Johanniskraut: Es ist ein Kreuz mit dem Kraut

Dem giftigen Jakobskraut zum Verwechseln ähnlich: Johanniskraut. Bild: Rainer Wohlfahrt
Nicht alles, was die Natur bereithält, ist ein Segen für Mensch und Tier. Auch das viel gelobte Johanniskraut wird regelmäßig zum Streitfall in der Naturheilkunde. Weshalb eigentlich?

Von Jörg Albrecht | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vergangene Woche warnte ich davor, sich sein eigenes Antidepressivum nach schwedischem Vorbild zusammenzumixen, in Form eines alkoholischen Extraktes von Blüten und Blättern des Johanniskrauts. Warum soll der Laie die Finger davon lassen? Weil die Chance nicht gering ist, dass er stattdessen das Jakobskreuzkraut erwischt, das Ende Juni zur selben Zeit blüht und Ersterem zum Verwechseln ähnlich sieht. Jakobskraut enthält erhebliche Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden, welche die Leber schädigen. Als Verunreinigung wurde es bereits in Teemischungen und Wildsalaten entdeckt, auch in Honig wurden seine Inhaltsstoffe gefunden und in Heu, das an Pferde und Rinder verfüttert wird. Das Bundesinstitut für Risikobewertung, das in anderen Fällen weniger streng ist, fordert in Bezug auf Pyrrolizidine sogar eine „Nulltoleranz“.

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Wer lügt am meisten?

Männer lügen tendenziell häufiger als Frauen. © SIphotography/ istock
„Pinocchios“ im Blick: Ob jemand zum Lügen neigt, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig – doch von welchen? Eine Meta-Analyse bestätigt nun, dass die Tendenz zur Unehrlichkeit unter anderem von Alter und Geschlecht beeinflusst wird. Demnach lügen jüngere Menschen häufiger als ältere und Männer häufiger als Frauen. Daneben entscheidet aber auch die konkrete Situation darüber, ob wir flunkern oder ehrlich bleiben.

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Lügen gilt in den meisten Gesellschaften als unmoralisch. Trotzdem lügen Menschen immer wieder, um sich Vorteile zu verschaffen – sei es die Schummelei bei der Steuererklärung oder ein korruptes Geschäft im großen Stil. Doch welche Faktoren treiben uns zur Unehrlichkeit? „Obwohl es zahlreiche Studien gibt, die untersuchen, wer, wann und warum lügt, sind die Ergebnisse nicht eindeutig, teilweise sogar widersprüchlich“, sagt Philipp Gerlach vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin.

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Mehr als eine Million Katholiken huldigen schwarzer Jesus-Figur auf den Philippinen

Teilnehmer der Prozession versuchen, die Statue zu berühren. (AP / dpa / Bullit Marquez)
Auf den Philippinen sind in einer der größten religiösen Prozessionen der Welt wieder mehr als eine Million Katholiken barfuß durch die Hauptstadt Manila gezogen.

Dlf24

Sie huldigten dem sogenannten Schwarzen Nazarener, einer hölzernen Jesus-Figur, die durch die Straßen getragen wurde. Ihr werden heilende Kräfte nachgesagt. Viele Gläubige versuchten, die Statue zu berühren. Entlang der sieben Kilometer langen Strecke waren mehr als 7.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz.

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Australien: Hakenkreuze am Altersheim

Dem Vernehmen nach hat die Nazi-Gruppe «Antipodean Resistance» am Eingang zum jüdischen Altersheim Emmy Monash im australischen Melbourne Hakenkreuz-Aufkleber angebracht.

tachles.ch

Ein Mann, der seine im Heim wohnenden Eltern besuchte, entdeckte die Kleber. Der Exekutivrat der australischen Judenheit (ECAJ) verfolgt seit Jahren schon die Aktivitäten dieser Nazi-Gruppe. ECAJ-Präsident Anton Block meinte: «Die Mitglieder der ‚Antipodean Resistance’ sehen sich als seine Art Elite, als die Möchte-Gerne-Diktatoren Australiens.

