Steins Gesetz und die Mission der Wissenschaft


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In der Scientific American Ausgabe vom April 2001 begann ich diese Kolumne mit einem Beitrag mit dem Titel „Bunte Kieselsteine und Darwins Diktum“, inspiriert von der Bemerkung des britischen Naturforschers, dass „jede Beobachtung für oder gegen eine Ansicht sein muss, wenn sie von Nutzen sein soll“.

Von Michael Shermer | RDF

Charles Darwin schrieb diesen Kommentar in einem Brief an die Kritiker, die ihm vorwarfen, in seinem Buch über den Ursprung der Arten von 1859 zu theoretisch zu sein. Sie bestanden darauf, dass er die Fakten einfach für sich sprechen lassen sollte. Darwin wusste, dass Wissenschaft eine sehr feine Mischung aus Tatsachen und Theorie ist. Zu diesen füge ich ein drittes Bein zum Schemel der Wissenschafts-Kommunikation hinzu. Wenn wir unsere Ideen nicht klar an andere weitergeben können, schlummern Tatsachen und Theorie vor sich hin.

Seit nunmehr 214 aufeinanderfolgenden Monaten versuche ich, meine eigenen und die Gedanken anderer über die Tatsachen und Theorie der Wissenschaft so klar wie möglich zu vermitteln. Aber in Übereinstimmung mit (Herb) Steins Gesetz – Dinge, die nicht ewig weitergehen können, werden es auch nicht – endet diese Kolumne mit der Neugestaltung des Magazins. Eine notwendige Strategie in der Entwicklung dieses Nationalheiligtums, die auf 174 Jahre kontinuierlicher Veröffentlichung folgt. Ich fühle mich geehrt, einen flüchtigen Moment dieser langen Geschichte geteilt zu haben, den Redakteuren, Künstlern und Produktionstalenten für jeden Monat dankbar, in welchem ich meine Ansichten mit euch teilen durfte. Ich werde dies an anderer Stelle fortsetzen, bis meine eigene Beschäftigung in diesem provisorischen Proszenium (eine weitere Instanziierung von Steins Gesetz) viele Jahre in der Zukunft endet, so wie es die Natur und der Zufall will. Erlaubt mir daher, darüber nachzudenken, was meiner Meinung nach die Wissenschaft in das Projekt der Menschheit einbringt, von welchem wir alle ein Teil sind.

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