztlich dazu, dass Italien doch einen Teil der Bootsflüchtlinge aufnahm. Betont wurde, dass Italiens Häfen sich nicht wie in den Jahren zuvor als alleinige oder hauptsächlicher Adresse von Passagieren zur Verfügung stellen wollte. Es sei die Verantwortung ganz Europas. Salvini hatte bei seiner Kritik an den Anlandungen besonders die deutschen NGOs im Auge. Er bezeichnete die Seenotrettung als eine Art Subunternehmen der Menschenhändler und Schlepper.

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Dodo Marx: Müssen Kirchenlehre weiterentwickeln

Quelle: http://www.bgland24.de

Versagen und die Unfähigkeit, auf Missstände angemessen zu reagieren, bescheinigt Kardinal Reinhard Marx der Kirche für 2018. Zu einer wahren Erneuerung gehöre auch der Blick auf den Zeitgeist, denn die Tradition der Kirche sei nichts Abgeschlossenes.

katholisch.de

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat zum Jahreswechsel eine Erneuerung von Kirche und Gesellschaft angemahnt. Für die Kirche sei diese Notwendigkeit „gerade in den letzten Jahren und Monaten deutlich geworden angesichts des Versagens und der Unfähigkeit, auf Herausforderungen und Missstände angemessen zu reagieren“, sagte der Erzbischof von München und Freising laut Manuskript in seiner Silvesterpredigt im Münchner Liebfrauendom. „Das gilt gerade für uns als Verantwortliche in der Kirche und besonders im Blick auf das ungeheure Geschehen des sexuellen Missbrauchs, das im Kern ein Missbrauch geistlicher Macht war und ist.“

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Gute Kunst wirkt nach

Was passiert beim Kunstbetrachten in unserem Gehirn? © syolacan/ iStock
Tiefgehender Eindruck: Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir ein Kunstwerk betrachten? Diese Fragen haben nun Forscher erstmals mittels Hirnscans beantwortet – und Überraschendes entdeckt. Denn bei Bildern, die wir als besonders beeindruckend empfinden, schaltet sich ein Hirnnetzwerk ein, dass normalerweise nur unser Innenleben steuert. Lässt uns das Bild dagegen kalt, bleibt auch dieses „Default Mode Netzwerk“ stumm.

scinexx

Schönheit liegt nicht nur im Auge des Betrachters, sondern vor allem im Gehirn. Denn erst die Reaktion unseres Denkorgans entscheidet, ob ein ästhetischer Reiz bei uns Wohlgefühl auslöst oder nicht. Studien zeigen, dass gleich mehrere Netzwerke im Gehirn reagieren, wenn wir etwas als schön empfinden. Auch unser Belohnungszentrum ist beteiligt und ruft das besonders Glücksgefühl hervor.

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Die Zahl der getöteten Journalisten ist 2018 gestiegen

Für eine internationale Krise sorgte die Ermordung des saudischen Regimekritikers Jamals Khashoggi. – REUTERS/Huseyin Aldemir/File Photo
Am meisten Journalisten wurden in Afghanistan ermordet. In Europa wurden vier Journalisten umgebracht.

Die Presse.com

Die Zahl der bei Ausübung ihrer Arbeit getöteten Journalisten und Medienschaffenden ist 2018 um zwölf auf 94 gestiegen. Das teilte die Internationale Journalisten-Föderation (IFJ) am Montag mit. Damit sei der Trend der vergangenen drei Jahre umgekehrt, in denen die Zahl der getöteten Reporter jeweils gesunken sei.

Unter den Opfern im abgelaufenen Jahr waren demnach 84 Journalisten, Kameraleute und Techniker sowie zehn Medienmitarbeiter, die als Fahrer, Sicherheitskräfte oder Verkäufer gearbeitet hätten. Sechs der Opfer waren Frauen. 2017 waren 82 Journalisten und Medienschaffende getötet worden.

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