Flechten: Vier Partner statt zwei – Symbiose mit drei Pilzen bei Wolfsflechten torpediert gängige Vorstellungen


Von wegen Zweierbeziehung: Die meisten Wolfsflechten (Letharia) bilden eine Symbiose aus gleich vier Partnern. © Jason Hollinger/ CC-by-sa 3.0
Verblüffende Entdeckung: Einige Flechten bestehen nicht nur aus zwei symbiotischen Partnern, sondern gleich aus vier – entgegen der seit 150 Jahren etablierten Lehrmeinung. In Wolfsflechten aus aller Welt haben Forscher neben einer Algenart und dem Hauptpilz noch einen Hefepilz und einen Gallpilz in enger Gemeinschaft entdeckt. Diese verborgenen Partner werfen ein ganz neues Licht auf die Biologie der Flechten und ihre komplexe Symbiose, so die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“.

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Flechten sind das klassische Beispiel für eine erfolgreiche Symbiose: Das Leben im Inneren der Pilzfäden schützen die symbiontischen Algen oder Cyanobakterien vor dem Austrocknen, dafür liefern sie dem Pilz über ihre Photosynthese überlebenswichtige Nährstoffe. Diese Zweckgemeinschaft ermöglicht es den Flechten, selbst die unwirtlichsten Lebensräume zu besiedeln und sich an Klimawechsel anzupassen. Möglicherweise könnten Flechten sogar auf dem Mars überleben.

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