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Pazifik: Tiefsee wird kälter statt wärmer

Die pazifische Tiefsee kühlt sich ab – aber warum? © Larry Madin/ Woods Hole Oceanographic Institution
Ozeanisches Paradox: Obwohl die Meere weltweit immer wärmer werden, gilt dies nicht für die pazifische Tiefsee. Das Wasser unterhalb von 2.000 Metern Tiefe wird sogar um 0,02 Grad pro Jahrhundert kälter, wie die vergleichende Auswertung historischer Messungen enthüllt. Der Grund dafür: Der tiefe Pazifik reagiert mit einer Verzögerung von mehreren Jahrhunderten auf Temperaturtrends der Oberfläche – und befindet sich daher zeitlich noch in der „Kleinen Eiszeit“.

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Die Ozeane sind ein wichtiger Klimapuffer unseres Planeten. Sie nehmen sowohl Kohlendioxid als auch Wärme aus der Umgebung auf und sorgen so für einen klimatischen Ausgleich. Während das Oberflächenwasser dabei relativ schnell auf Umweltveränderungen reagiert, ist dies bei der Tiefsee nicht der Fall: Wegen eines relativ langsamen Wasseraustauschs kann es Jahrhunderte dauern, bis sich Temperaturveränderungen oder CO2-Gehalte auch im Tiefenwasser niederschlagen.

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Es ist Unsinn, über Gott zu reden

Bild: Foto: Wittgenstein Archive Cambridge, dpa
Abenteuerlich, wie vor 100 Jahren ein Buch in die Welt kam, das das Denken revolutionieren sollte. Und dabei wird etwas Wesentliches in ihm meist übersehen! Ludwig Wittgensteins „Tractatus“ bleibt faszinierend

Von Wolfgang Schütz | Augsburger Allgemeine

Es gibt nicht wenige Sätze in diesem dünnen Buch, die legendär geworden sind. Darunter der letzte: „7 Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ Denn gemeint ist damit ja Wesentliches von dem, was die Philosophie bis dahin über 2000 Jahre hinweg beschäftigt hat: die Moral, der Sinne des Lebens, Gott … Und zuvor schon: „5.6 Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt …“ Oder: „5.632 Das Subjekt gehört nicht zur Welt, sondern es ist eine Grenze der Welt.“

Gedanken wie in Marmor gemeißelt sind das, präsentiert wie Verordnungen. Mit einem Zahlensystem im Aufbau geordnet und in der Hierarchie gegliedert – wie ein mathematischer Beweis. Oder das Gesetzbuch.

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Die Caritas, der politische Arm der katholischen Kirche

Caritas-Präsident Michael Landau. – APA/HERBERT NEUBAUER
Wer selbst politisch agiert, darf auch nach politischen Maßstäben gemessen werden. Es kommt allerdings auf den Ton an.

Oliver Pink | Die Presse.com

„Profitgier“ hat FPÖ-Klubchef Johann Gudenus der Caritas am Heiligen Abend unterstellt, FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker legte während der Weihnachtsfeiertage nach, sprach von der „Asylindustrie“, die die Caritas bediene. ÖVP-Staatssekretärin Karoline Edtstadler rief beide Seiten zur Mäßigung auf – und wurde dann heftig dafür kritisiert, dass sie die Angreifer (die FPÖ) mit den Angegriffenen (der Caritas) gleichsetze.

Allerdings: Begonnen hat diesmal die Caritas. Am 23. Dezember beklagte Caritas-Präsident Michael Landau das „Empathiedefizit der Regierung“. Wichtiger als neuer Stil sei guter Stil. „Mit Sorge beobachten wir einen Klimawandel in unserem Land.“ Der Ton werde rauer, das Klima kälter. „Ich habe den Eindruck, hier ist der gesellschaftliche Wertekompass ein Stück weit abhandengekommen oder verrutscht.“

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Militärbischof Rink: Soldaten als Friedensmächte achten – kognitive Dissonanzen?

Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink hat dazu aufgerufen, Soldatinnen und Soldaten als Friedensmächte zu achten. Die Bundeswehr eröffne mit ihren Einsätzen in anderen Ländern Entwicklungschancen, die am „gerechten Frieden“ ausgerichtet seien, sagte Rink am Montag zum Abschluss eines Internationalen Protestantischen Soldatentreffens in Südfrankreich dem Evangelischen Pressedienst (epd). Mit ihren internationalen Kontakten wirke die Militärseelsorge an diesem Prozess mit.

evangelisch.de

Das 67. Internationale Protestantische Soldatentreffen war am Sonntagabend in Méjannes-le-Clap zu Ende gegangen.

