Erst seit dem 14. Jahrhundert ist einer der drei Könige schwarz Henker, Hexen, Teufel – und dann ein König

Die Heiligen Drei Könige in der Krippe auf dem Petersplatz © Harald Oppitz (KNA)
Black is beautiful? In der Malerei und Literatur des Mittelalters galt schwarze Hautfarbe noch als Symbol für Hexer, Teufel und Außergesetzliche. Erst ab dem 14. Jahrhundert wird einer der drei Könige ein Schwarzer.

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Der Vorwurf lautet auf Diskriminierung und Rassismus: Seit mehreren Jahren spaltet der „Zwarte Piet“ (Schwarze Peter) die Niederländer. Auch im abgelaufenen Jahr diskutierte das Land einmal mehr über die Hautfarbe des Nikolaushelfers, der in der Regel schwarz geschminkt ist, die Lippen rot angemalt hat und Ohrringe trägt. Auch in Deutschland gab es bisweilen Proteste, weil katholische Sternsinger, als Heilige Drei Könige verkleidet, zur Weihnachtszeit mit einem schwarz geschminkten König von Haus zu Haus zogen. In manchen Gemeinden wird aufs Schminken mittlerweile ganz verzichtet.

Das sogenannte „Blackfacing“ – 2015 als Begriff zum Anglizismus des Jahres gewählt – als Angriff auf die Menschenwürde? Dabei können die Anfänge der Darstellung eines dunkelhäutigen Königs in der christlichen Bildsprache und in der europäischen Kunst geradezu als Zeichen der Aufgeschlossenheit für Afrika gedeutet werden.

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Beruf: Die Religion darf keine Rolle spielen

Marion F. darf nicht mehr bei der Caritas arbeiten, weil sie aus der Kirche ausgetreten ist. Ist das noch zeitgemäß? Eine Debatte über einen schwierigen Fall.

Von Miriam Zissler | Augsburger Allgemeine

Der Stein des Anstoßes in der Auseinandersetzung zwischen der Caritas und ihrer ehemaligen Mitarbeiterin Marion F. war ihre plötzlich zutage getretene Konfessionslosigkeit. Ob das nun der Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses war, mag und kann hier nicht geklärt werden. Doch worüber es im im Jahr 2019 im beruflichen Umfeld grundsätzlich keine Diskussion mehr geben sollte, ist die grundsätzliche Frage nach der Konfession.

Ob jemand Mitglied der katholischen oder evangelischen Kirche, ob jemand ausgetreten oder gar nicht erst getauft, ob jemand Muslim oder Jude ist, sollte kein Grund für oder gegen eine Einstellung sein. Denn dann würde es in Deutschland, einem Land in dem Religionsfreiheit ein Grund- und Menschenrecht ist, offenbar für bestimmte Arbeitgeber und Berufe eine richtige oder eine falsche Religionszugehörigkeit geben.

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Brown Dwarfs: The Coolest Stars or the Hottest Planets?

Brown dwarfs mix features of stars and planets, but they are their own unique entities. This artist’s illustration shows the brown dwarf 2MASSJ22282889-431026, which NASA’s Spitzer and Hubble space telescopes simultaneously observed. Credit: NASA/JPL-Caltech
It sounds like the start of a really bad riddle: „I’m bigger than a planet, but I’m not a star. And I’m smaller than a star, but I’m not a planet. Who am I?“

By Paul Sutter | SPACE.com

But instead of a cheesy brain-teaser, this is actually an entry point into exploring just how astronomers classify the exotic objects of our universe. It’s also an opportunity to understand some of the weirdest citizens of the Milky Way.

The answer to the riddle, by the way, is „I’m a brown dwarf.“ [Brown Dwarfs: Strange Failed Stars of the Universe Explained (Infographic)]

What’s in the name?

Despite the name, brown dwarfs are not very brown. These objects, with masses ranging from 12 times that of Jupiter up to half the mass of the sun, emit light on their own … just usually not very much. The largest and youngest ones are quite hot, giving off a steady glow of warm light. From a distance, those stars would look indistinguishable from their stellar cousins, the red dwarfs. The smallest and oldest ones, by contrast, are barely visible, emitting radiation firmly in the infrared part of the spectrum. You wouldn’t even be able to pick them out without the help of night-vision goggles.

