Beruf: Die Religion darf keine Rolle spielen


Marion F. darf nicht mehr bei der Caritas arbeiten, weil sie aus der Kirche ausgetreten ist. Ist das noch zeitgemäß? Eine Debatte über einen schwierigen Fall.

Von Miriam Zissler | Augsburger Allgemeine

Der Stein des Anstoßes in der Auseinandersetzung zwischen der Caritas und ihrer ehemaligen Mitarbeiterin Marion F. war ihre plötzlich zutage getretene Konfessionslosigkeit. Ob das nun der Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses war, mag und kann hier nicht geklärt werden. Doch worüber es im im Jahr 2019 im beruflichen Umfeld grundsätzlich keine Diskussion mehr geben sollte, ist die grundsätzliche Frage nach der Konfession.

Ob jemand Mitglied der katholischen oder evangelischen Kirche, ob jemand ausgetreten oder gar nicht erst getauft, ob jemand Muslim oder Jude ist, sollte kein Grund für oder gegen eine Einstellung sein. Denn dann würde es in Deutschland, einem Land in dem Religionsfreiheit ein Grund- und Menschenrecht ist, offenbar für bestimmte Arbeitgeber und Berufe eine richtige oder eine falsche Religionszugehörigkeit geben.

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