NRW zahlt über 40 Millionen an Kirchen und Jüdische Gemeinden – Zuschüsse vom Land

Kirche und Geld © Harald Oppitz (KNA)
Das Land Nordrhein-Westfalen wird die beiden großen Kirchen und die Jüdischen Gemeinden in diesem Jahr mit über 40 Millionen Euro bezuschussen. Gegenüber dem Vorjahr sind die Zahlungen nur leicht um etwa 1,5 Prozent angestiegen

DOMRADIO.DE

Das teilte eine Sprecherin der Landesregierung am Montag auf Anfrage in Düsseldorf mit. Danach erhalten die fünf katholischen Bistümer insgesamt 13,6 Millionen Euro und die drei evangelischen Landeskirchen 9,2 Millionen Euro. Für die altkatholische Kirche seien 260.800 Euro vorgesehen. Die Zuschüsse für die Jüdischen Gemeinden beliefen sich auf 17,3 Millionen Euro.

weiterlesen

»Die deutsche Rechtspraxis ist ein Skandal«

Die betreffende Gesetzgebung spielt in der Brexit-Debatte eine besondere Rolle. Foto: dpa
Laut Oppositionspolitikern verhindert eine Gesetzeslücke, dass viele weibliche NS‐Verfolgte und ihre Nachkommen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten können. »Eine solche Ungerechtigkeit, für die niemand mehr Verständnis hat, ist nicht zu rechtfertigen«, sagte FDP‐Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff der Zeitung »taz« (Montag).

Jüdische Allgemeine

Der Bundestag müsse den Betroffenen den Weg in die deutsche Staatsangehörigkeit eröffnen. Derzeit spiele dies in der Brexit‐Debatte eine besondere Rolle.

NACHFAHREN Nach bestehender Gesetzeslage können laut dem Bericht die Nachfahren weiblicher NS‐Verfolgter, die vor Inkrafttreten des Grundgesetzes im Jahr 1949 geboren wurden, die deutsche Staatsbürgerschaft nicht erlangen, weil für sie weiterhin das Reichs‐ und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913 Gültigkeit besitzt. Danach wird die Staatsangehörigkeit ausschließlich durch den Vater weitergegeben.

weiterlesen

Alle Jahre wieder: Frankreich am großen Blackout vorbeigeschrammt

AKW Tricastin. Benji/CC0
In diesem Fall spricht die französische Energie-Regulierungskommission davon, dass auch europaweit die Netzfrequenz deutlich unter 50 Hz gesunken ist

Ralf Streck | TELEPOLIS

Haben Sie davon gelesen, dass das französische und vermutlich auch das europäische Stromnetz am vergangenen späten Donnerstag kurz vor dem Zusammenbruch standen? Vermutlich nicht. Denn darüber wird praktisch nicht berichtet. Lapidar hat am Samstag in einer knappen Erklärung die Energie-Regulierungskommission (CRE) auf den Umstand hingewiesen, dass am vergangenen Donnerstag „gegen 21 Uhr die Frequenz im französischen und europäischen Stromnetz deutlich unter 50 Hz gefallen ist.“ Die CRE erklärt auch, was es bedeutet, wenn die Frequenz deutlich abfällt, denn dann könne es zu „bedeutsamen Ausfällen“, einem „Blackout“, kommen.

Die CRE bezieht sich dabei auf eine Mitteilung des Netzbetreibers RTE, der am Donnerstag die industriellen Großverbraucher im Land dazu aufgefordert hatte, „ihren Verbrauch sofort um mehr als 1500 Megawatt zu senken, um die Netzfrequenz zu erhöhen“. Dank der Reaktion habe man dazu beitragen können, die Netzstabilität in Frankreich und Europa zu sichern, heißt es in der kurzen Erklärung weiter.

weiterlesen

Aus Krebszellen werden Fettzellen

Aus Krebszellen (grün markiert, links) sind nach der Therapie Fettzellen (dunkelgelb, rechts) geworden. © Universität Basel
Hoffnung für Krebspatientinnen: Forscher haben bestimmte Brustkrebszellen dazu gebracht, sich in harmlose Fettzellen zu verwandeln. Sie programmierten die Zellen mithilfe zweier bekannter Arzneimittel einfach um. In Versuchen mit Mäusen ließ sich durch diese Umwandlung die Bildung gefährlicher Metastasen verhindern, wie das Team berichtet. Ob dies auch beim Menschen funktioniert, muss aber noch getestet werden.

scinexx

Die Überlebensrate von Krebspatienten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten signifikant verbessert – mit einer Ausnahme: Bildet der Tumor Metastasen und streut in andere Organe, sieht die Prognose noch immer düster aus. Dies liegt auch daran, dass dieser komplexe Prozess bis heute nicht vollständig verstanden ist.

weiterlesen

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es kaum Schranken: Der gefährlichste Schritt der Medizin

«Versuchskaninchen»: Eine Illustration aus dem Jahr 1891 zeigt, wie einer jungen Frau eine Ziegenbluttransfusion verabreicht wird. Magazin «L’Illustration» vom 7. März 1891 © De Agostini via Getty Images
Menschenversuche sind in der Forschung unvermeidlich –wann sie riskiert werden dürfen, ist schwierig anzugeben. Seit 1947 müssen Teilnehmer an Studien freiwillig zustimmen und dürfen nicht unnötig geschädigt werden. Das war nicht immer so.