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Stadtdechant: Aussagen deutscher Kardinäle untragbar und diffamierend

Bild: © KNA/Jörg Loeffke
Deutliche Kritik an den Kardinälen Müller und Brandmüller: Kölns Stadtdechant Robert Kleine wirft ihnen eine bösartige Diffamierung Homosexueller und ein Ablenkungsmanöver vom Missbrauchsskandal vor.

katholisch.de

Der Kölner Stadtdechant Robert Kleine hat im Zusammenhang mit der Missbrauchsdebatte die deutschen Kardinäle Gerhard Ludwig Müller und Walter Brandmüller scharf kritisiert. „Wenn ein römischer Kardinal die aufkommende Diskussion über Zölibat, kirchliche Sexualmoral und Priesterausbildung […] als ‚Missbrauch des Missbrauchs‘ geißelt, halte ich das – nicht zuletzt auch den Missbrauchsopfern gegenüber – für untragbar“, sagte Kleine laut domradio.de beim Dreikönigsempfang des Katholikenausschusses der Stadt Köln am Montagabend.

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EU-Kommission will künstliche Intelligenz zur Überwachung nutzen

Screenshot: Video European Supercomputers/YouTube
Ein EU-Dokument vergleicht das Maschinenlernen mit der Erfindung der Elektrizität. Insgesamt sollen 20 Milliarden Euro in Forschungen zu „KI made in Europe“ fließen

Matthias Monroy | TELEPOLIS

Ein Koordinierter Plan für künstliche Intelligenz der Europäischen Union sieht vor, Algorithmen verstärkt in den Bereichen „Migration und Infrastrukturüberwachung“ einzusetzen. So steht es im Anhang der Mitteilung der EU-Kommission, die der Generalsekretär kurz vor Weihnachten an den Rat gerichtet hat. KI-basiertes maschinelles Lernen soll demnach vor allem in den Bereichen Geoinformation und Erdbeobachtung genutzt werden.

Die EU betreibt das Programm Copernicus, das aus zunächst sechs optischen und radarbasierten Satelliten besteht. Die aus dem All generierten Bilder und Geodaten werden für Umwelt- und Sicherheitsbelange genutzt. Als wichtigster Abnehmer im Sicherheitsbereich gilt Frontex, die über „Copernicus“ Satellitendaten für ihr Grenzüberwachungssystem Eurosur anfordert. Auch die Überwachung des „Grenzvorbereichs“ erledigt die EU-Grenzagentur unter anderem mit Satellitendaten. Eurosur ist laut Frontex jetzt schon in der Lage, mithilfe von Algorithmen verdächtige von unverdächtigen Schiffen zu unterscheiden.

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Radikal-islamische Kräfte bei Islamkonferenz – Verhärtete Fronten nach Ditib-Konferenz

Zentralmoschee der DITIB in Köln © Rolf Vennenbernd (dpa)
Der Kölner Bezirksbürgermeister Josef Wirges kritisiert die Islamkonferenz in der Ditib-Zentralmoschee Anfang Januar. Die Teilnahme radikal-islamischer Kräfte an der Konferenz verstärke die Ressentiments gegenüber Muslimen, so der SPD-Politiker.

DOMRADIO.DE

Wenn von 100 Teilnehmern zwei einer „konservativ-reaktionären Richtung“ des Islam angehört hätten, seien das „schon zwei zu viel“, sagte er am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. „Das ist nicht förderlich für das Zusammenleben der Menschen bei uns im Veedel (Viertel)“, sagte der Bürgermeister von Köln-Ehrenfeld, wo die 2018 vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan eröffnete Ditib-Moschee steht.

Vertreter der Muslimbrüder

Nach Angaben des deutsch-türkischen Moscheeverbands Ditib haben vergangene Woche mehr als 100 Personen aus 17 Ländern an der dreitägigen Konferenz teilgenommen. Darunter waren laut Medienberichten auch zwei Vertreter der als radikal-islamisch eingestuften Muslimbrüder. „In einem demokratischen Rechtsstaat hat Ditib die Möglichkeit einzuladen, wen sie will“, räumte Wirges ein.

