Brasilien: Ein katholisches Land soll evangelikal werden


Brasilien steht am Scheideweg: Politisch links oder rechts? © Leo Correa (dpa)
„Gott wird das Schicksal dieses Volkes zum Besseren lenken“: Seinen Wahlsieg verdankt Jair Bolsonaro nicht zuletzt den Pfingstkirchen. Sie wollen das katholisch geprägte Brasilien nun mithilfe ihres Günstlings grundlegend umgestalten.

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Der erste Auftritt des neu gewählten brasilianischen Präsidenten galt Ende Oktober der Pfingstkirche „Vitoria em Cristo“ (Sieg mit Christus) in Rio de Janeiro. „Gott wird das Schicksal dieses Volkes zum Besseren lenken. Armut, Gewalt, Arbeitslosigkeit, Korruption – all diese Erscheinungen der Hölle, weg mit euch, im Namen Jesu!“ Mit diesen Worten sprang Pastor Silas Malafaia wie ein Teufelsaustreiber neben Jair Messias Bolsonaro hin und her.

Seinen Wahlsieg hat der Ex-Fallschirmjäger Bolsonaro evangelikalen Gruppen wie dieser zu verdanken. Unter Katholiken, mit 60 Prozent die Mehrheit in Brasilien, lag sein linker Widersacher Fernando Haddad gleichauf. Die Pfingstkirchen repräsentieren nur 30 Prozent, sind aber politisch aktiver. Ihre Anhänger trommelten leidenschaftlich gegen die „korrupte Linke“ – und für den „Messias“.

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