„Religiöse Generation“: Warum ist Erdogans Ziel fehlgeschlagen?

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Die Ergebnisse der jüngsten KONDA-Untersuchung zur gesellschaftlichen Veränderung der Türkei waren überraschend. Doch was sind eigentliche Gründe für diese Veränderung und was bedeuten sie? Ein Erklärungsansatz.

dtj – Deutsch Türkisches Journal

Das Ziel des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte ein klares Ziel: Er wollte, dass eine konservative Generation unter seiner Amtszeit entsteht, „die die Werte und Prinzipien ihrer Nation beschützen“, sagte Erdogan 2012. Eine jüngste Untersuchung des Forschungsinstituts KONDA sind für dieses Ziel des Präsidenten keine guten Neuigkeiten. Nach der Studie, die den Wandel der türkischen Gesellschaft in den letzten 10 Jahren untersucht und dabei auch die Frage beantwortet, wie sich die türkische Gesellschaft im Bezug auf das Verhältnis zur Religion verändert hat. Das DTJ berichtete.

„Diyanet als wichtiger Akteur“
Laut den Ergebnissen der bezeichnen sich Menschen in der Türkei als weniger gläubig als im Vergleich zu vor zehn Jahren. Im Gegenzug dazu ist auch die Zahl jener um drei Prozent angestiegen, die sich als Atheisten bezeichnen. Doch woran liegt diese Veränderung eigentlich? Ein erster Erklärungsversuch kommt von den Atheisten. Die ehemalige Vorsitzende des Atheismus-Vereins der Türkei, Zehra Pala, sagte in einem Gespräch mit dem türkischen Exil-Medium Ahval, dass die türkische Religionsbehörde Diyanet zu den wichtigsten Akteuren dieser Veränderung zählt. Pala dazu: „Wir brauchen den Atheismus nicht zu verbreiten, es gibt doch die Diyanet.“

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Nacktselfies eines Bischofs – und Vatikan wusste Bescheid

Bischof hatte offenbar Seminaristen sexuell belästigt – Früherer Generalvikar: Vatikan erhielt die Informationen „durch mich“ bereits 2015 – Argentinischer Bischof trat 2017 zurück, wurde dann vom Papst in vatikanischen Dienst genommen.

kath.net

Die Liste der Anschuldigungen ist delikat – und der Vatikan erhielt die Informationen bereits zwischen 2015 und 2017: Dem Bischof von Oran in Argentinien, Gustavo Zanchetta, wird vorgeworfen, Nacktselfies von sich gemacht zu haben, obszönes Verhalten gezeigt und sich unangemessen gegenüber Seminaristen verhalten zu haben. Das sagt kein geringerer als sein früherer Generalvikar. Darüber berichtet die „Washington Post“ anhand eines Beitrags der „Associated Press“. Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch von Bischof Zanchetta im August 2017 angenommen. Die Aussagen des früheren Generalvikars würden die Behauptungen des Vatikans, man habe nur wenige Monate vor dem Rücktrittsgesuch von den Vorwürfen erfahren, unterlaufen. Vorwürfe der sexuellen Belästigung von Priesteramtskandidaten kam von einem früheren Vikar, von einem Rektor des Priesterseminars und von einem weiteren Prälaten, außerdem gab es Vorwürfe wegen autoritärem Verhalten des Bischofs.

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Parasites Are Us

Illustrations by Jason Holley
How biological invaders challenge our idea of self and other.

By Robert V. Levine | NAUTILUS

Jerry Coyne is an evolutionary biologist at the University of Chicago. His research on population and evolutionary genetics has been widely published in professional and trade journals and his 2009 book, Why Evolution Is True, established him as a leading force in the study of evolution. Jerry is also an internationally famous defender of evolution against proponents of creationism and intelligent design. He is a highly respected scientist.

