Der Star der Gelbwesten in Frankreich verhaftet

Eric Drouet befindet sich in Polizeigewahrsam. Dem profilierten Wortführer der «gilets jaunes» wird die Organisation einer unbewilligten Manifestation vorgeworfen.

Andres Wysling | Neue Zürcher Zeitung

Die Polizei in Paris hat erneut Eric Drouet in Gewahrsam genommen. Der 33-jährige Lastwagenchauffeur gehört zu den Initianten der «gilets jaunes», er ist eines der bekanntesten Gesichter der französischen Protestbewegung. Er hatte auf Facebook für den 17. November zu Blockaden aufgerufen; am ersten Aktionstag der Gelbwesten beteiligten sich dann gegen 300 000 Personen im ganzen Land. Für den 8. Dezember rief er dann zum Sturm aufs Elysée – das werde der grosse Schlussstreich: «Samedi ce sera l’aboutissement final.» Das löste in den regierenden Kreisen grössere Beunruhigung aus.

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Tic-Tac-Toe aus DNA

Forscher haben ein Tic-Tac-Toe-Spiel aus DNA entwickelt. © Caltech
Tic-Tac-Toe im Nanoformat: Forscher haben die Fähigkeit der DNA zur Selbstorganisation für eine ganz neue Nanokonstruktion genutzt. Ausgehend von verschiedenen DNA-Fliesen kreierten sie ein „Drei gewinnt“-Spielfeld, das sogar bespielbar ist. Denn dank der Bindungseigenschaft der DNA lassen sich Fliesen mit spezifischen Eigenschaften an ganz bestimmte Positionen auf dem Spielfeld dirigieren und so ein „X“ oder „O“ setzen. Dieser Ansatz könnte künftig auch bei der Reparatur von Nanomaschinen helfen, wie das Team im Fachmagazin „Nature Communications“ berichtet.

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Das Erbmolekül DNA ist durch seine vier „Buchstaben des Lebens“ – die DNA-Basen – eine geniale Konstruktion der Natur. Weil nur jeweils zwei Basen zusammenpassen, ist ein Kopieren des Codes möglich und damit auch seine Weitergabe an Tochterzellen. Die Bindung der komplementären DNA-Basen ermöglicht jedoch auch die Konstruktion ganz neuer Formen und Bauteile aus DNA. Beim DNA-Origami nutzen Forscher diese Neigung zur Selbstorganisation, um DNA-Stränge zu netzartigen Geweben, dreidimensionalen Boxen oder Nano-Robotern zusammenzufügen.

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Böller lassen Feinstaub-Werte stark ansteigen

© dpa, FR Beim Silvesterfeuerwerk – wie hier in München – steigen die Feinstaubwerte sehr stark an.
Feuerwerk gehört zur Silvesternacht. Doch die Böllerei ist nicht ohne: Der Jahreswechsel bringt eine enorm hohe Feinstaubbelastung.

Von Friederike Tinnappel | Frankfurter Rundschau

Den Zusammenhang zwischen der Explosion von Feuerwerkskörpern und der Feinstaub-Konzentration in der Luft belegen etwa die Daten der Messstation an der Friedberger Landstraße. Dort wurden vor Silvester 13 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Am Silvestertag kletterte der Wert bereits vor Mitternacht auf 22 Mikrogramm – wohl wegen der vielen Knaller, die bereits vor dem Jahreswechsel gezündet wurden, sagte Matthias Muncke vom städtischen Umweltamt am Mittwoch auf Anfrage.

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Bischöfe: Ausländische Priester keine Dauerlösung

Bild: © Fotolia.com/gregorydean
Der katholischen Kirche in Deutschland fehlen Priester. Deshalb greifen die meisten Bistümer auf ausländische Geistliche zurück – auch Osnabrück und Hildesheim. Doch deren Bischöfe sehen darin kein Zukunftsmodell.

katholisch.de

Die niedersächsischen Bistümer Hildesheim und Osnabrück sehen im Einsatz ausländischer Priester kein Zukunftsmodell für die katholische Kirche in Deutschland. Künftig müssten stattdessen mehr Frauen und Männer in Teams den Glauben weitergeben, sagte der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Wir brauchen vor Ort Kleingruppen, die Verantwortung übernehmen.“ Lediglich für Zeiten des Übergangs könnten ausländische Priester eine Hilfe sein, meint der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode.

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Politische Bildung aufwerten

Demokratie wird nicht nur an der Wahlurne gelebt: In den Betrieben wird eine wichtige Grundlage gelegt.

Von Irene Schulz | Frankfurter Rundschau

Politische Bildung ist existenziell, „weil Demokratie die einzige Staatsform ist, die gelernt werden muss“. Der Sozialphilosoph Oskar Negt ist mit diesem vor Jahren geschriebenen Satz mitten im Heute: Fake News statt Nachrichten, populistische Verleumdungen statt belastbare Argumente, Wahlerfolge von Rechten und Rechtsradikalen. Wenn so die Tagesordnung aussieht, dann geht es um die Stärke unserer Demokratie.