Von Christoph Bopp | Aargauer Zeitung

«Es ist Unsinn, an die Materie zu glauben und zugleich an einen Humanismus, man kann nur an die Materie glauben und an das Ich.» Der Satz stammt aus dem Roman «Der Verdacht» von Friedrich Dürrenmatt, 1951/52 in Fortsetzungen im «Beobachter» erschienen. Gesprochen wurde er von Emmenberger, einem angesehenen Arzt und Klinikdirektor. Der Ehrenmann hat sich leider im Lauf der Geschichte als Sadist entpuppt und während des Zweiten Weltkriegs in den Konzentrationslagern der Nazis Vivisektionen durchgeführt. Dürrenmatts Held Kommissar Bärlach hat sich als Patient in die Klinik von Emmenberger einweisen lassen, um ihn zu überführen. Wie bei Dürrenmatt üblich, verliert aber Bärlach die Kontrolle, und Emmenberger droht, ihn am nächsten Morgen ebenfalls «zu operieren».

weiterlesen

US-Journalist Steinfels übt scharfe Kritik an Missbrauchsbericht

Bild: © KNA/Harald Oppitz
Im August hatte der Pennsylvania-Bericht über Missbrauch in der US-Kirche für Fassungslosigkeit gesorgt. Jetzt schreibt der renommierte Journalist Peter Steinfels, dass der Bericht „grob irreführend, unverantwortlich, ungenau und ungerecht“ sei. Ein Einwurf in aufgeheizter Stimmung.

Von Bernd Tenhage | katholisch.de

Der Grand-Jury-Bericht aus dem Bundesstaat Pennsylvania vom August 2018 zum Thema sexueller Missbrauch war ein Dokument des Grauens für die katholische Kirche in den USA. Nun greift ein langjähriger Reporter der „New York Times“ zentrale Aussagen des Untersuchungsberichts in den sechs Diözesen Pennsylvanias an. Teile des Berichts, der eine Vielzahl von Missbrauchsfällen durch Priester belegt, seien „grob irreführend, unverantwortlich, ungenau und ungerecht“, schreibt Peter Steinfels in einem investigativen Artikel für das Magazin „Commonweal“.

weiterlesen

Hat Trumps Wahlkampfmanager Manafort Assange besucht?

Julian Assange im April 2016 mit dem damaligen UN-Sonderbotschafter Maina Kiai in der ecuadorianischen Botschaft in London. Bild: Maina Kiai/CC BY-2.0
Über die vermeintliche Enthüllungsstory, die der Guardian verbreitet hat

Christian Bunke | TELEPOLIS

Es hätte der Nachrichtenknüller zum Ende des Jahres werden sollen. Zumindest schien alles dafür angerichtet, als die britische Tageszeitung „The Guardian“ sowohl in ihren Print-Publikationen als auch Online am 27. November 2018 mit einer großen Enthüllungsstory über den Wikileaks-Gründer Julian Assange aufwartete.

Bekanntlich sitzt Assange seit mehreren Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. In dieser Botschaft soll Assange in den Jahren 2013, 2015 und 2016 Donald Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort empfangen haben. Das ist die zentrale Unterstellung des von Luke Harding, Dan Collyns und Fernando Villavicencio veröffentlichten Artikels. Villavicencio taucht inzwischen nicht mehr als Autor auf, wie die Geschichte überhaupt inzwischen vielfach mutiert wurde.

weiterlesen

Hitzewelle in Australien: Verwirrte Fledermäuse greifen Menschen an

© dpa, FR Für die Fledermäuse ist das ungewöhnlich heiße Wetter eine Belastung.
Die Hitze in Australien macht nicht nur Menschen zu schaffen. Auch Fledermäuse zeigen sich verwirrt.

Frankfurter Rundschau

Wegen der andauernden Hitze in Australien greifen Fledermäuse dort vermehrt Menschen an. Behörden warnen vor weiteren Beiß- und Kratzattacken der gestressten Tiere, wie der Sender ABC berichtete.

Allein in den vergangenen zwei Wochen habe es nördlich der Metropole Sydney sieben Angriffe von Fledermäusen gegeben. Das sei mehr als je zuvor in einem so kurzen Zeitraum. Bei zwei Tieren sei das dem Tollwuterreger ähnliche australische Fledermaus-Lyssavirus nachgewiesen worden.

weiterlesen

Bahn wirbt für Kirchentag in Dortmund – nicht für mehr Pünktlichkeit

„Was für ein Vertrauen“: Mit dem Motto des diesjährigen evangelischen Kirchentags wirbt die Deutsche Bahn seit Montag auf einer Intercity-Lok für die Großveranstaltung im Juni.

evangelisch.de

100.000 Besucher würden zum Kirchentag erwartet, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Richard Lutz. Die Bahn werde alles tun, um sie zuverlässig ans Ziel zu bringen, versprach er. Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 19. bis 23. Juni 2019 in Dortmund statt.