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Mobilmachung für den Cyberwar

Mit völlig übertriebenen Bedrohungsszenarien soll eine Gefahr suggeriert werden. Vergessen scheint, dass Hacking und Leaking auch Mittel der Subversion gegen die Macht sein können – Ein Kommentar

Peter Nowak | TELEPOLIS

„Hackerangriff mit Opfern in Berlin“, Dieser Angriff gilt der ganzen Gesellschaft oder „Ein schwerer Anschlag auf die Demokratie“. Solche Überschriften in den aktuellen Medien lassen nicht zufällig an einen Terrorangriff mit Toten und Verletzten denken. Es wird mobil gemacht für die Verschärfung im Cyberkrieg.

So rückt auch mal wieder ins Bewusstsein, dass mit dem Kampf im Cyberwar schon seit Jahren eine massive Aufrüstung von der Politik vorbereitet wird. Da kommen die aktuellen Meldungen über Datenlecks bei Politikern und Künstlern gerade recht, um das deutsche Publikum einzustimmen auf noch mehr Härte im Cyperwar. Da wird dann eher kleinlaut eingeräumt, dass es wohl gar nicht um Hackerangriffe, sondern eher um schlampigen Umgang mit der Datensicherheit gehandelt hat. Zudem waren die Leaks den Behörden schon länger bekannt, nur den meisten Betroffenen nicht. Egal, die martialischen Töne über Angriffe auf die Demokratie und die Gesellschaft oder „Angriff auf das Herz der Verfassung“ (berliner Kurier) sollen die Bevölkerung zusammenschweißen, was auch für den Cyberwar wie für alle Kriege nötig ist.

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Brasiliens Frauen-Ministerin sorgt für Aufruhr: „Jungs ziehen sich blau an, Mädchen rosa“

Brasília: Nur wenige Minuten im Amt und schon den ersten Skandal provoziert: Brasiliens neue Familienministerin sorgt mit einer umstrittenen Äußerung für Empörung.

RP ONLINE

„Jungs ziehen sich blau an, Mädchen rosa“: Mit dieser Äußerung hat Brasiliens neue Ministerin für Frauen, Familien und Menschenrechte, Damares Alves, in sozialen Netzwerken eine Flut empörter wie humorvoller Reaktionen ausgelöst. In einem Video, das sich am Freitag rasend schnell im Internet verbreitete, ist die Ministerin zu sehen, wie sie am Rande ihrer Amtseinführung begeistert sagt: „Achtung, Achtung. Es ist eine neue Ära in Brasilien: Die Jungs ziehen sich blau an und die Mädchen rosa“.

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Der Ursprung des Wortes „Mem“

Was haben LOLcats mit Evolutionsbiologie zu tun?

Von Johanna Mayer | RDF

Erste bekannte Verwendung: 1976

Wortherkunft: Ein Evolutionsbiologe vermischte das altgriechische Wort mimeme (nachahmen) mit dem englischen Wort gene, um die Voraussetzungen für LOLcats, Success Kid, Rick Rolling und so viel mehr zu schaffen.

Ein mundgerechtes Stück Kultur

„Ein Großteil dessen, was am Menschen ungewöhnlich ist, lässt sich in einem einzigen Wort zusammenfassen“, schreibt der Evolutionsbiologe Richard Dawkins in seinem 1976 erschienenen Buch Das egoistische Gen. „Kultur.“

Aber was hat Kultur mit Evolutionsbiologie zu tun? Wie Gene, so argumentiert er, bringt die kulturelle Vererbung einen Pfad zur Evolution hervor.

„Ich meine, dass auf diesem unserem Planeten kürzlich eine neue Art von Replikator aufgetreten ist“, schreibt Dawkins. „Er starrt uns ins Gesicht. Zwar ist er noch jung, treibt noch unbeholfen in seiner Ursuppe herum, aber er ruft bereits evolutionären Wandel hervor, und zwar mit einer Geschwindigkeit, die das gute alte Gen weit in den Schatten stellt. Das neue Urmeer ist die ‚Suppe‘ der menschlichen Kultur.“

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Rettungsschiffe vor Malta – Deutschland will europäische Lösung

Die Lage von zwei deutschen Rettungsschiffen vor Malta bleibt verfahren. Bisher ist unklar, wohin die 49 Migranten kommen dürfen. Die Bundesregierung hofft weiter auf eine europäische Lösung.

tagesschau.de

Die Bundesregierung ist zur Aufnahme der von deutschen Hilfsorganisationen im Mittelmeer geretteten Migranten bereit – allerdings im Rahmen einer „breiten europäischen Verteillösung“. Das sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

Derzeit harren 49 aus dem Mittelmeer gerettete Migranten auf den beiden deutschen Schiffen „Sea-Watch 3“ und „Professor Albrecht Penck“ aus. Die Schiffe liegt vor der Küste von Malta. „Insgesamt ist die Lage an Bord mittlerweile sehr angespannt“, sagte Ruben Neugebauer, Sprecher der Organisation Sea-Watch. „Das Land ist zum Greifen nah, dennoch hat die Europäische Union 49 Menschen seit zwei Wochen in Geiselhaft genommen“, kritisierte er.