This, however, is a more personal story about Coyne. It goes back to 1973, when he was a mere 24-year-old graduate student at Harvard. As he moved through the program, Coyne was becoming well versed in the intellectual tools of his trade—genetics, evolutionary logic, research methods, and the like. But when it came to real-life contact with nature, his experience was pretty much “limited to unexciting fruit flies crawling feebly around food-filled glass tubes.”1 He was even more frustrated working at Harvard’s Museum of Comparative Zoology. This was the same museum that was founded by the great Swiss naturalist Louis Agassiz, under the guiding philosophy to “study nature, not books.” But, aside from fruit flies in a sterile lab, the only nature Coyne was seeing were stuffed mammals in a display case on his way to the Pepsi machine. When given the opportunity to take a summer field course in tropical ecology in Costa Rica, Coyne didn’t hesitate. He never imagined how close to nature he would get.

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Körperbemalung schützt gegen Blutsauger – Zebra-Effekt gegen Stechinsekten wirkt auch beim Menschen

Schmückender Schutz: Helle Körperbemalung wie diese macht dunkle Haut weniger anziehend für blutsaugende Insekten. © hadynah/ iStock
Schützende Streifen: Die helle Körperbemalung vieler Naturvölker hat einen praktischen Nebeneffekt – sie schützt gegen blutsaugende Insekten. Menschen mit hellen Streifen auf dunkler Haut werden zehnfach seltener von Bremsen und andern Stechinsekten angeflogen als unbemalte dunkelhäutige Personen, wie Experimente mit bemalten Schaufensterpuppen belegen. Vor allem in den Tropen ist dies demnach ein nützlicher Nebeneffekt der meist rituellen Bemalung.

scinexx

Ob als Kriegsbemalung, ritueller Körperschmuck oder Stammeszeichen: Die Körperbemalung hat in der Menschheit eine lange Tradition. Schon frühe Vertreter des Homo sapiens und sogar die Neandertaler nutzten natürliche Pigmente wie Ocker, Lehm oder Kalk, um ihre Haut mit Streifen, Punkten und andern Mustern zu verzieren. Und auch heute noch praktizieren viele Naturvölker diese Art der Körperbemalung – meist in rituellem Kontext.

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„Besonders ungerecht“: Kölner Armutsforscher lehnt Kindergrundsicherung ab

Das Ausmaß der Kinderamut nimmt stetig zu Foto: dpa
  • Christoph Butterwegge lehnt eine „Kindergrundsicherung“, wie sie von SPD, Grünen und Linkspartei gefordert wird ab
  • „Von einer Kindergrundsicherung würden insbesondere gut verdienende Mittelschichtfamilien profitieren“
  • Ein Gastbeitrag von des Kölner Politikwissenschaftlers, der zuletzt die Bücher „Armut“, „Hartz IV und die Folgen“ sowie „Grundeinkommen kontrovers“ veröffentlichte

Von Christoph Butterwegge |Kölner Stadt-Anzeiger

Die anhaltend hohe und wegen der vermehrten Fluchtmigration immer noch wachsende Kinderarmut wird in der Bundesrepublik mittlerweile als drängendes soziales Problem betrachtet, das konsequenter als bisher angegangen werden muss. Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles fordert neuerdings eine Kindergrundsicherung, um der skandalös hohen Armutsquote bei Minderjährigen zu begegnen. Bisher hat ihre Partei allerdings weder ein Konzept dafür entwickelt noch inhaltliche Eckpunkte genannt, die eine Beurteilung der sozialdemokratischen Vorstellungen erlauben würden.

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WHO-Warnung: Ja, Nicht-Impfer sind eine Bedrohung für andere Menschen

Jedes Jahr sterben weltweit 1,5 Millionen Menschen an Infektionen, gegen die es eine Impfung gibt. Die Weltgesundheitsorganisation hat daher Nicht-Impfer zur globalen Bedrohung der Gesundheit erklärt. Warum das keine Panikmache ist.

Von Pia Heinemann | DIE WELT

Die größten globalen Gesundheitsgefahren – darunter stellt man sich Umweltverschmutzung vor oder chronische Erkrankungen. Man stellt sich Armut, Hunger und Mangelernährung vor. Man denkt dabei vielleicht auch an resistente Bakterien, Killerkeime, die durch den falschen Einsatz von Antibiotika gezüchtet werden.

Man denkt an verheerende Seuchen, an Aids oder Ebola, die in Windeseile um die Welt ziehen und Tausende Menschen dahinraffen können. Vielleicht denkt man sogar an den Klimawandel, der gesundheitsgefährdende Extremwetterlagen fördert.

