Massenfestnahme bei Gottesdienst in Südafrika: Kircheninterner Streit mit Folgen

Symbolbild: Kirche in Südafrika © N.N. (Pixabay)
In Südafrika ist es bei einem Gottesdienst am Wochenende zu einer Massenverhaftung gekommen. Dabei wurden mindestens 23 Menschen festgenommen und zahlreiche Waffen sichergestellt, wie die Polizei am Sonntagabend mitteilte.

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Offenbar streiten die Anhänger der betreffenden evangelikalen Freikirche darüber, wer der legitime Anführer der Gruppierung ist. Medienberichten vom Montag zufolge brach beim Gottesdienst der International Pentecostal Holiness Church (IPHC) in der östlichen Provinz Limpopo am Wochenende Gewalt zwischen den rivalisierenden Gruppen aus. Zwei Besucher mussten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. „Während der Festnahme konnten wir über 20 Benzinbomben, ein Messer und vier Speere sicherstellen“, so ein Sprecher der Polizei. Die Verhafteten seien zwischen 14 und 23 Jahre alt. Sie sollen nun vor Gericht erscheinen.

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Es gibt kein Menschenrecht auf Glück – und auch keine Pflicht, danach zu streben

Die Vorstellungen vom Glück wandeln sich über die Zeiten hinweg. Und nicht jeder versteht dasselbe darunter. Und doch gehört die Sehnsucht nach dem Glück zu einer Konstante des Daseins.

Maurizio Ferraris | Neue Zürcher Zeitung

Die Vorstellungen von Glück sind so unterschiedlich, dass sie an Tolstois Aussage, alle glücklichen Familien ähnelten sich, zweifeln lassen oder zumindest die Frage aufwerfen, ob mit Glück immer ein und dasselbe gemeint sei. Um eine äusserst schematische Antwort auf diese Frage zu versuchen, können wir auf herkömmliche Unterteilungen zurückgreifen: die Alten und die Modernen, die Klassiker und die Romantiker oder, um Schiller zu bemühen, die Naiven und die Sentimentalischen, wobei «naiv» keineswegs mit unbedarft, sondern vielmehr mit unverfälscht, echt und ursprünglich, während «sentimentalisch» bei näherer Betrachtung mit ironisch, pervers und künstlich gleichzusetzen ist.

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Vatikan prägt neue Latein-Vokabeln: Von E-Mail bis Präservativ

Moderne Ansprache: Technische Neuerungen machen auch vor dem Vatikan nicht Halt. (picture alliance / dpa / Maxppp / Riccardo De Luca)
O tempora o mores! Wer spricht in Rom eigentlich noch Latein? Selbst der Papst und die Kardinäle verwenden die Sprache der Weltkirche kaum noch. Um sie lebendig zu halten, erfindet eine vatikanische Kommission neue Vokabeln für das 21. Jahrhundert.

Von Thomas Migge | Deutschlandfunk Kultur

Wenn es darauf ankommt, versteht Roberto Spataro sich auszudrücken wie ein antiker Rhetor: wortreich und in einer Art und Weise, wie höchstwahrscheinlich auch Cicero und Seneca gesprochen haben. Der katholische Geistliche lehrt als Professor am Pontificium Institutum Altioris Latinitatis, einer Salesianerhochschule im Norden Roms. In der italienischen Kirche eilt dem Altphilologen ein Ruf als Latein-Koryphäe voraus. Spataro ist fest davon überzeugt, dass die Sprache der alten Römer sehr wichtig ist, auch heute noch.

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Evolution’s Gravity: A Paean to Natural Selection

Image: NAUTILUS
Physicists speak of four fundamental forces that govern the interactions among the bits of matter that make up our universe.

By Michael McCullough | NAUTILUS

The strongest of these four forces, aptly known as the Strong Force, is so powerful that it can keep an atom’s positively charged protons from ripping the atom’s nucleus apart as their mutually repellent positive charges push them in opposite directions. The second fundamental force, electromagnetism, is 137 times weaker than the strong force, but its ability to cause bits of matter with opposing electrical charges to attract each other, and to cause bits of matter with like charges to avoid each other, is what gives unique three-dimensional structure to atoms, molecules, and even the proteins that form the building blocks of our body’s cells. At only one-millionth the strength of the strong force, the third fundamental force—the so-called weak force—changes quarks from one bizarre “flavor” to another and gives rise to nuclear fusion reactions.

