Polizei durchsucht Wohnungen von „Rittern des Ku-Klux-Klans“

Rechtsextremisten feiern Aufstieg von Energie Cottbuss in die 3. Bundesliga. (Archivfoto) © Jüdisches Forum @ twitter
In acht Bundesländern haben 200 Polizeibeamte Wohnungen von mutmaßlichen Unterstützern von „Ku-Klux-Klan Deutschland“ durchsucht. Die Ermittler stellten mehr als 100 Waffen sicher.

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In einer bundesweiten Razzia hat die Polizei am Mittwoch zwölf Wohnungen mutmaßlicher Rechtsextremisten durchsucht. Es handele sich dabei um Unterstützer der kriminellen Vereinigung „National Socialist Knights of the Ku-Klux-Klan Deutschland“ („Nationalsozialistische Ritter des Ku-Klux-Klans Deutschland“), teilten Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Stuttgart mit. Unter den Bewohnern seien 17 Personen zwischen 17 und 59 Jahren der Mitgliedschaft beschuldigt. Insgesamt waren 200 Polizeibeamte im Einsatz.

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Erklärung europäischer Muslime in Köln (DİTİB und Diyanet)

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit fand in Köln eine große Konferenz europäischer Muslime statt, organisiert von der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DİTİB, Köln) in Zusammenarbeit mit dem türkischen staatlichen Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet, Ankara). Mehr als hundert Teilnehmer aus 17 Ländern, so DİTİB, befassten sich in fünf thematischen Einheiten mit der „Zukunft der Muslime in Europa“. Die Veranstaltung, die vom 2.-4. Januar 2019 in der DİTİB-Zentrale stattfand, schloss mit einer Erklärung in 18 Punkten, die später als Pressemeldung ohne namentliche Zeichnung auf der Internetseite der DİTİB veröffentlicht wurde.

Dr. Friedmann Eißler | EZW

Dieses „II. Treffen der europäischen Muslime“ hat zwei praktische Ergebnisse: Ein „Koordinierungsrat“ soll gebildet werden, der „die effektive und schnelle Kommunikation zwischen den europäischen Muslimen gewährleistet und Visionen unterbreitet“, das gemeinsame Handeln koordiniert sowie als Ansprechpartner für die Öffentlichkeit fungiert (17). Ebenso wurde die Gründung eines „Sekretariats beim Präsidium für Religionsangelegenheiten“ (Diyanet) beschlossen, das die „Institutionalisierung“ von Treffen dieser Art im zweijährigen Turnus betreiben und die „Umsetzung der Beschlüsse“ kontrollieren soll (18). Die türkische Religionsbehörde ist Erdoğan unterstellt, ihr Präsident Ali Erbaş (Erbas), in Wahrnehmung seiner Funktion zugleich auch Ehrenvorsitzender und Beiratsvorsitzender der DİTİB, hielt den Hauptvortrag in Köln.

Die inhaltlichen Akzente betreffen hauptsächlich drei Felder: Forderung der gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe der Muslime in Europa, Abwehr von Intoleranz, Diskriminierung und Islamfeindlichkeit bis hin zur Gewalt gegenüber Muslimen, Betonung des friedlichen und gemeinschaftsdienlichen Charakters des Islam in seiner Universalität. Klar und deutlich wird dabei nicht ein „Islam in, aus und für Deutschland“ befürwortet oder gar als Ziel genannt, wie es etwa Horst Seehofer zu Beginn der Deutschen Islamkonferenz im November formulierte, sondern im Gegenteil eine solche „Einschränkung des Islams“ explizit abgelehnt und dazu aufgefordert, „gemäß kollektivem Bewusstsein zu handeln“, die Fragen und Probleme der in Europa lebenden Muslime im Rahmen der islamischen Tradition zu lösen und „hierfür ihre eigenen Dynamiken“ einzusetzen. Die „vorbildhaften Dienste“ des Islam seien „Garant für eine multikulturelle, multireligiöse und multinationale europäische Gesellschaft“ (8-11; 2).