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Robert Habecks Kotau nach rechts

Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Foto (September 2018): Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE
Nicht seine Äußerungen in den Videos waren falsch, sondern seine Distanzierung davon

Peter Nowak | TELEPOLIS

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck wurde in den letzten Monaten als Siegertyp vermarktet, der seine Partei zum Erfolg führen wird. Nun steht Habeck im Mittelpunkt eines Streits, bei dem noch offen ist, ob es für ihn ein Erfolg wird.

Neigt sich die Erfolgskurve, könnte Habeck dafür verantwortlich gemacht werden. Nun wird jetzt manchmal heute schon so getan, als würde sich Habeck aus der Politik zurückziehen. Dabei hat er sich nur von Twitter und Facebook verabschiedet. Zudem verknüpft Habeck grünentypisch seinen Rückzug mit Zerknirschung und Selbstkritik.

Gestern Nachmittag hatte der Landesverband Thüringen ein kurzes Video hochgeladen, das vor Wochen auf dem Bundesparteitag im November aufgenommen wurde. Im Kern rufe ich in diesem Video dazu auf, die Thüringer Grünen im Wahlkampf zu unterstützen. Solche Videos, die über Twitter verbreitet werden und so in der digitalen Welt wirken sollen, hatte ich zuvor auch für die Brandenburger und Sächsischen Grünen gesprochen, jedes Mal mit drei bis sechs Anläufen, damit sie genug Material zur Auswahl hatten. Gesendet wurde jetzt ein Video, das so klang, als würde ich Thüringern absprechen, weltoffen und demokratisch zu sein. Was ich natürlich null tue. Ich war so oft in dem Land und habe so viele Reisen und Veranstaltungen gemacht, dass ich nicht den Hauch eines Zweifels daran lassen möchte, welch erfolgreichen Weg es eingeschlagen hat.
Robert Habeck

Habeck hat im Video nichts Falsches gesagt

Tatsächlich hat Habeck in dem Video nichts Falsches gesagt, allerdings sind seine Aussagen sicher nicht förderlich für eine Partei, die Volkspartei sein will.

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Wie das Glückshormon unser Essverhalten beeinflusst

Wenn wir Leckereien verspeisen, wird im Gehirn das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet. © Stock-colors/ istock
Essen für das Belohnungsgefühl: Der Botenstoff Dopamin reguliert über Belohnungsreize unsere Nahrungsaufnahme. Forscher haben nun herausgefunden, wie genau dies vonstattengeht. Demnach erfolgt die erste Ausschüttung des Glückshormons bereits, wenn leckeres Essen unsere Zunge berührt. Eine zweite Freisetzung erfolgt dann, wenn die Nahrung den Magen erreicht hat. Diese Reaktion ist auch abhängig von unserem persönlichen Verlangen nach dem jeweiligen Lebensmittel, wie das Team berichtet.

scinexx

Das als Glückshormon bekannte Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff unseres Nervensystems. Es spielt vor allem im Belohnungssystem eine zentrale Rolle und wird zum Beispiel dann ausgeschüttet, wenn wir lang angestrebte Ziele erreichen oder ein Verlangen oder die unmittelbare Aussicht auf Belohnung uns zu einer Handlung motivieren. So mischt Dopamin mit, wenn sich ein Schüler über eine Eins in Mathe freut – aber auch, wenn ein Raucher sich die langersehnte Zigarette ansteckt.

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Chile will Kardinal Ezzati die Staatsbürgerschaft entziehen

Bild: © KNA
Viele Chilenen haben wegen des Missbrauchsskandals kein Vertrauen mehr in die Kirche. Sie fordern Konsequenzen für die Bischöfe. Der chilenische Senat will dem nun nachkommen – und beginnt bei Kardinal Ricardo Ezzati.

katholisch.de

Die Kommission für Menschenrechte des chilenischen Senats hat sich dafür ausgesprochen, Kardinal Ricardo Ezzati die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Das Votum über den bereits im Juli des vergangenen Jahres gestellten Antrag erfolgte einstimmig, berichtete die chilenische Zeitung „La Tercera“ am Montag. In der Begründung hieß es, der Erzbischof von Santiago de Chile sei den Ansprüchen seiner Aufgabe und seiner ihm ehrenhalber verliehenen chilenischen Staatsbürgerschaft nicht gerecht geworden. Damit die Entscheidung der Kommission rechtsgültig wird, müssen der Senat und die Abgeordnetenkammer zustimmen.

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