The weak force deserves a better name: It’s actually the fourth force—gravity—that’s the weakling of the bunch. At only 6/1,000,000,000,000,000,000,000,000,000,000,000,000,000 the strength of the strong force, the influence of gravity on the interactions of protons, quarks, and other subatomic particles amounts to, well, about as close to zero as you can get. When I use the refrigerator magnet that holds up my kid’s school photo to lift the ring of keys on the kitchen table, the magnet easily overcomes the gravitational pull of the entire planet. At Subatomic Beach, gravity is the scrawny guy who’s always getting sand kicked in his face.

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Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung wirft Fragen auf: Stammkundschaft auf der Arabischen Halbinsel

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Deutschland liefert wohl auch in Zukunft weiter Waffen in Krisen- und Konfliktregionen. Die Kritik daran wächst. Ein echter Kurswechsel der Bundesregierung ist bisher nicht erkennbar.

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„Die Bundesregierung verfolgt eine restriktive und verantwortungsvolle Rüstungsexportpolitik.“ So formuliert es ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Tatsache ist: Der Wert der von der Bundesregierung erteilten Einzelausfuhrgenehmigungen ging in den vergangenen drei Jahren zurück, 2018 betrug er 4,82 Milliarden Euro. Tatsache ist aber auch: Etwas mehr als die Hälfte davon bezog sich auf Rüstungsgeschäfte mit sogenannten Drittstaaten. Darunter fallen alle Länder außerhalb von EU, Nato sowie von Staaten, die der Nato gleichgestellt werden.

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Über die Liebe in Bildung und Wissenschaft

©mauritius images/Frank-Fleischmann
Um im Wissenschaftsbetrieb zu bestehen, braucht man Disziplin, etwas Genie und Durchhaltevermögen. Ist das alles? Nein, das Entscheidende fehlt.

Von Felix Grigat | Forschung & Lehre

Es gab Zeiten, da hat man sich im Denken, der Wissenschaft und an den Universitäten mehr als heute zugetraut, viel mehr. Eigentlich so ziemlich alles. Trivialitäten standen nicht zur Debatte. Ein ganz Verwegener wollte gleich die „Wahrheit, wie sie ohne Hülle an und für sich selbst ist“ erkennen. Und das heiße, „die Darstellung Gottes (…) wie er in seinem ewigen Wesen vor der Erschaffung der Natur und eines endlichen Geistes ist.“ (Hegel) Also die Gedanken Gottes vor der Schöpfung denken – dagegen kommt selbst das Großexperiment CERN nur mit Mühe an.

Wie aber konnte es zu solcher Maßlosigkeit im Denken kommen? Die Antwort ist vergleichsweise einfach: Man hatte sich verliebt, und zwar nicht in irgendwen oder irgendetwas, sondern ins Absolute. Und wer sich solchermaßen verliebt, neigt eben zu Übertreibungen. Man wollte nichts weniger als „das Ganze“ verstehen (C.F. von Weizsäcker), wissen „What is it all about?“ (A.N. Whitehead). Die antike und europäische Denk- und Wissenschaftsgeschichte begann also nicht mit einem Plan, einer Struktur oder Organisation. Man hat auch keine Exzellenzinitiative gestartet.

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Kommunen sind die großen Gewinner: „Katholische Kirche kritisiert Kita-Reform in NRW“- wer denn sonst

Bild: © Serhiy Kobyakov/Fotolia.com
Die Kirche ist der größte freie Träger von Kitas im Land. Ursprünglich sollten genau diese Träger durch Reformen der Landesregierung entlastet werden. Doch passiert ist etwas anderes. Und das sorgt für Verwirrung.

katholisch.de

Trotz Kita-Reform in Nordrhein-Westfalen befürchtet die katholische Kirche einen Rückgang von Kindertagesstätten in freier Trägerschaft. „Ursprünglich hatten die freien Träger entlastet werden sollen – jetzt sind die Kommunen die großen Gewinner“, sagte der Leiter des Katholischen Büros bei Landtag und Landesregierung, Antonius Hamers, am Sonntag dem Internetportal http://www.Kirche-und-Leben.de aus Münster.

