Kurden stürmen türkische Militärbasis im Nordirak


Seit Jahren bombardiert die Türkei mutmassliche Stellungen der PKK im Nordirak. Dabei kommen immer wieder Zivilisten ums Leben. Nach einem weiteren Angriff mit Todesopfern hat es den Dorfbewohnern gereicht.

Inga Rogg | Neue Zürcher Zeitung

Hunderte von wütenden Dorfbewohnern haben am Samstag eine türkische Militärbasis im Nordirak überrannt, nachdem in den Tagen zuvor mehrere Zivilisten durch einen türkischen Luftangriff getötet worden waren. Bei den Zusammenstössen wurden nach Angaben von Ärzten zwei Demonstranten getötet und fünfzehn weitere verletzt.

Angeführt von weiblichen Hinterbliebenen marschierten die Dörfler zunächst friedlich zu dem Militärstützpunkt nahe der Kleinstadt Sheladize nordöstlich der kurdischen Provinzhauptstadt Dohuk. Was dann genau passierte, ist umstritten. Nach Angaben von Aktivisten feuerten Soldaten Schüsse ab, um die Menge zu vertreiben. Auf Aufnahmen des kurdischen Senders NRT-TV kann man Soldaten und eine Gruppe von meist jugendlichen Demonstranten sehen. Einige halten die Hände in die Höhe, während einer versucht, die Lage zu beruhigen.

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