«Luther fälschte sein Geburtsdatum – für ein besseres Horoskop»

Die Astrologie existiert seit 3000 Jahren – ihre Geschichte ist entsprechend bewegt: Einige Religionen haben sie bekämpft, bei anderen ist sie integraler Bestandteil der Tradition. Welches Verhältnis Religion und Astrologie haben, weiss Religionswissenschaftler Kocku von Stuckrad.

Interview Olivia Röllin |SRF

SRF: Astrologie ist für einige Leute auch eine Orientierungshilfe. Hat Astrologie religiöse Züge?

Kocku von Stuckrad: Seit ihrer Entstehung hat die Astrologie immer auch religiöse Züge gehabt. Im alten Babylonien waren es die Priester, die die Bewegungen der Sterne interpretieren mussten. Denn diese deuteten auf den Willen der Göttinnen und Götter hin, die sich in «ihren» Sternen manifestierten. Auch in Griechenland und Rom waren die Sterne mit der Götterwelt verbunden. Dies kann man an Namen wie Jupiter oder Venus erkennen.

Und wie ist das heute?

Heute sehen das die meisten Leute entspannter. Es gibt auch viele Christen, die Astrologie betreiben. Im gesamten Bereich von heutiger Spiritualität und psychologischer Astrologie könnte man sagen: Astrologie hat in dem Sinne religiöse Züge, dass sie den Menschen in einen grösseren, metaphysischen Gesamtzusammenhang einbindet.

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Am Anfang war die Information…“

Grafik: TP
Der Wissenssoziologe Robert Feustel über die religiösen Tendenzen der Digitalisierung?

Dominik Irtenkauf | TELEPOLIS

Robert Feustel hat im Verbrecher Verlag ein Buch veröffentlicht, in dem er religiösen Tendenzen in der Digitalisierung kritisch nachgeht. Die These: Aus dem Konzept „Information“ wird im Zuge der Digitalisierung ein Kult gebaut, der zuweilen religiöse Züge annimmt. Manche Autoren und Theoretiker entkoppeln das Thema auf eine Art und Weise, dass beinahe heilsbringende Erwartungen an die heutige Informationsgesellschaft geweckt werden. Anders gesagt: Die Digitalisierung wird zum Allheilmittel, da ihre Grundlagen anscheinend präzise und eindeutig sind. Information ist immer schon da und braucht nicht besonders hinterfragt werden.

Dr. Robert Feustel, der an der Universität Jena im Arbeitsbereich Wissenssoziologie und Gesellschaftstheorie forscht, analysiert diesen Diskurs und stellt die Frage nach Original und Fälschung, Fakt und Fake sowie Wahrheit und Lüge.

Hinter dem Wort „Information“ schillern viele Begriffe. Woran liegt diese begriffliche Unschärfe?

Robert Feustel: Wörter und ihre Bedeutung hängen immer vom Kontext ab, in dem sie stehen oder gesagt werden. Da ist Information zunächst keine Ausnahme. Das Besondere ist eher, dass irgendwann im 20. Jahrhundert gerade dieses Wort eine besondere Kontur bekam, weil es für neutral und objektiv, also unabhängig vom Kontext gehalten wurde. Information galt als das, was der immerzu missverständlichen Sprache vorauszugehen scheint, die Objektivität von Null und Eins. Tatsächlich allerdings bliebt das Wort Information immer „nur“ ein Signifikant, ein Begriff, der gedeutet und verstanden werden muss. Die Differenz zwischen angenommener Objektivität und tatsächlicher Vieldeutigkeit macht den Unterschied zu anderen Begriffen aus.

