Neue Studie versucht Ursachen des Missbrauchs an der Odenwaldschule zu klären: Unkritischer Glaube an die „heile Welt“


Die Odenwaldschule ist inzwischen geschlossen © dpa
Es ist die erste wissenschaftliche Studie zu Ursachen des Missbrauchsskandals an der Odenwaldschule. Sie erscheint an diesem Sonntag als Buch. Das Fazit der Arbeit: Verschweigen und Gutgläubigkeit machten ein System sexuellen Missbrauchs möglich.

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Fast neun Jahre sind vergangen, seit der Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule im hessischen Heppenheim im größeren Umfang bekannt wurde: Kurz vor dem 100. Geburtstag der Schule im April 2010 und kurz nachdem Ende Januar 2010 die Enthüllungen am Berliner Canisius-Kolleg die kirchliche Missbrauchsdebatte angestoßen hatten.

Erst nachdem ehemalige Schüler des reformpädagogischen, privaten Elite-Internats die Mauer des Schweigens durchbrochen hatten, wurde auch an der Odenwaldschule die Dimension des Missbrauchs zumindest ansatzweise deutlich: Mindestens 132 Schüler waren zwischen 1965 und 1998 sexuellen Übergriffen durch Lehrer ausgesetzt, wie der im Dezember 2010 vorgelegte Abschlussbericht der Wiesbadener Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller und der ehemaligen Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt, Brigitte Tilmann, ergab. Demnach waren 115 Jungen und 17 Mädchen betroffen. Die Juristinnen gaben aber auch an, dass die Dokumentation unvollständig sei.

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