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„Polizisten haben häufig rechte Weltbilder“

© Peter Jülich, FR Bei Polizeikontrollen, die einen rassistischen Hintergrund vermuten lassen, sollten Passanten ruhig mal stehen bleiben.
Der Philosoph Daniel Loick über Rassismus in der Polizei, notwendige Reformen und die Aufgabe der Zivilgesellschaft.

Von Hanning Voigts | Frankfurter Rundschau

Herr Loick, kurz vor Weihnachten hat die Nachricht für bundesweites Aufsehen gesorgt, dass gegen mehrere Frankfurter Polizisten ermittelt wird, weil sie sich unter anderem rechtsextreme Nachrichten geschickt haben sollen. Waren Sie überrascht von diesem Skandal?

Nein, keineswegs. Betroffene von rassistischen und diskriminierenden Polizeihandlungen, sei es in Form von Racial Profiling oder offener Gewalt, weisen schon seit Jahren auf das Problem des Rassismus bei der Polizei hin. Die Berliner Initiative „KOP“ hat beispielsweise eine ausführliche Dokumentation von Fällen seit dem Jahr 2000 erstellt, die auch online zugänglich ist. Aber diese Stimmen werden seit Jahren vom öffentlichen Diskurs aktiv ignoriert. Ihre Berichte werden nicht ernstgenommen, das gilt für die Medien ebenso wie vor Gericht. Hinzu kommt, dass viele Polizisten aus ihren rassistischen Einstellungen selbst kaum einen Hehl machen. Man denke etwa an den Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der immer wieder rechte Positionen öffentlich vertreten hat. Da darf man sich nicht wundern, wenn solche Positionen innerhalb der Polizeistrukturen auf guten Nährboden fallen.

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Code-Name ‚Corona‘: Earliest Spy-Satellite Images Reveal Secrets of Ancient Middle East

By mapping historical spy-satellite images to recent aerial photos, researchers can find historical sites that vanished decades ago. Credit: Center for Advanced Spatial Technologies, University of Arkansas
When the United States launched its first secret „spy satellites,“ in the 1960s, the onboard cameras captured never-before-seen views of Earth’s surface.

By Mindy Weisberger | LIVESCIENCE

Though once used for uncovering critical military secrets of U.S. foes, those now-declassified images recently found a new purpose: providing archaeologists with an important window into the past.

Scientists are using the satellites‘ decades-old photos of the Middle East to reconstruct archaeological sites that disappeared many years ago, erased by urbanization, agricultural expansion and industrial growth, researchers reported in December at the annual meeting of the American Geophysical Union (AGU).

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Hindu-Traditionalisten protestieren gegen die Besuche von Frauen in einem Tempel

Der Besuch zweier Frauen in einem Hindu-Tempel hat in Indien heftige Proteste ausgelöst. Über 1300 Personen wurden festgenommen. Die beiden Besucherinnen stehen unter Polizeischutz.

Neue Zürcher Zeitung

Bis vor wenigen Monaten galt für sie ein Bann. Jetzt ist es drei Frauen innerhalb von zwei Tagen gelungen, den Sabarimala-Tempel im indischen Gliedstaat Kerala zu betreten. Am Mittwoch hatten sich erstmals zwei Frauen Zutritt verschafft – heimlich und im Schutz der Dunkelheit.

Die dritte Frau, die aus Sri Lanka stammt, betete laut Angaben der Polizei am Donnerstagabend in der Anlage. Sie ist 47 Jahre alt und kam als Gläubige, sagte ein Polizist gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei sei über den Besuch informiert gewesen und habe die Lage beobachtet.

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Arbeitsverweigerer sind nützlich für Arbeitnehmer

Symbolbild: CC0
Der FDP-Bundestagsabgeordnete Karlheinz Busen fordert für gesunde ALG-II-Bezieher unter 35 eine Gegenleistung für das Arbeitslosengeld II. „Bis zum 35. Lebensjahr würde bei mir kein gesunder Bürger einen Cent Arbeitslosengeld II ohne Gegenleistung bekommen. Außer bei Krankheit könnte jeder auch Spargel stechen. Die Menschen müssen einfach mehr rangenommen werden“, erklärte Busen der Rheinischen Post.