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Neue Studie versucht Ursachen des Missbrauchs an der Odenwaldschule zu klären: Unkritischer Glaube an die „heile Welt“

Die Odenwaldschule ist inzwischen geschlossen © dpa
Es ist die erste wissenschaftliche Studie zu Ursachen des Missbrauchsskandals an der Odenwaldschule. Sie erscheint an diesem Sonntag als Buch. Das Fazit der Arbeit: Verschweigen und Gutgläubigkeit machten ein System sexuellen Missbrauchs möglich.

DOMRADIO.DE

Fast neun Jahre sind vergangen, seit der Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule im hessischen Heppenheim im größeren Umfang bekannt wurde: Kurz vor dem 100. Geburtstag der Schule im April 2010 und kurz nachdem Ende Januar 2010 die Enthüllungen am Berliner Canisius-Kolleg die kirchliche Missbrauchsdebatte angestoßen hatten.

Erst nachdem ehemalige Schüler des reformpädagogischen, privaten Elite-Internats die Mauer des Schweigens durchbrochen hatten, wurde auch an der Odenwaldschule die Dimension des Missbrauchs zumindest ansatzweise deutlich: Mindestens 132 Schüler waren zwischen 1965 und 1998 sexuellen Übergriffen durch Lehrer ausgesetzt, wie der im Dezember 2010 vorgelegte Abschlussbericht der Wiesbadener Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller und der ehemaligen Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt, Brigitte Tilmann, ergab. Demnach waren 115 Jungen und 17 Mädchen betroffen. Die Juristinnen gaben aber auch an, dass die Dokumentation unvollständig sei.

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Björn Höcke unter Verdacht: AfD droht der nächste Parteispenden-Skandal

Alexander Gauland und der umstrittene Björn Höcke. Foto: AFP
Die Rechtsaußen-Gruppe innerhalb der AfD, der „Flügel“, macht der Partei weiter Sorgen.

Von Steven Geyer | Kölner Stadt-Anzeiger

Nachdem die informelle Plattform um den Thüringer Landeschef Björn Höcke bereits einer der Hauptgründe für die Teil-Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz war, könnte sie den Rechtspopulisten nun eine neue Parteispenden-Affäre einbrocken: Nach einem Medienbericht hat der „Flügel“ die offiziellen AfD-Gremien gezielt umgangen, um Geld für seine Aktivitäten zu sammeln.

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Missbrauch: Opfer warten auf Gespräch mit Bischöfen

Bild: © Fotolia.com/yupachingping
Weltweit sind die Bischöfe aufgerufen, sich vor dem Missbrauchsgipfel im Vatikan mit Opfern zu treffen. In Italien habe sich eine Opferinitiative bislang vergeblich an die Bischofskonferenz gewandt. Doch diese bestreitet, eine Anfrage erhalten zu haben.

katholisch.de

Missbrauchsopfer in Italien warten offenbar seit längerem auf ein Gespräch mit den katholischen Bischöfen des Landes. Ein vor vier Wochen an den Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz Kardinal Gualtiero Bassetti gerichtetes Schreiben mit Bitte um ein Treffen sei bislang unbeantwortet geblieben, berichtete die italienische Tageszeitung „Messaggero“ am Wochenende unter Berufung auf die Initiative „L’abuso“.

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Schrumpft das Gehirn mit wachsendem Bauch?

Adipozyten im weißen Fettgewebe. Bild: Department of Histology, Jagiellonian University Medical College/CC BY-SA-3.0
Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen Körperfett und grauer Hirnmasse festgestellt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Bauch und Gehirn bzw. Darm und Gehirn stehen in enger Verbindung. Bakterien im Darm, das Darmmikrobiom, könnte, so wird vermutet, physiologisch oder neurochemisch Gefühle, Stimmungen oder Entscheidungen, auch neurologische Krankheiten oder psychische Störungen mit beeinflussen. Man spricht mittlerweile von einer Darm-Hirn-Achse. Beobachtet wurde etwa, dass schüchterne Mäuse, die das Darmmikrobiom von mutigeren Mäusen erhielten, neugieriger wurden. Das Darmmikrobiom von Menschen mit Angstzuständen bewirkt auch in Mäusen verstärkt Angst. Vermutet wird auch, dass das Darmmikrobiom im frühen Alter die Gehirnbildung beeinflusst. Kürzlich berichteten Wissenschaftler, sie hätten Darmbakterien, die dann die Blut-Gehirn-Schranke überwunden hätten, auch in Gehirnen von Menschen gefunden (Leben in unseren Gehirnen Bakteriengemeinschaften, die uns beeinflussen können?).