Demokrat sein zu dürfen, ist ein Privileg; schauen wir uns nur um auf der Welt. Die damit verbundenen Rechte zu nutzen, will geübt sein. Denn Demokratie ist viel mehr als eine sekundenschnell gepostete Meinung. Demokratie lebt von Gestaltung und Gestaltungswilligen.

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Wie wir erfolgreich zuhören

In manchen Situationen fällt es uns schwer, unserem Gegenüber zuzuhören. © Agrobacter/ istock
Das Wichtige herausfiltern: Wenn es darum geht, aus einer Vielzahl von Geräuschen eine Stimme herauszufiltern, bestimmt auch die Kommunikation zwischen einzelnen Hirnregionen unseren Hörerfolg. Eine Studie enthüllt: In schwierigen Hörsituationen organisieren sich einzelne Module im Gehirn neu, um besser miteinander kommunizieren zu können. Je stärker diese Umstrukturierung der Hirnmodule, desto leichter fällt es uns offenbar, fokussiert zuzuhören.

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Ob Straßenlärm, Gesprächsfetzen oder Musik: In einer Umgebung mit vielen Hintergrundgeräuschen nur das wirklich Wichtige herauszufiltern – zum Beispiel die Stimme unseres Gegenübers –, stellt hohe Anforderungen an unser Aufmerksamkeitssystem. Wie gut jemand dazu in der Lage ist, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

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Fatwa: Muslime dürfen Christen gratulieren

Al-Azhar-Moschee erlaubt Muslimen Gratulation für Christen © Grant Whitty (unsplash)
Historischer Schritt: Muslime dürfen Christen zu deren Festen gratulieren und Geschenke mit ihnen austauschen. Zu diesem Schluss kommt eine Fatwa der Kairoer Al-Azhar-Moschee. Es ist das erste offizielle Urteil in diesem Moschee-Kontext.

DOMRADIO.DE

Der Islam fordere seine Anhänger auf, die Bünde der Freundschaft und des Mitgefühls zwischen den Menschen zu stärken, wie die ägyptische Zeitung „Al-Ahram“ am Dienstagabend berichtete.

Toleranz, friedliches Miteinander und Höflichkeit zwischen Muslimen und Christen angesichts der jeweiligen Feiertage sei nicht nur akzeptabel, sondern wünschenswert, erklärte den Angaben zufolge das „Internationale elektronische Fatwa-Zentrum“ der Al-Azhar in einem Facebook-Beitrag. Unter anderem führt die Fatwa Aussagen des Propheten Mohammed an, der selbst Geschenke von Königen und Herrschern angenommen habe.

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Den Identitären zum Trotz: Deutsche Heimat, deutsche Muslime

Dampfmaschinenhaus in Potsdam im maurischen Stil. Bild: maxrator / CC0
Diese Realität wollen ganz unterschiedliche Akteure immer noch nicht wahrhaben

Eren Güvercin | TELEPOLIS

Der Begriff eines „deutschen Islam“ hat den Beginn der neuen Auflage der Deutschen Islam Konferenz dominiert. Dabei wird einem sehr schnell klar, dass die unterschiedlichen Akteure etwas anderes in diese Begriffskonstruktion hineininterpretieren.

Ich hatte bereits 2012 in meinem Buch Neo-Moslems – Porträt einer deutschen Generation versucht die Lebensrealität der jungen Generation deutscher Muslime zu beschreiben. Einer Generation, die in Deutschland ihre Heimat sieht und das Migrantendasein und die Vorstellung, in einer Art Diaspora zu leben, lange schon überwunden hat. Diese Realität wollen ganz unterschiedliche Akteure immer noch nicht wahrhaben. Sie flüchten sich in Scheindebatten, weil es ihrem Weltbild nicht passt.

Konservative, AfD und türkeistämmige Konservative

Zu diesen Akteuren gehören Teile der Konservativen und die AfD. Für sie gibt es einen unüberbrückbaren Widerspruch zwischen deutsch und muslimisch. Aber zu diesen Akteuren gehören auch türkeistämmige Identitäre, die krampfhaft an der Legende dichten, dass Muslime, die sich selbstverständlich als deutsche Muslime bezeichnen, ein Instrument des deutschen Staates sind, um „den Islam“ auszuhöhlen.

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Was Erbgut aus einem 5700 Jahre alten Kaugummi alles verraten kann

Vor Tausenden Jahren kaute eine Frau auf einer heute dänischen Ostseeinsel einen Klumpen Birkenpech. Dieser verriet Forschern nun, dass sie blaue Augen und dunkle Haut hatte.

