Philosophie-Professor über den Begriff „Christliches Abendland“: „Ich würde von einer gemeinsamen europäischen Kultur sprechen“


Kirche und Moschee © Harald Oppitz (KNA)]/caption]

Es gab Proteste, als sich Kardinal Marx vom Begriff des „christlichen Abendlandes“ distanziert hat. Bischof Voderholzer widersprach ihm. Der emeritierte Tübinger Philosophie-Professor Otfried Höffe blickt historisch auf den Begriff.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Sie sprechen hinsichtlich von Herkunft und Bedeutung des Begriffs „Christliches Abendland“ auch von Missverständen. Was wird da missverstanden?

Prof. Dr. Dr. Otfried Höffe (emeritierter Tübinger Philosophie-Professor): Der Ausdruck lässt glauben, dass das Abendland von Beginn an bis heute christlich geprägt sei. In Wahrheit beginnt das Abendland bei den Griechen und setzt sich in Rom fort, also in zwei heidnischen und vorchristlichen Kulturen. Das Reformjudentum, das Christentum nimmt den Ursprung nicht im Abendland, sondern außerhalb in Jerusalem.

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