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Söder: CSU offen für neue Familienformen

Bild: © picture alliance/NurPhoto/Alexaner Pohl
Nach der Einführung der „Ehe für alle“ erwog die CSU eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Doch ihr frisch gewählter Vorsitzender Markus Söder deutet nun an, dass sich die Meinung der Partei – teilweise – geändert hat.

katholisch.de

Der neue CSU-Vorsitzende Markus Söder sieht seine Partei offen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Auf die Frage, ob diese zum Leitbild der CSU zählten, sagte Söder am Samstag in der Sendung „Münchner Runde extra“ des Bayerischen Rundfunks: „Das Leitbild der Familie heißt zunächst einmal: Verantwortung, wo Kinder sind.“

Der bayerische Ministerpräsident ergänzte: „Verantwortung für Kinder ist das, was Familie stark macht.“ Söder weiter: „Wir sind offen für jede neue Familienform – aber ehrlich gesagt: Es muss sich auch keiner schämen, wenn er eine traditionelle Familie pflegt.“

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Städte und Gemeinden warnen vor „Wohlstandsverlusten“ bei AfD-Erstarken

Der Städte- und Gemeindebund warnt mit Blick auf die diesjährigen Landtagswahlen vor einem Erstarken der AfD.
  • Der Wohlstand in Deutschland wird von unserer offenen Gesellschaft getragen“, sagte Städtebund-Chef Landsberg.
  • Mit dem von der AfD vertretenen Motto „Grenzen dicht – wir können alles national lösen“ drohten Wohlstandsverluste.

Die Welt

Der Deutsche Städtetag und der Städte- und Gemeindebund haben mit Blick auf die diesjährigen Landtagswahlen vor einem Erstarken der AfD gewarnt. In der politischen Auseinandersetzung müsse deutlich herausgestellt werden, „dass der Wohlstand in Deutschland maßgeblich von unserer offenen Gesellschaft in einem gemeinsamen Europa getragen wird“, sagte der Städtebund-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem „Handelsblatt“. Das werde viel zu wenig beachtet.

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Drewermann: „Kirche wird als falsch und unnütz empfunden“

Spricht Klartext: Unter den Theologen könne man nicht mehr die geistige Elite vermuten, sagt Eugen Drewermann. Die katholische Kirche in ihrer jetzigen Form hat für ihn keine Zukunft mehr. | © Marc Köppelmann
Die katholische Kirche steckt aktuell in einer tiefen Krise – der Theologe und Psychoanalytiker Eugen Drewermann findet dazu klare Worte. Zu Missbrauchstätern unter den Priestern macht er einen revolutionären Vorschlag.

Birger Berbüsse | nw.de

Herr Drewermann, wie beurteilen Sie den aktuellen Zustand der katholischen Kirche?

Eugen Drewermann: Da ist eine einzige Zahl sehr auskunftsreich: Um 1950 hatten wir einen Kirchenbesuch sonntags von etwa 50 Prozent der Katholiken, die unter Androhung einer schweren Sünde verpflichtet waren, sonntags zur Messe zu gehen. 1970 waren wir auf 35 Prozent abgesunken und stehen derzeit bei 12 Prozent. Das heißt, im letzten halben Jahrhundert ist die Zahl derer, die aktiv einem zentralen Punkt der katholischen Lehre folgen, um 75 Prozent gesunken. Eine Kirche, die über eine solche Macht verfügt, aber mit einem solchen Ergebnis aufwartet, kann sich nicht mehr dem Glauben hingeben, dass ihre Art der Verkündung glaubhaft die Menschen erreicht und ihnen hilfreich sein könnte. Im Gegenteil: Sie wird in zentralen Punkten als falsch, desorientierend, hinderlich, lästig, überflüssig und unnütz empfunden.

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