Jörg Gastmann | TELEPOLIS

Die Ideologie

Busens Begründung: „Der Arbeiter, der 40 Stunden in der Woche schrubbt, ist frustriert, wenn Hartz-IV-Empfänger mit Mietzuschuss und Freibeträgen für andere Leistungen ähnlich viel Geld haben, ohne einen Finger zu rühren.“ Womöglich hat sich der Abgeordnete Busen die Welt am Sonntag vom 20.07.2003 eingerahmt und an die Wand gehängt. Dort versuchte Journalist M., seinen Lesern knochenharte Feldarbeit-Billigstjobs als Quelle des Glücks zu verkaufen. Im Erdbeerpflücker-Selbstversuch erklärte M., ihn „durchströmte das Gefühl, dass diese Stunden wertvoll sind – ein Gefühl des Aufgehobenseins, des Miteinanders, gepaart mit der Ahnung, dass all dies einen Sinn ergibt, das Feld, der Frühtau. Nach einer weiteren halben Stunde bekomme ich starke Rückenschmerzen.“ Ende des Selbstversuchs. Für 50 Cent pro Erdbeerkiste.

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Oster: Staat-Kirche-Verhältnis wird spannungsreicher

Bild: © KNA
Nicht nur die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, sondern auch der Passauer Bischof Stephan Oster ist bei der CSU-Klausur in Kloster Seeon zu Gast. Er sprach über die Beziehungen zwischen Staat und Kirche – und wagte einen Blick in die Zukunft.

katholisch.de

Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche wird nach Ansicht des Passauer Bischofs Stefan Oster spannungsreicher werden. Auch „die innerkirchlichen Auseinandersetzungen“ würden künftig nicht abnehmen, sagte Oster am Wochenende bei einer Tagung der CSU-Bundestagsabgeordneten im oberbayerischen Kloster Seeon. Dort sprach der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz über „Menschenbild, Werte, Kirche und Jugend“ sowie über das „C“ in Kirche und Politik.

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Trump: «Wir können einen nationalen Notstand verhängen und sie sehr schnell bauen»

Der amerikanische Präsident droht im Streit um die Finanzierung der Grenzmauer, den nationalen Notstand auszurufen. Zudem stelle er sich auf einen «Shutdown» von nie dagewesener Länge ein.

Neue Zürcher Zeitung

Der amerikanische Präsident Donald Trump ist im Streit um die Finanzierung seiner Grenzmauer zu Mexiko bereit, den nationalen Notstand auszurufen. Damit drohte er nach dem Spitzentreffen von Freitag mit Repräsentanten seiner Republikaner und der oppositionellen Demokraten im Weissen Haus. Bei dem Treffen war kein Durchbruch erzielt worden.

Trump erklärte, dass er die Mauer notfalls ohne Zustimmung des Kongresses bauen könnte, wenn er «einen nationalen Notstand wegen der Sicherheit unseres Landes» verhängen würde. «Das kann ich machen, wenn ich will», sagte er. «Wir können einen nationalen Notstand verhängen und sie sehr schnell bauen. Das ist ein anderer Weg, es zu machen. Aber wenn wir es durch einen Verhandlungsprozess machen können, werden wir es probieren.»

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Debatte um Rückgabe von Kolonial-Kulturgütern intensiviert sich: Museen als Raubkunstpaläste?

Raubkunst aus Benin © Daniel Bockwoldt (dpa)
Die Diskussion um Objekte aus deutscher Kolonialzeit verstärkt sich. Immer mehr Politiker und Museumsexperten fordern eine Rückgabe. Doch damit allein ist es nicht getan.

DOMRADIO.DE

Diese Bibel hat einen langen Weg zurückgelegt: 1866 wurde das Neue Testament in der Sprache des namibischen Volks Nama in Berlin gedruckt. Später gelangte es in den Besitz von Hendrik Witbooi, einem Anführer des Widerstands gegen die deutschen Kolonialherren. 1893 erbeutete die deutsche Schutztruppe die sogenannte Witbooi-Bibel. 1902 schließlich wurde sie dem Stuttgarter Lindenmuseum geschenkt.

Schon bald geht die Reise zurück: Im Februar will Baden-Württemberg das Buch zusammen mit einer Lederpeitsche Witboois der namibischen Regierung zurückerstatten.

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