Dies soll offenbar auf breiter Basis verwirklicht werden, europaweit, und richtet sich keineswegs nur an Türken oder türkeistämmige Muslime. Unter den Teilnehmern waren auch Vertreter der Muslimbruderschaft bzw. den Netzwerken der Muslimbruderschaft zuzurechnender Institutionen. So sind auf Fotos zumindest Khaled Hanafy (Frankfurt a. M.), Jasser Auda (London/Doha) und Hussein M. Halawa (Dublin) zu sehen. Alle drei sind Mitglieder des in Dublin ansässigen European Council for Fatwa and Research (ECFR), Letzterer dessen Generalsekretär. Hanafy ist zudem Vorsitzender des deutschen ECFR-Zweigs „Fatwa-Ausschuss in Deutschland“ wie auch des „Rates der Imame und Gelehrten in Deutschland“ (RIGD) sowie Dekan des „Europäischen Instituts für Humanwissenschaften“ (EIHW) in Frankfurt. Auda ist Gründer und Vorstandsmitglied der International Union of Muslim Scholars (IUMS). Sowohl der ECFR (1997) als auch die IUMS (2004) gehen auf die Initiative des „Global Mufti“ Yusuf al-Qaradawi zurück, der diese Zusammenschlüsse muslimischer Gelehrter unterschiedlicher „Konfessionen“ gegründet hat und bis heute leitet bzw. bis vor kurzem leitete.

Die Allianz zwischen Diyanet/DİTİB und Muslimbruderschaft bzw. muslimbruderschaftsnahen Akteuren ist weder neu noch erstaunlich. Erdoğan selbst ist in der türkischen Variante der Muslimbruderschaft, der Milli Görüş-Bewegung, groß geworden. Die Kontakte sind da, auch in die arabische Welt, Annäherungen gab es immer wieder, zumal in den letzten Jahren. Der Duktus der Abschlusserklärung liegt genau auf dieser Linie. Erdoğan versucht nun offenbar, die Anstrengungen zu bündeln und auf diesem Wege den Einfluss der Türkei und seiner Religionsbehörde auf die Muslime in Europa zu verstärken und den Führungsanspruch der Türkei zu unterstreichen – und erteilt Integrationsbemühungen damit (erneut, muss man sagen) eine klare Absage.

Einige Formulierungen der Erklärung lassen aufhorchen und lohnen eine etwas genauere Betrachtung.

  1. Ausführlich wird die Bedrohungslage der Muslime in Europa gezeichnet, die die Zuversicht auf das Gute schwinden lasse und den Frieden und das Zusammenleben gefährde. Die Gesellschaft lehne die Muslime ab, schützte sie zu wenig und stachele dadurch die Gewaltspirale an. Die Gülen-Bewegung wird direkt neben dem IS in die Terrororganisationen eingereiht, die sich „stets Muslime zur Zielscheibe nehmen“ und die „lichterne Gestalt des Islams“ zu diskreditieren versuchen (6).
  2. Vor diesem (überaus dunklen) Hintergrund ist die Betonung der „eigenen Dynamiken“ aussagekräftig. Es ist eben „der“ Islam in seiner Universalität – nicht „deutsch“, „französisch“ oder auch „europäisch“ –, „der alle Epochen und Orte zugleich erleuchtet“. „Der Islam ist eine Religion des Friedens, [die] überall auf der ganzen Welt dieselben universalen Werte verteidigt.“ (8) Die Prinzipien dieses uneingeschränkten Islam, der (nicht transformativ oder integrativ denkt, sondern) Europa „vorbildhafte Dienste“ leistet, bieten „eine Möglichkeit für die Lösung der genannten Probleme“ (5). (Wer dächte hier nicht an den Slogan der Muslimbrüder „Der Islam ist die Lösung“?)

