„Religionsunterricht macht unmündig“


Der Religionsunterricht an staatlichen Regelschulen kann seine Existenz argumentativ nicht rechtfertigen, was das Fach aber keineswegs davon abhält, sein Ende mit allen Mitteln in die Länge zu ziehen. Erst kürzlich zog Luxemburg „Reli“ den Stecker. Weshalb dieser Schritt auch in Deutschland lange überfällig ist, findet zahllose zwingende Gründe.

Von Deniz Y. Dix | hpd.de

Religionsunterricht lehrt einseitige Normativität

Während in allen übrigen Fächern der sogenannte „Beutelsbacher Konsens“ den Lehrpersonen verbietet, zu Fragen der Ethik oder Weltanschauung Position zu beziehen, gehört es hier zum guten Ton, über das Lehrerpult hinweg zu moralisieren. Auch wenn einzelne Lehrkräfte dieses Machtpotenzial nicht ausschöpfen und vielleicht sogar kritische Episoden in das Unterrichtssegment einbauen, um einen Anschein von Transparenz zu erwecken: Die Offenbarungsschriften halten die letztlich richtigen Antworten parat.

Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass deutscher Religionsunterricht konfessionsgebunden erfolgt, die Schülerschaft also nach Konfessionszugehörigkeit sortiert beschult werden. Man stelle sich vor, im Sozialkundeunterricht würde aufgeteilt: Im ersten Kurs würden einzig marxistische Texte behandelt, wenngleich gelegentlich mit hinterfragendem Narrativ, während die andere Klassenhälfte ausschließlich neoliberale Schriften büffelte.

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