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„Jadehase“ rollt auf den Mond

Mondrover „Jadehase“ bei seinem ersten Ausflug auf die Mondoberfläche © China National Space Administration
Es war eine Sensation, als am 3. Januar 2018 erstmals eine chinesische Raumsonde auf der abgewandten Seite des Mondes landete. Jetzt hat der Rover Jadehase (Yutu) erstmals seine Muttersonde Chang’e 4 verlassen, um auf eigene Faust die Mondumgebung zu erkunden. Diese Aufnahme zeigt den Jadehasen und seine Reifenspuren bei diesem ersten Ausflug.

scinexx

Es ist nicht die erste Landung Chinas auf dem Mond: Bereits im Dezember 2013 war die Raumsonde Chang’e 3 mitsamt ihres Rovers Yutu erfolgreich auf der Vorderseite des Mondes gelandet. Dies war die erste Landung einer Sonde auf dem Mond seit 37 Jahren, zuletzt hatte der Erdtrabant im Jahr 1976 Besuch von der sowjetischen Mondsonde Luna 24 erhalten.

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Umfrage: Vertrauen zum Papst ist am stärksten zurückgegangen

Die Deutschen trauen gesellschaftlichen Institutionen immer weniger: Laut einer aktuellen Umfrage steht es um das Vertrauen zu den beiden großen Kirchen besonders schlecht – getoppt aber noch von der Person des Papstes.

katholisch.de

Fast alle gesellschaftlichen Institutionen in Deutschland verlieren in den Augen der Bürger an Vertrauen. Das meiste Vertrauen genießen laut dem am Montag in Köln veröffentlichten RTL/n-tv-Trendbarometer die Polizei (78 Prozent) sowie Universitäten und Ärzte (je 77 Prozent).

Zwar hält sich die Polizei noch knapp auf Platz 1 der Ranking-Liste von 26 Institutionen, ist aber gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozentpunkte abgerutscht. Am stärksten zurückgegangen ist das Vertrauen zum Papst (minus 20 Punkte), zur katholischen (minus 9) und zur evangelischen Kirche ( minus 10) sowie zur Bundeswehr (minus 13), zu den Schulen (minus 10) und – bei den Erwerbstätigen – zum eigenen Arbeitgeber (minus 9).

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Junkermann: Kirche ist wichtige Stimme gegen Rechtspopulisten

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, sieht die Kirche als wichtige Stimme in der Auseinandersetzung mit Rechtspopulisten. So sei es auch eine aufklärerische Aufgabe, über die Inhalte der AfD aufzuklären, sagte Junkermann am Sonntag in Magdeburg MDR Aktuell.

evangelisch.de

Es sei „nach wie vor markant für die AfD, dass sie sich profiliert über Abgrenzung und Verunglimpfung anderer politischer Meinungen, bis hin zur Hetze und Hassreden, selbst aber politisch relativ wenig inhaltlich liefert“, sagte die Bischöfin. Sie plädierte dafür, das Gespräch mit AfD-Wählern zu suchen. Gerade im Osten gebe es ein Bedürfnis nach verlässlicher und stabiler Orientierung. Dabei sei es Aufgabe der Kirche, eine Grundzuversicht zu vermitteln.

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Drei Formen des Friedens

Grafik: TP
Ob zwei in Frieden miteinander leben, zeigt sich daran, wie sie ihre Konflikte austragen. Ist Gewalt im Spiel, dann ist zwischen den beiden kein echter Frieden. Erst recht nicht dann, wenn Krieg

Georg Meggle | TELEPOLIS

Was ist Gewalt – und was ist Krieg? Darüber herrscht keineswegs Einigkeit. Aber klar ist: Je schwächer die Begriffe von Gewalt und Krieg, desto stärker der resultierende (negative) Friedens-Begriff. (Negativ, weil nur über die Negation von Gewalt und Krieg definiert.)

Den stärkst möglichen (positiven) Friedens-Begriffen entsprechen die Paradiesträume der verschiedenen Kulturen. Dort fehlt sogar die Voraussetzung für Unfrieden. Im Paradies gibt es keine Konflikte. Bei uns schon. Ein insofern „realistischer“ Friedens-Begriff ist z.B. der von Thomas Hobbes: „Die Zeit aber, in der kein Krieg herrscht, heißt Frieden.“

Die wichtigste Frage ist: Was ist gegen Krieg zu tun? Im Wesentlichen gibt es darauf drei Antworten, je nachdem, ob der Frieden durch (1) (Androhung von) Gewalt, durch (2) das Recht oder (3) durch Gerechtigkeit bewirkt werden soll.