  3. Der Universalität entspricht das Konzept der einen, alle Muslime verbindenden Umma. Es ist rechtsschulenübergreifend gedacht und hat von daher durchaus moderierende Aspekte, die Vermittlung und Kompromiss einschließen (16). Doch das „kollektive Bewusstsein“ (der Umma) korreliert mit weiteren Stichwörtern wie „ganzheitlich“, „Harmonie“, „Recht als universaler Wert“ usw. Es wird darauf eingeschworen, die Probleme im Rahmen des reichen Erkenntnis- und Methodenschatzes des Islam zu lösen, und erneut mit dem Konzept des Antagonismus „des Westen“ gegen „den Islam“ geimpft (11).

  4. Liberale Muslime werden nicht genannt, in einer Andeutung nur wird jeder Anspruch von „marginale[n] Personen und Gruppierungen“ auf Vertretung der Muslime als im Widerspruch zu den sozialen Realitäten stehend abgetan (9).

Man fragt sich abschließend, von wem und in welcher Richtung hier die scharfe Ab- und Ausgrenzung stattfindet. Und im Blick auf die Dialogakteure in Staat und Kirchen, welche konkreten Folgerungen sie aus der eindeutigen Positionierung der DİTİB und der mit ihr in Köln auftretenden europäischen Muslime zu ziehen gedenken.

Schrödingers Katze aus Licht – Übertragung von Überlagerungszustand auf Laserpuls macht „Katze“ mobil

Wie die berühmte Katze in Schrödingers Experimen: Forscher haben einen Lichtpuls mit dem Überlagerungszustand eines Atoms verknüpft. © Christoph Hohmann, Nanosystems Initiative Munich (NIM)
Gleichzeitig tot und lebendig: Physiker haben erstmals eine besondere Variante von Schrödingers Katze realisiert – dem berühmten Gedankenexperiment zur quantenphysikalischen Überlagerung. In ihrem Experiment übertrugen die Forscher Überlagerungszustände von einem gefangenen Atom auf einen Laserpuls. Dieser repräsentierte so eine optische Version der „Katze“, die noch dazu mobil und in Quantennetzen versendbar ist, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Photonics“ berichten.

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Das Phänomen der Überlagerung ist eine ungewöhnliche Eigenheit der Quantenwelt: In ihr nehmen Atome oder andere Teilchen solange mehrere mögliche Zustände gleichzeitig ein, bis ihr Status gemessen wird. Der Physiker Erwin Schrödinger erklärte dieses Phänomen mit einem berühmten Gedankenexperiment. In einem Kasten sitzt eine Katze, deren Leben vom Zerfall eines radioaktiven Atoms abhängt: Zerfällt es, wird Gift frei und die Katze stirbt. Doch solange man nicht in den Kasten hineinschaut, ist die Katze nach quantenmechanischer Sicht gleichzeitig tot und lebendig.

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A Pathway to Objective Morality: Why the Case for Scientific Humanism is Rational

In response to my January, 2019 column (“Stein’s Law and Science’s Mission: The Case for Scientific Humanism”), California State University historian Richard Weikart, who is also a Senior Fellow of the Discovery Institute’s Center for Science and Culture (an Intelligent Design creationism advocacy organization), has written a critique in which he claims “Michael Shermer once again confuses science with atheism, and inexplicably claims that science can support humanism.”

By Michael Shermer | Skeptic.com

He says that I try “to rewrite history by insisting that science is built on atheist assumptions.” Even though I never mention atheism, in the following passage from my column Weikart says “scientific naturalism as defined here is atheism.” Judge for yourself:

Modern science arose in the 16th and 17th centuries following the Scientific Revolution and the adoption of scientific naturalism, or the belief that the world is governed by natural laws and forces that are knowable, that all phenomena are part of nature and can be explained by natural causes, and that human cognitive, social, and moral phenomena are no less a part of that comprehensible world.

