Michel Houellebecq: Der Prophet der „Gelbwesten“


© afp, FR Proteste in Paris.
In seinem neuen Roman „Serotonin“ beschreibt Michel Houellebecq die Verelendung der französischen Landbevölkerung.

Von Stefan Brändle | Frankfurter Rundschau

Schreiben kann er teuflisch gut. Doch hat Michel Houellebecq, der preisgekrönte Skandalautor der französischen Literatur, auch seherische Qualitäten? 2001 schrieb er in „Plattform“ über einen Terroranschlag auf ein fernöstliches Ferienparadies; ein Jahr später forderte ein Attentat in Bali mehr als 200 Menschenleben. 2015 erschien „Unterwerfung“ über den Vormarsch des Islamismus in Frankreich – just am Tag vor dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“.

In seinem neuen Roman „Serotonin“ beschreibt Houellebecq eine Verkehrsblockade, wie sie die Gelbwesten seit November inszenieren. Den Text des Buches hatte er schon im September abgeliefert und seither nicht mehr modifiziert.

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