Stephanie Kusma |Neue Zürcher Zeitung

Birkenpech ist der älteste «Kunststoff» der Menschheit. Die klebrige Substanz entsteht, wenn Birkenrinde ohne Kontakt mit Sauerstoff verschwelt, und wurde laut manchen Forschern schon von den Neandertalern hergestellt. Birkenpech diente unter anderem als Klebstoff oder als Mittel zum Abdichten – und es wurde gekaut. Warum, ist unklar, die Spekulationen reichen von medizinischen Gründen bis zum Einsatz als Kaugummi. Experimente haben auch gezeigt, dass das Kauen die Brocken weich machen oder reinigen kann.

Reiche DNA-Ausbeute

Auf jeden Fall finden Archäologen immer wieder Birkenpech-Stücke mit Zahnabdrücken. Das brachte dänische Forscher auf die Idee, in einem solchen uralten «Kaugummi» nach Erbgut zu suchen. Für ihr Experiment benutzten sie einen etwa 5700 Jahre alten Brocken, der bei Ausgrabungen der steinzeitlichen Siedlung Syltholm auf der dänischen Ostseeinsel Lolland gefunden worden war.

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Streit um Tempel für Gott, der Frauen nicht widerstehen kann

Hunderttausende Frauen demonstrierten für die Durchsetzung eines Gerichtsurteils. – APA/AFP/-
Erstmals betraten zwei Frauen den heiligen Sabarimala-Tempel in Indien. Hindu-Traditionalisten sind erbost: Die Gottheit dürfe nicht von Frauen verführt werden. Hunderttausende demonstrierten mit einer Menschenkette.

Die Presse.com

Sollten Frauen den Sabarimala-Tempel, eines der heiligsten Gotteshäuser der Hindus in Indien, betreten dürfen? Diese Frage führt derzeit zu heftigen Auseinandersetzungen in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Staat. Jahrhundertelang war es Frauen im Alter zwischen zehn und 50 Jahren verboten, den Tempel im indischen Bundesstaat Kerala zu betreten. Das Argument konservativer hinduistischer Gruppen: Der Gott Ayyappa, dem der Schrein auf einem Berg gewidmet ist, lebe zölibatär. Besuchten gebärfähige Frauen den Tempel, könnte die Gottheit verführt werden.

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Die Katholische Kirche zieht keine Konsequenzen

Bild: DER TAGESSPIEGEL
Die Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz führt offenbar nicht zu Reformen. Die Gläubigen fordern ein Ende des Zölibats.

DER TAGESSPIEGEL

Die Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der katholischen Deutschen Bischofskonferenz löste am 25. September des abgelaufenen Jahres eine Erschütterung aus. Und sie wirkt nach. Falls die Bischöfe gehofft haben sollten, dass sich die Wogen nach einiger Zeit wieder glätten würden, haben sie sich getäuscht. Die Empörung hält an.

So fordert das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) inzwischen eine völlige Gleichstellung von Frauen und Männern in allen kirchlichen Ämtern sowie die Abschaffung des Zölibats, der verpflichtenden Ehelosigkeit katholischer Priester.

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Weniger „gutes“ Fett durch Cholesterinsenker

Cholesterinsenker können Leben retten – aber offenbar auch Fettpölsterchen fördern. © ETH Zürich
Negativer Effekt: Cholesterinsenker können sich offenbar ungünstig auf unser Fettgewebe auswirken. Wie eine Studie zeigt, reduzieren die vielfach verschriebenen Mittel ausgerechnet das „gute“ braune Fett im Körper. Dieser Gewebetyp ist besonders leicht verbrennbar und kann deshalb unter anderem Übergewicht vorbeugen. Ein Grund, die Medikamente nun grundsätzlich zu verteufeln, seien die Ergebnisse dennoch nicht, betonen die Forscher.

scinexx

Braunes Fettgewebe gilt gemeinhin als „gutes“ Fett. Denn während sein weißes Pendant an Hüfte, Gesäß, Bauch und Co Pölsterchen als Energiedepots für „schlechte Zeiten“ bildet, hat dieser Gewebetyp eine ganz andere Funktion: Braune Fettzellen sind darauf spezialisiert, ihnen zur Verfügung stehende Energie schnell zu verbrennen und in Wärme umzuwandeln – wer anteilig mehr davon hat, nimmt schneller ab und leidet seltener an Übergewicht und Diabetes.

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Papst: Besser Atheist als scheinheilig

Bild: © Stefano Spaziani/Romano Siciliani/KNA
Franziskus findet deutliche Worte: Menschen, die jeden Tag in die Kirche gehen, aber dann schlecht über andere reden oder sie sogar hassen? Diese Leute will der Papst in einem Gotteshaus nicht sehen.

katholisch.de

Papst Franziskus hat Heuchler in der Kirche kritisiert. „Wie oft sehen wir den Skandal dieser Personen, die in die Kirche gehen und dort jeden Tag sind. Und dann führen sie ein Leben, in dem sie andere hassen oder schlecht über andere Leute reden“, sagte der Pontifex am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan. Dann sei es besser, wenn man nicht in die Kirche gehe. „Lebe so, als seist du ein Atheist.“

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