Atheism is simply the lack of belief in a God. Full stop. It is not a worldview, paradigm, or ideology. Most atheists, of course, embrace scientific naturalism as I’ve defined it, but so do many modern theists such as the renowned geneticist and Director of the National Institutes of Health, Francis Collins, whom Weikart says would not accept “this atheistic definition of science.” On the contrary, I know Dr. Collins and include our dialogue on this very topic in my book The Believing Brain (2011, Henry Holt) in which he reiterates his rejection of Intelligent Design creationism (his book The Language of God is one of the best refutations of all forms of creationism) and affirms his commitment to scientific naturalism without an underlying atheist assumption. On the evolution of the moral sense, for example, Collins told me “that wouldn’t rule out that God planned it, since for a theistic evolutionist like myself, evolution was God’s awesome plan for all creation. If God’s plan could give rise to toenails and temporal lobes, why not also a moral sense?” As Collins defined it in a 2006 article in Nature titled “Building Bridges”, theistic evolution is the position that “evolution is real, but that it was set in motion by God.”

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Katholische Verbände weisen Kritik an Bundestagsausweisen zurück – Kirchenlobbyismus

Bild: bb
Haben Lobbyisten zu leichten Zugang zum Bundestag? Das legt das Internetportal abgeordnetenwatch nahe, das eine Liste mit Organisationen veröffentlichte, die über Hausausweise des Parlaments verfügen. Betroffene katholische Verbände widersprechen.

Von Steffen Zimmermann | katholisch.de

„Neue Hausausweisliste: Diese Lobbyisten können jederzeit in den Bundestag“ – unter dieser Überschrift veröffentlichte das Internetportal abgeordnetenwatch.de am Montag eine Liste mit 778 Interessenvertretern, die dank eines Hausausweises des Bundestags „weitgehend ungehinderten Zugang“ zu den Büros der Abgeordneten und den Räumen der Fraktionen im Parlament hätten. Die Bundestagsverwaltung habe die Liste mit den Inhabern der Ausweise auf Antrag von abgeordnetenwatch.de herausgegeben, teilte das Internetportal mit.

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Ohr aus dem 3-D-Drucker – Nanozellulose-Hydrogel als Gerüst für biomedizinische Implantate

Das Gerüst für ein neues Ohr – aus dem 3-D-Drucker © Empa
Gedrucktes Implantat: Ein Hydrogel aus dem 3D-Drucker könnte künftig Gerüste für medizinische Implantate bilden – beispielsweise Knorpelersatz in Ohren oder Kniegelenken. Die neuen Implantat-Gerüste bestehen aus Nanozellulose, einem aus Holz gewonnen Material. Gemeinsam mit einem Biopolymer lässt es sich in der gewünschten Form drucken und dann mit lebenden Zellen bestücken.

scinexx

Der 3D-Druck ist längst nicht mehr nur ein Werkzeug der Industrie und Technik – auch in der Medizin kann er nützliche Dienste leisten. So haben bereits verschiedene Silikon-Implantate mittels 3D-Druck produziert und sogar biologische Gewebe wie funktionsfähige menschliche Haut oder künstliche Eierstöcke sind bereits mit Spezialdruckern erzeugt worden. Ein weiteres Anwendungsfeld für den 3D-Druck ist der Einsatz im Tissue-Engineering: Auf maßgeschneiderten bioverträglichen Gerüsten können Forscher Zellen kultivieren und so Gewebe und Organe für die Medizin züchten.

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Die Gesichter des Bösen

Sie stellen ihre Ziele über das Wohl anderer, nehmen Schäden für Mitmenschen bewusst in Kauf: Laut einer Studie haben Narzissten, Psychopathen und Sadisten einen gemeinsamen Persönlichkeitsfaktor, den „dark factor“. Theologe Utsch hält dagegen.