Kirchentagspräsident Hans Leyendecker sagte, auch wenn die Deutsche Bahn in Bezug auf Pünktlichkeit und Kapazitäten nicht nur gute Nachrichten produziere, gebe es ein Grundvertrauen in die Bahn.

weiterlesen

Nobelpreisträger James Watson verliert Ehrentitel wegen rassistischer Aussagen

James Watson, 2012, Bild: wikipedia.org/PD
Der Nobelpreisträger James Watson, einer der Entdecker der Molekularstruktur der DNA, kann es nicht lassen. Schon 2007 hatte er sich abfällig über die Intelligenz von Schwarzen geäussert. Jetzt hat er seine Bemerkungen wiederholt.

Neue Zürcher Zeitung

Der amerikanische Nobelpreisträger James Watson hat wegen rassistischer Bemerkungen die Ehrentitel seiner früheren akademischen Wirkungsstätte verloren. Das auf Long Island bei New York ansässige Cold Spring Harbor Laboratory teilte in einer Stellungnahme mit, dass dem 90-Jährigen der Titel des emeritierten Kanzlers, des emeritierten Professors und des Ehrentreuhänders aberkannt wurden. Die Forschungsinstitution wies Watsons jüngste Bemerkungen zu Ethnien und Genetik als «verwerflich» und «wissenschaftlich nicht haltbar» zurück.

weiterlesen

Umstrittene „Nakba“-Ausstellung kommt nach Reutlingen

Die Wanderausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ wird von 17. Januar an in der Reutlinger Volkshochschule gezeigt. Im vergangenen Jahr hatte die Schau in Stuttgart, Bad Boll und Heiningen bei Göppingen Aufsehen erregt.

evangelisch.de

Der württembergische Pfarrer Michael Volkmann, landeskirchlicher Beauftragter für das Gespräch zwischen Christen und Juden, warf ihr sachliche Fehler und selektive Zitate vor. Die Kuratorin der Ausstellung, Ingrid Rumpf, wies die Kritik am Samstag im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) zurück.

Nach Rumpfs Überzeugung ist in Deutschland zu wenig bekannt, wie sehr die Erfahrung der „Nakba“ die Identität der Palästinenser bestimmt.

weiterlesen

Antibiotika überstehen auch Biogasanlagen

Mit Gülledünger gelangen oftmals auch Antibiotika-Rückstände in die Böden. © August Falkner/ piclease
Keine Lösung für das Resistenzproblem: Das Vergären von Gülle in Biogasanlagen kann darin enthaltene Antibiotika-Rückstände offenbar nicht beseitigen. Dies gilt zumindest für zwei wichtige Wirkstoffgruppen, wie eine Studie zeigt. Demnach taugt diese Form der Vorbehandlung nicht dazu, den Eintrag der Mittel in die Umwelt zu verringern – und damit der Bildung resistenter Keime entgegenzuwirken.

scinexx

Das Problem der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen wird immer gravierender – und die Landwirtschaft hat einen nicht unerheblichen Anteil daran. Denn durch Gülle aus der Nutztierhaltung gelangen regelmäßig große Mengen Antibiotika-Rückstände in die Umwelt. Dadurch steigt die Gefahr, dass sich resistente Bakterien entwickeln.

weiterlesen

Protest in Hamm gegen „Krankes System Kirche“

Licht ins Dunkel zu bringen forderten die Teilnehmer der Aktion von der Katholischen Kirche. © Astrid Zill
Es war ein deutliches Zeichen, dass man die Situation in der katholischen Kirche im Zuge des Missbrauchsskandals nicht hinnimmt, als sich am Freitagabend rund 100 Hammer der Aktion „#MachtLichtAn“ vor der St.-Agnes-Kirche anschlossen. „Wir klagen, wir klagen an und wir beten“, sagte Maria Hagenschneider zu Beginn, als sich die Teilnehmer vor der Kirche versammelten.

Rabea Wortmann | wa.de

„Viele von uns fragen sich: Wollen wir in die Kirche noch hineingehen“, erklärte Heike Frankenberg. Und die Symbolik mit einer Taschenlampenaktion wurde schließlich noch deutlicher: „Wir wollen die vielen Ecken und Kanten der Kirche an- und ausleuchten und wir rufen die Bischöfe auf, Licht ins Dunkel zu bringen“, sagte Ricarda Hemshorn, ehe die Teilnehmer mit Taschenlampen und ihren Handys auf den Eingangsbereich der St. Agnes-Kirche leuchteten.

weiterlesen