Mobilmachung für den Cyberwar


Mit völlig übertriebenen Bedrohungsszenarien soll eine Gefahr suggeriert werden. Vergessen scheint, dass Hacking und Leaking auch Mittel der Subversion gegen die Macht sein können – Ein Kommentar

Peter Nowak | TELEPOLIS

„Hackerangriff mit Opfern in Berlin“, Dieser Angriff gilt der ganzen Gesellschaft oder „Ein schwerer Anschlag auf die Demokratie“. Solche Überschriften in den aktuellen Medien lassen nicht zufällig an einen Terrorangriff mit Toten und Verletzten denken. Es wird mobil gemacht für die Verschärfung im Cyberkrieg.

So rückt auch mal wieder ins Bewusstsein, dass mit dem Kampf im Cyberwar schon seit Jahren eine massive Aufrüstung von der Politik vorbereitet wird. Da kommen die aktuellen Meldungen über Datenlecks bei Politikern und Künstlern gerade recht, um das deutsche Publikum einzustimmen auf noch mehr Härte im Cyperwar. Da wird dann eher kleinlaut eingeräumt, dass es wohl gar nicht um Hackerangriffe, sondern eher um schlampigen Umgang mit der Datensicherheit gehandelt hat. Zudem waren die Leaks den Behörden schon länger bekannt, nur den meisten Betroffenen nicht. Egal, die martialischen Töne über Angriffe auf die Demokratie und die Gesellschaft oder „Angriff auf das Herz der Verfassung“ (berliner Kurier) sollen die Bevölkerung zusammenschweißen, was auch für den Cyberwar wie für alle Kriege nötig ist.

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