Ulrike Roll | evangelisch.de

Die Bosheit hat viele Gesichter. Menschen können maßlos egoistisch, gehässig, narzisstisch oder sadistisch sein. Manche haben übertriebene Ansprüche, das Beste ist gerade gut genug. Andere denken, Moral gelte nicht für sie selbst. Es gibt Psychopathen und Machiavellisten. Bei Letzteren heiligt der Zweck die Mittel, und sie manipulieren andere ohne Mitgefühl. So verschieden diese zerstörerischen Neigungen sind – sie beruhten alle auf einem dunklen Persönlichkeitskern, erklärten Psychologen in einer im vergangenen Herbst veröffentlichten Studie.

„Es gibt Dutzende dunkle Eigenschaften, doch alle lassen sich auf das gleiche Prinzip zurückführen: Menschen verfolgen ihre Ziele rücksichtslos, auch wenn sie andere schädigen“, erklärt Morten Moshagen, Professor an der Universität Ulm. Das bezeichnen die Wissenschaftler als den „dunklen Faktor“ oder D-Faktor.

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Apostel schießt auf Mann – schwer verletzt

Bild: © picture alliance/blickwinkel/F. Bagyi (Symbolbild)
Bischof Vjekoslav Huzjak liebt das Jagen. Jetzt kam es dabei jedoch zu einem tragischen Unfall: Statt das anvisierte Wildschwein traf der kroatische Oberhirte mit seinem Gewehr einen anderen Jäger.

katholisch.de

Der kroatische Bischof Vjekoslav Huzjak hat bei der Jagd versehentlich einen 64-jährigen Mann schwer verletzt. Laut verschiedenen Medienberichten ereignete sich das Unglück bereits am Freitag während eines Jagdausflugs. Demnach verfehlte Huzjak mit seinem Gewehr ein Wildschwein und schoss einem anderen Jäger in den Oberschenkel. Gegen den Oberhirten des Bistums Bjelovar-Krizevci wird ein Strafverfahren eingeleitet, wie die Polizei mitteilte. Das Opfer sei in ein Krankenhaus in Zagreb gebracht worden, schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

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Arabische Christin kritisiert Israels Nationalitätengesetz: „Ungleichheit legalisiert“

Priester vor der Grabeskirche in Jerusalem © Andrea Krogmann (KNA)
Die christlich-arabische Abgeordnete Aida Touma-Suliman hat das israelische Nationalitätengesetz scharf angegriffen. Israel habe damit offiziell einen neuen Apartheid-Staat etabliert, sagte sie bei einem Treffen mit internationalen Bischöfen.

DOMRADIO.DE

Touma-Suliman ist Abgeordnete im israelischen Parlament. Sie traf sich am Dienstag mit einer internationalen Delegation von Bischöfen in Haifa. Zwar werde die arabische Minderheit in Israel bereits seit der Staatsgründung 1948 als Bürger zweiter Klasse behandelt, so Touma-Suliman. Jedoch habe bislang rechtlich die Gleichheit aller Bürger gegolten, so die Politikerin.

Mit dem im Juli verabschiedeten Gesetz würden die bestehenden Praktiken der Abtrennung und Ungleichheit legalisiert. Teile des israelischen Rechts legten klar fest, «dass Juden auf der ganzen Welt in diesem Land höhergestellt sind als Bürger, die hier geboren wurden und aufgewachsen sind», so Touma-Suliman wörtlich.

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Ernst Haeckel als Erzieher

Zeichnung von E. Haeckel
Biologiedidaktiker der Uni Jena geben Reprint der Dodel-Schrift „Ernst Haeckel als Erzieher“ mit heraus

Stephan Laudien Abteilung Hochschulkommunikation/Bereich Presse und Information
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Ernst Haeckel (1834-1919) zählt zu den bedeutendsten Gelehrten, die die Universität Jena hervorbrachte. Insbesondere seine Beschreibungen und Darstellungen von Radiolarien und Quallen machten ihn weit über die Saalestadt hinaus bekannt. Hinzu kam sein vehementes Eintreten für die von Charles Darwin entwickelten Evolutionstheorien.