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Umfrage zufolge wollen Briten in der EU bleiben

APA/AFP/NIKLAS HALLE’N
Wenn es derzeit eine zweite Volksabstimmung gäbe, sprächen sich 46 Prozent für einen Verbleib und 39 dagegen aus, wie am Sonntag aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorging.

Die Presse.com

Knapp drei Monate vor dem geplanten Brexit würden einer Umfrage zufolge die meisten Briten lieber in der EU bleiben. Wenn es derzeit eine zweite Volksabstimmung gäbe, sprächen sich 46 Prozent für einen Verbleib und 39 dagegen aus, wie am Sonntag aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorging.

Die übrigen Befragten würden demnach entweder nicht an einem solchen Referendum teilnehmen, sind noch unentschieden oder wollten sich nicht äußern. Wenn die Unentschlossenen und die Befragten ohne Angaben herausgerechnet werden, liegt das Verhältnis bei 54 Prozent für und 46 Prozent gegen eine EU-Mitgliedschaft.

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Bundespräsident Steinmeier: Sternsinger machen die Welt heller

Bild: © katholisch.de/stz
Königlicher Besuch im Schloss Bellevue: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender haben am Sonntag die Sternsinger empfangen. Steinmeier dankte den Mädchen und Jungen dabei für ihren Einsatz für notleidende Kinder.

Von Steffen Zimmermann |katholisch.de

39 Sternsinger aus dem Bistum Trier haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntag den Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ in das Schloss Bellevue in Berlin gebracht. Dabei schrieben die Sternsinger die Segensformel „20*C+M+B+19“ an das Eingangsportal des Amtssitzes des Bundespräsidenten.

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Drinkable Cocktail Interferes with Alzheimer’s and Restores Memories

Amyloid beta plaques accumulated in a mouse hippocampus.
Yale researchers have identified a drinkable cocktail of designer molecules that interferes with a crucial first step of Alzheimer’s and even restores memories in mice, they report Jan. 2 in the journal Cell Reports.

Bill Hathaway | scitechdaily.com

The binding of amyloid beta peptides to prion proteins triggers a cascade of devastating events in the progression of Alzheimer’s — accumulation of plaques, a destructive immune system response, and damage to synapses.

“We wanted to find molecules that might have a therapeutic effect on this network,” said senior author Stephen Strittmatter, the Vincent Coates Professor of Neurology, professor of neuroscience, and director of the Yale Alzheimer Disease Research Center.

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Neil MacGregor: Das Leben mit den Göttern ist eine Metapher für das Leben miteinander

Neil MacGregor, Buchautor und Intendant des Berliner Humboldtforums Bildrechte: imago/IPON
„Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten“ von Neil MacGregor war ein Bestseller. Auch sein neues Buch: „Leben mit den Göttern“ baut auf museale Objekte auf, die wieder aus dem British Museum stammen, dessen Direktor er bis 2015 war. Inzwischen steht der Historiker dem Berliner Humboldtforum als Intendant vor. In seinem neuen Buch „Leben mit den Göttern“ handelt er nicht etwa eine Geschichte der Religionen ab – vielmehr erzählt er spannend, wie der Glaube Gemeinschaften formt und prägt, wie der Glaube Menschen verbindet, aber auch trennt. Für ihn gilt: So, wie wir mit unseren Göttern leben, so leben wir letztendlich auch miteinander.

Von Hartmut Schade | MDR KULTUR

Religion? Eine Sache von gestern. Zum Aussterben verurteilt wie Saurier und Säbelzahntiger. Darauf schien die Geschichte seit zwei- oder dreihundert Jahren hinauszulaufen. In Europa am stärksten, aber auch in Amerika, der islamischen Welt oder Afrika und Asien war die Religion auf dem Rückzug. Seit einigen Jahrzehnten ist aber der Glaube wieder auf dem Vormarsch. Der Wendepunkt, so schreibt Neil MacGregor, sei die Islamische Revolution im Iran von 1979 gewesen.

