Was Erbgut aus einem 5700 Jahre alten Kaugummi alles verraten kann


Vor Tausenden Jahren kaute eine Frau auf einer heute dänischen Ostseeinsel einen Klumpen Birkenpech. Dieser verriet Forschern nun, dass sie blaue Augen und dunkle Haut hatte.

Stephanie Kusma |Neue Zürcher Zeitung

Birkenpech ist der älteste «Kunststoff» der Menschheit. Die klebrige Substanz entsteht, wenn Birkenrinde ohne Kontakt mit Sauerstoff verschwelt, und wurde laut manchen Forschern schon von den Neandertalern hergestellt. Birkenpech diente unter anderem als Klebstoff oder als Mittel zum Abdichten – und es wurde gekaut. Warum, ist unklar, die Spekulationen reichen von medizinischen Gründen bis zum Einsatz als Kaugummi. Experimente haben auch gezeigt, dass das Kauen die Brocken weich machen oder reinigen kann.

Reiche DNA-Ausbeute

Auf jeden Fall finden Archäologen immer wieder Birkenpech-Stücke mit Zahnabdrücken. Das brachte dänische Forscher auf die Idee, in einem solchen uralten «Kaugummi» nach Erbgut zu suchen. Für ihr Experiment benutzten sie einen etwa 5700 Jahre alten Brocken, der bei Ausgrabungen der steinzeitlichen Siedlung Syltholm auf der dänischen Ostseeinsel Lolland gefunden worden war.

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