Der „deutsche Darwin“, dessen 100. Todestag im nächsten Jahr ansteht, setzte auch Maßstäbe in der Lehre: Sage und schreibe 96 Semester lang stand Haeckel vor seinen Studenten am Pult. Ein Zeitgenosse Haeckels, Arnold Dodel, gab 1906 die Schrift „Ernst Haeckel als Erzieher“ heraus. Jetzt erscheint ein Reprint dieses Buches, angereichert durch ein Vorwort und einen Kommentar von Wissenschaftlern der Universität Jena.

„Dodel beschreibt Ernst Haeckel als innovativ, mutig, humoristisch, liebevoll und kompetent“, sagt Dr. Karl Porges. Der Biologiedidaktiker von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) nennt zudem die ausgeprägte Fehlerkultur Haeckels, die den Beifall Dodels fand. Der kritische Umgang mit dem eigenen Werk werde beispielsweise sichtbar an den zahlreichen verbesserten Neuauflagen der Werke Haeckels.

Prof. Dr. Uwe Hoßfeld, der Leiter der AG Biologiedidaktik, ergänzt: „Das sind Attribute, die bis heute einen guten Pädagogen auszeichnen!“ Schon deshalb könne Arnold Dodels Schrift von 1906 als durchaus noch zeitgemäß angesehen werden. Dodels lange vergessene Schrift werfe zudem ein Schlaglicht auf den Menschen Ernst Haeckel, der sonst meist hinter dem Gelehrten verschwinde. Dabei, so Karl Porges, schilderte Arnold Dodel Haeckel kaum aus eigenem Erleben. „Arnold Dodel und Ernst Haeckel waren Kollegen und sie stimmten in vielen Ansichten überein.“ So gehörte Dodel zu den Erstunterzeichnern der Gründung des Deutschen Monistenbundes in Jena 1906, die Haeckel initiiert hatte.

Der Schweizer Botaniker Arnold Dodel (1843-1908) stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Der Sohn eines Bauern wurde zunächst Lehrer, studierte danach und lehrte schließlich Botanik in Zürich. Seinen Beruf als Lehrer habe er nie aus den Augen verloren, sagt Dr. Porges. Auch hier lohne ein Blick nach Jena, gehörte die Stadt an der Saale doch zu den Hochburgen pädagogischer Reformbestrebungen.

Das Buch „Ernst Haeckel als Erzieher“ erscheint zur Ausstellung „100 Jahre Ernst Haeckel. Meilensteine der Evolutionsforschung“, die im Museum für Naturkunde Gera (Nicolaiberg 3) noch bis zum 2. Juni 2019 zu sehen ist. Es kann über das Museum bestellt werden, Telefon 0365 / 52003, E-Mail museum.fuer.naturkunde[at]gera.de. Museumsdirektor Dr. Thomas Hoppe war ebenfalls an der Herausgabe beteiligt.


Bibliographische Angaben:
Arnold Dodel: „Ernst Haeckel als Erzieher“, Reprint der Ausgabe von 1906, Gera 2018, 66 Seiten, 9,95 Euro, ISBN: 978-3-00-061230-5.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

apl. Prof. Dr. Uwe Hoßfeld
Arbeitsgruppe Biologiedidaktik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Steiger 3 (Bienenhaus), 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949491
E-Mail: uwe.hossfeld[at]uni-jena.de

Endspurt der Kohlekommission

Bild: stevepb/CC0
Die Energie- und Klimawochenschau: Bürger wollen Klimaschutz, Ministerpräsidenten Strukturhilfe, Schüler den Klimawandel abwenden und Eisbären mehr Eis

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Nun soll es die Bundeskanzlerin also richten. Am Dienstagabend hat Angela die Ministerpräsidenten der Braunkohleländer Sachsen (Michael Kretschmer, CDU), Brandenburg (Dietmar Woidke, SPD), Sachsen-Anhalt (Rainer Haseloff, CDU) und Nordrhein-Westfalen (Armin Laschet, CDU) ins Berliner Kanzleramt einbestellt.