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Polen: PiS-Regierung mit Rechtsaußen für die Digitalisierung

Adam Andruszkiewicz. Bild: gov.pl/CC BY-SA-3.0
Der ehemalige Chef der rechten „Allpolnischen Regierung“ wurde zum Staatssekretär für Digitalisierung, vermutlich weil „Radio Maryja“ nun eine eigene Partei gründen will

Jens Mattern | TELEPOLIS

„Ich war nie ein Faschist, diese Ideologie ekelt mich an wie der Kommunismus“, erklärte Adam Andruszkiewicz, der kürzlich nominierte Staatssekretär im polnischen Ministerium für Digitalisierung. Doch es gibt Zweifel an dieser Aussage. Der 28 Jahre junge Mann beschäftigt darum Polens Öffentlichkeit.

Andruszkiewicz war noch 2015 Chef der „Allpolnischen Jugend“ – einer Rechtsaußen-Organisation, die sich in den 1930-er Jahren nach dem Vorbild der spanischen Faschisten „Falange“ gegründet hat. Deren Mitglieder argumentieren gegenüber Andersdenkenden schon mal mit Fäusten und Schuhwerk. Derzeit wendet sich die Vereinigung vor allem gegen Migranten aus Nahost und gegen Liberale.

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Missbrauchsopfer kritisieren Entschädigungs-Entwurf

Ein Mann betet auf den Knien während eines Gottesdienstes zum Gedenken an die Opfer von Missbrauch durch Kirchenmitglieder © Fabrice Caterini-Inediz (KNA)
Der Eckige Tisch hat Kritik am Entwurf für ein neues Opferentschädigungsgesetz geübt. Für die Opfer sexueller Gewalt durch das Versagen der katholischen Kirche bringe der Gesetzentwurf „eigentlich nichts oder sogar Verschlechterungen“.

DOMRADIO.DE

Das sagte der Sprecher Matthias Katsch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Sonntag. Das sei enttäuschend.

Der Entwurf zeige, dass eine Lösung in der Entschädigungsfrage bei den Opfern der Katholischen Kirche gefunden werden müsse. „Denn auf den Staat können wir uns dabei nicht verlassen“, so Katsch. Zur Initiative Eckiger Tisch haben sich Missbrauchsopfer aus vom Jesuitenorden geführten Schulen zusammengeschlossen.

„Kultur des Missbrauchs“

Auch der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hatte den Entwurf kritisiert.

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Satellitengalaxie auf Crashkurs mit der Milchstraße

imago/imagebroker
Die Astronomen halten es für möglich, dass bei dem Crash der beiden Galaxien auch unser Sonnensystem aus seiner Bahn geschleudert wird.

Die Presse.com

Der Milchstraße steht ein Galaxiencrash bevor: Die Große Magellansche Wolke, eine Begleiterin unserer Heimatgalaxie, wird in etwa 2,4 Milliarden Jahren mit ihr kollidieren. Das sagen Simulationsrechnungen einer Forschergruppe der Universität Durham in Großbritannien voraus.

Das Team um Marius Cautun stellte seine Prognose im Fachblatt „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ (MNRAS) vor. Die Astronomen halten es für möglich, dass bei dem Crash der beiden Galaxien auch unser Sonnensystem aus seiner Bahn geschleudert wird.

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Deutschland: Zahl neu eintreffender Flüchtlinge sinkt

Während die Flüchtlingszahlen weltweit im vergangenen Jahr erneut gestiegen sind, nimmt die Zahl der Ankünfte in Deutschland weiter ab.

evangelisch.de

Wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Sonntag in Berlin mitteilte, sank in Deutschland die Zahl der Asylanträge in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres um weitere 20 Prozent. Im ersten Halbjahr 2018 seien 81.800 Anträge auf Asyl registriert worden. 2017 waren es im gleichen Zeitraum 101.000 Anträge, 2016 noch 387.700, wie das Flüchtlingshilfswerk weiter mitteilte.

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