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Katastrophal und unverzeihlich: May warnt vor Nein zu Brexit-Abkommen

Nach dem Vorbild der französischen Gelbwesten-Bewegung haben Tausende Demonstranten in London am Wochenende gegen die britische Regierung demonstriert. Angesichts des Brexits forderten sie ein Ende der Sparpolitik und eine Neuwahl. (Bild: Frank Augstein / AP Photo)

Grossbritannien will Ende März aus der Europäischen Union austreten. Das britische Parlament wird am Dienstag über das Brexit-Abkommen abstimmen, das Premierministerin Theresa May und Brüssel ausgehandelt haben. Es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass der Deal zustande kommt. Im Falle eines EU-Austritts ohne Abkommen droht Chaos.

Neue Zürcher Zeitung

Kurz vor der entscheidenden Brexit-Abstimmung im britischen Parlament hat Premierministerin Theresa May eindringlich vor den Folgen einer Ablehnung gewarnt. «Dies wäre ein katastrophaler und unverzeihlicher Vertrauensbruch in unsere Demokratie», schrieb May im »Sunday Express». Ihre Botschaft an das Parlament an diesem Wochenende sei also einfach: «Es ist an der Zeit, die Spiele zu vergessen und das zu tun, was für unser Land richtig ist.» (…). «Es ist die grösste und wichtigste Entscheidung, die jeder Abgeordnete unserer Generation treffen muss.» Die Bürger dürften nicht im Stich gelassen werden.

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Kabarettist lobt Einsatz der Kirchen für Flüchtlinge: „Kirche hat sich mutig angreifbar gemacht“

Flüchtlinge – Kirche hat „klare Haltung gezeigt“ © Harald Oppitz (KNA)
Frank-Markus Barwasser, Kabarettist und Schöpfer der Kunstfigur „Erwin Pelzig“, lobt den Einsatz der Kirchen in Deutschland für Flüchtlinge. Beide christlichen Kirchen in Deutschland hätten in dieser Sache „eine gute Figur gemacht“.

DOMRADIO.DE

Da war eine sehr klare Haltung zu erkennen, mit der sie sich durchaus mutig angreifbar gemacht haben bei den eigenen Anhängern und in der Politik sowieso“, sagte Barwasser der Wochenzeitung „Evangelisches Sonntagsblatt“ für Bayern:

„Wohltuende Distanz“

Zugleich kritisierte er den Kreuzerlass der bayerischen Staatsregierung. Die Vorschrift, wonach in den Eingangsbereichen aller Landesbehörden ein Kreuz aufgehängt werden soll, sei „öffentlichkeitsheischend im Wahlkampf positioniert“ worden.

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Der begnadete Wissenschafts-Erzähler

Der amerikanische Wissenschaftsautor Carl Zimmer schreibt fesselnde Bücher über Evolution, Genetik und Hirnforschung. Er selbst hat keine Ausbildung in Naturwissenschaften.

Nik Walter | Basler Zeitung

Den grössten Schrecken seines Lebens erlebte Carl Zimmer in der Praxis einer genetischen Beratung in New York. Seine Frau war schwanger, und die beiden liessen sich über mögliche genetische Risiken für das Ungeborene orientieren. Es war 2001, kurz nachdem das menschliche Genom entschlüsselt worden war, in einer Zeit also, in der es noch keine routinemässigen Gentests gab. Die Beraterin befragte das Paar nach Krankheiten in der Verwandtschaft. Zimmer, einer der erfolgreichsten Wissenschaftsautoren der USA, der selber viel über Genetik und Evolution schreibt, hatte nur vage Vorstellungen davon, als es ihm plötzlich dämmerte: «Ich hatte eigentlich keine Ahnung, was ich an mein Kind weitergebe. Und da ist mir zum ersten Mal die Bedeutung von Vererbung so richtig eingefahren», sagte Zimmer bei unserem Treffen im Dezember in der Lounge eines Zürcher Hotels.