Auf der Tagesordnung steht der Kohleausstieg, den die Länder sich teuer abkaufen lassen wollen. Rainer Haseloff hatte die Forderung von 60 Milliarden Euro in den Raum gestellt. Mit am Tisch werden die beiden Vorsitzenden der Kohlekommission sitzen.

Umweltschützer haben Proteste angekündigt und verweisen auf Meinungsumfragen. Emnid habe ermittelt, dass 68 Prozent der Ostdeutschen befürchten, der Klimawandel könnte in ihrer Region vermehrt zu Dürren und Waldbränden führen. 52 Prozent der Befragten seien der Ansicht, dass die Landesregierungen der Braunkohle-Länder den Klimawandel nicht ernst genug nehmen.

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Entwicklungshilfe verringert kaum Migration

Migration © Yannic Meyer @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Entwicklungshilfe wird in der Politik als wichtiges Mittel zur „Fluchtursachenbekämpfung“ angesehen. Forscher haben jetzt jedoch herausgefunden, dass das ein Trugschluss ist. Die Fördermittel müssten „unrealistisch“ hoch sein, um diesen Effekt zu erreichen.

MiGAZIN

Entwicklungshilfe kann Migration aus armen Ländern laut einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) nur dann eindämmen, wenn die öffentlichen Dienstleistungen in den Ländern verbessert werden. Eine Steigerung der Einkommen dort führe eher zu einer verstärkten Migration, da mehr Menschen die Kosten für die Auswanderung aufbringen könnten, so das Ergebnis der IfW-Wissenschaftler Rainer Thiele und Mauro Lanati, das am Dienstag in Kiel veröffentlicht wurde. Beide hatten im Rahmen des Projekts „Mercator Dialogue on Asylum and Migration“ die Auswirkungen der Entwicklungshilfe auf die Migration untersucht.

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Physicists Built a Machine That Breaks the Normal Rules of Light

Credit: CC0 Public Domain
Physicists have built a ring in which pulses of light whip circles around each other and the normal rules that govern light’s behavior no longer apply.

By Rafi Letzter | SPACE.com

Under normal circumstances, light displays certain kids of physical symmetry. First, if you were to play a tape of light’s behavior forward and then backward, you would see it behave in the same way moving in both directions in time. This is called time-reversal symmetry. And second, light, which can move through the world as a wave, has what is called polarization: how it oscillates relative to the motion of the wave. That polarization usually stays the same, providing another type of symmetry.

But inside this ring-shaped device, light both loses its time-reversal symmetry and changes its polarization. Inside the ring, light waves turn circles and resonate with one another, producing effects that don’t normally exist in the outside world. [The 10 Most Outrageous Military Experiments]

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Obskur: Papst erkennt Wunder durch Schweizer Ordensfrau an

Bild: © Jean Claude Gadmer/CIRIC/KNA
Die Ordensfrau Marguerite Bays soll 1854 plötzlich von einer Krebskrankheit geheilt worden sein. In der Folge zeigten sich bei ihr die Wundmale Jesu. Auch Wunder werden mit ihr in Verbindung gebracht. Nun ist der Weg für ihre Heiligsprechung frei.

katholisch.de

Papst Franziskus hat ein auf Fürsprache der Seligen Marguerite Bays (1815-1879) erfolgtes Wunder anerkannt. Damit sind die formalen Voraussetzungen für eine Heiligsprechung der Schweizer Franziskanerin erfüllt. Bei einer Audienz mit dem Leiter der Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Becciu, erkannte Franziskus am Dienstag zudem das Martyrium von Maria del Carmen (bürgerlicher Name Isabella Lacaba Andia) und 13 Mitschwestern an, die 1936 im spanischen Bürgerkrieg getötet wurden.

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