Elektrifizierung: Enorme Fortschritte


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Die Energie- und Klimawochenschau: Von Fortschritt und Fortschrittsängsten, von Preisverfall und Schnäppchenjägern und von einer weiter expandierenden Solarindustrie

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Tageszeitungen, Magazine und Nachrichtensendungen bombardieren ihre Leser und Zuschauer gewöhnlich mit allerlei Unglücken, Katastrophen und Kriegen. Auch in Sachen Klimaschutz und Energiepolitik ist das meist nicht anders. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass es durchaus auch erfreuliche Nachrichten gibt, dass sogar hin und wieder auch über positive Trends berichtet werden kann.

Ein Beispiel dafür sind die Fortschritte in der globalen Elektrifizierung. Noch um das Jahr 2000 waren weltweit über zwei Milliarden Menschen ohne Zugang zur Stromversorgung, doch inzwischen sind es weniger als eine Milliarde. Das geht aus Informationen der Internationalen Energie Agentur (IEA) hervor. Indien habe 2018 alle Dörfer elektrifiziert und wolle bis Anfang der 2020er den allgemeinen Zugang zur Stromversorgung überall sicherstellen.

In Asien habe die Elektrifizierung 2017 91 Prozent der Menschen erreicht. Im Jahre 2000 seien es erst 67 Prozent gewesen. In Bangladesch wären vor 18 Jahren erst 20 Prozent der Menschen mit elektrischer Energie versorgt worden, 2017 seien es hingegen bereits 80 Prozent gewesen. In Indonesien – mit seinen bald 270 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Staaten – hätten inzwischen 95 Prozent der Einwohner Zugang zum Netz.

Quo vadis, Afrika?

Derweil liegt Afrika in der Entwicklung noch weit zurück. Erst ab 2014 wurden Fortschritte in der Elektrifizierung schneller als das Bevölkerungswachstum. Daher warten südlich der Sahara über 600 Millionen Menschen – mehr als im Jahre 2000 – weiter darauf, ihre Lebensmittel kühlen, abends bei Licht lesen und arbeiten oder das Handy im eigenen Haus aufladen zu können.

Die IEA vermisst in Afrika jedoch eine weitere Beschleunigung der Elektrifizierung und geht davon aus, dass das Bevölkerungswachstum den Fortschritt auffressen wird. Deshalb werde die Zahl der Menschen ohne Zugang zur Stromversorgung bis 2030 sogar wieder leicht zunehmen. Allerdings hat die IEA bisher in allen ihren Prognosen der letzten 20 Jahre regelmäßig das Potenzial der erneuerbaren Energieträger unterschätzt.

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