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Theologe Bauer: Religiöses ist säkular – und umgekehrt

Innsbrucker Theologe bei Pastoraltagung: Es braucht auch Ökumene mit Säkularen – Plädoyer für einen „Glauben, der sich weigert, das Fehlen religiöser Zeichen auch für das Fehlen Gottes zu halten“ – Theologin Schweighofer über wachsenden „Ritualmarkt“: Menschen sind Subjekte ihrer eigenen Gottesbeziehung

kathpress

Religiöses und Säkulares vermengen sich, und das nicht erst in der heutigen pluralen, „postsäkularen“ Gesellschaft, sondern bereits in den Grundsätzen des Christentums: Wie der Innsbrucker Pastoraltheologe Christian Bauer bei der Pastoraltagung in Salzburg erklärte, bekennen sich Christen ja zu einem Gott, der „nicht eine Religion schuf, sondern die Welt“, und dessen Heilswille sich eben auf diese ganze Welt erstreckt. Schon allein deshalb empfiehlt Bauer neben der innerchristlichen und interreligiösen Ökumene auch eine Ökumene mit säkularen, „religiös unmusikalischen“ Zeitgenossen, z.B. in Form von Gesprächen am „Kneipentresen“, wie es der aus Deutschland stammende Theologe nannte.

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Am Anfang war das Bit

Bis heute können sich die Gelehrten nicht darauf einigen, was die Quantentheorie eigentlich beschreibt. Liefert sie Informationen über eine Realität, die unabhängig vom Beobachter existiert? Oder ist es der Beobachter, der durch seine Ja-Nein-Fragen erst die Realität erschafft?

Eduard Kaeser | Neue Zürcher Zeitung

Die moderne Quantenphysik ist ein einziges verstörendes Paradox. Sie ist die bisher erfolgreichste Theorie der Materie, aber zugleich die unverständlichste. Sie erklärt eine atemberaubende Breite von Phänomenen – von den Prozessen zwischen Quarks bis zu den Prozessen in Weissen Zwergen und Schwarzen Löchern –, aber es gibt «Interpretationen» der Quantentheorie, als ob es sich um Lyrik handelte.

1926 war eine Art Annus mirabilis in der Geschichte der Quanten. Erwin Schrödinger legte eine neue Formulierung vor, die er Wellenmechanik nannte. Darin führte er eine für das damalige Verständnis eher obskure Wellenfunktion ein, die als theoretisches Beschreibungsmittel für das seltsame Zwitterverhalten von Materie und Licht auf atomarer Stufe dienen sollte: Teilchen verhalten sich unter Umständen wellenförmig und Lichtwellen unter Umständen teilchenförmig. Schrödinger begriff seine Funktion durchaus in einem realistischen Sinn: Sie beschreibt ein reales Substrat – Materiewellen.

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Gelbwesten: Insistierende Mobilisierung

Gilets jaunes in Montbéliard (Doubs), Samstag, 12. Januar 2019. Foto: Thomas Bresson / CC BY 4.0
Zum „Acte IX“ kamen 84.000 in ganz Frankreich nach offiziellen Quellen, inoffizielle gehen von weit mehr aus. Die Protestbewegung zeigte sich in vielen Städten

Thomas Pany | TELEPOLIS

Es kamen mehr als am letzten Samstag. Um 19 Uhr nannte das französische Innenministerium die Zahl von 84.000 Demonstranten in ganz Frankreich, die dem Aufruf zum „Acte IX“ der Gilets Jaunes gefolgt waren. Am Samstag zuvor, dem achten seit Beginn der Proteste, hatte man als offizielle Teilnehmerzahl 50.000 angegeben.

Der Protest der Gelbwesten geht weiter, hieß es vor einer Woche nach den vorangegangenen Wochenenden in der Weihnachts- und Neujahrszeit mit deutlich weniger Teilnehmern als zuvor. Gestern kamen nach offiziellen Zahlen 34.000 mehr.

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Zahl der Asylanträge sinkt 2018 auf rund 186.000

Die Zahl der Asylanträge ist 2018 laut einem Zeitungsbericht weiter zurückgegangen. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ wurden im vergangenen Jahr insgesamt 185.853 Asylanträge gestellt. Das sind 16,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Jahr 2017 gab es 222.683 Anträge in Deutschland.

evangelisch.de

Im Jahr 2017 waren es 222.683 Anträge. Zuerst hatte die Zeitung „Bild am Sonntag“ über die Zahlen berichtet. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), 2018 seien 161.931 Erstanträge auf Asyl gestellt worden – und 23.922 Folgeanträge.

Der für Migration und Rückführung zuständige Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Helmut Teichmann, geht laut dem Bericht von einer Trendwende bei der Zuwanderung aus.

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